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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Watain

Kurz bevor Watain loslegen, ist es noch ziemlich leer vor der Party Stage. Kein Wunder, es ist inzwischen ja auch schon viertel vor eins, viele sind bereits abgereist und es ist ganz schön kalt geworden. Für die Schweden allerdings die perfekte Uhrzeit, denn wer will Black Metal schon tagsüber sehen, hören und spielen? Noch dazu, wo die Band die Bühne sehr stilvoll mit Fackeln und ähnlichem dekoriert hat, was im Dunkeln logischerweise viel effektiver wirkt – da wird einem zumindest ein bisschen warm, zumal bei jedem Song kräftig Pyros gezündet werden.

Als mit „Malfeitor“ vom aktuellen Album „Lawless Darkness“ eröffnet wird, ist es dann auch doch merklich voller geworden. Allerdings gelten Watain ja auch als eine der derzeit stärksten Schwarzmetallcombos, weswegen sich die Fans das dann trotz später Stunde und mehreren Tagen Festival in den Knochen eben doch nicht entgehen lassen wollen. Die Band zeigt sich tatsächlich in guter Form, der Nachthimmel, die epischen Kompositionen, die Bühnendeko mit den Knochen auf dem Drumpodest und den umgedrehten Kreuzen sowie das viele Feuer entfachen eine diabolische und einzigartige Atmosphäre und auch der Sound ist im Rahmen, wenn auch nicht immer völlig ausgeglichen. Erik Danielsson beweist einmal mehr seine Qualitäten als Black-Metal-Sänger, sein heiseres Krächzen ist sehr akzentuiert und für diese extreme Art Gesang gut verständlich – das ist ja auch nicht gerade bei allen Kapellen des Genres der Fall.

Dass die Zuschauer trotzdem nicht gerade die Sau rauslassen – was besonders in den Pausen deutlich wird, wo immer mal Klänge von der Black Stage herüberwehen, wo sich Ministry die Ehre geben, und ansonsten nicht wahnsinnig viel zu hören ist – ist angesichts des Zeitpunkts verständlich und auch, weil das hier natürlich keine Mucke zum Partymachen ist. Dafür gibt es einige formidable Dunkelhymnen vor den Latz geknallt, die hauptsächlich den letzten beiden Alben entstammen – genauer gesagt ist lediglich „Devil’s Blood“ (der Song, nach dem sich auch die so heftig polarisierenden Niederländer The Devil's Blood benannt haben) als einziges Stück von der „Casus Luciferi“-Scheibe, während das Debüt „Rabid Death’s Curse“ vollständig ausgeklammert wird.

Des Weiteren wird eine Coverversion des Dissection-Tracks „The Somberlain“ gespielt (nicht so sehr überraschend, da jene Band den hörbar größten Einfluss auf Watain ausgeübt hat), wodurch allerdings leider der grandiose Viertelstünder „Waters Of Ain“ wegfällt. Schade, das wäre natürlich noch mal ein absoluter Hammer gewesen, aber dafür reicht die Zeit eben leider nicht. Trotzdem ein sehr gutes Konzert und alle, die noch tapfer durchgehalten haben, haben es bestimmt nicht bereut.

Setlist:

Malfeitor
Sworn To The Dark
Total Funeral
The Serpent’s Chalice
Devil’s Blood
Reaping Death
Stellarvore
Hymn To Qayin
The Somberlain

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