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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Testament

Warum zur Hölle sprechen eigentlich alle immer nur von den „Big Four“, wenn es um amerikanischen Thrash Metal geht? Bands wie Exodus, Overkill und eben Testament werden trotz aller Anerkennung eben doch immer wieder sträflich unterschätzt, dabei haben gerade Testament mit ihrem Hauptsongwriter Eric Peterson und dem Jazz-erfahrenen Alex Skolnick eines der herausragendsten Gitarrendoppels des gesamten Genres. Mit „Dark Roots Of Earth“ hat das Quintett, das zuletzt 2009 in Wacken aufspielte, ein brandneues Album am Start, das erst wenige Tage zuvor erschien.

Eine bessere Gelegenheit, die neue Scheibe einem großen Publikum schmackhaft zu machen, gibt es kaum, und tatsächlich steht die Platte mit vier Songs auch ganz eindeutig im Vordergrund. Der Opener „Rise Up“ fungiert auch bei diesem Liveauftritt als Eröffnungsnummer, bevor man sich mit „The New Order“ und „The Preacher“ zwei olle Kamellen aus dem Jahre 1988 vorknöpft. Von den seinerzeit teilweise etwas umstritteneren Releases aus den Neunziger Jahren wird diesmal gar nichts dargeboten, vielmehr steht eine Mischung aus den letzten drei Alben und ganz alten Klassikern zu Buche.

Die neuen Stücke kommen gut an (das dem Titel entsprechend zornige „True American Hate“ zerstört auch wirklich amtlich!), doch wie nicht anders zu erwarten, wird bei den alten Hits wie „Practice What You Preach“ (von Chuck Billy nicht unverständlicherweise als einer seiner Favoriten bezeichnet), „Into The Pit“ (passenderweise stehen zwei Redakteure unserer Seite direkt mit The-Pit.de-Shirts nebeneinander, was einen anderen Zuschauer verschmitzt bemerken lässt: „Na, ein Glück, dass hier keiner ein T-Shirt anhat, wo ,The-Pit.de‘ draufsteht“) oder „Over The Wall“ am meisten Alarm gemacht. Auch die supereingängige Hymne „More Than Meets The Eye“ von „The Formation Of Damnation“ lässt tausende Kehlen begeistert mitsingen.

Die Band zeigt sich in starker Form, ein freudig grinsender Chuck Billy hat in bester Freddie-Mercury-Manier sichtlich Spaß daran, seinen Mikroständer zur Luftgitarre umzufunktionieren und wenn man Alex Skolnick immer wieder spektakulär solieren sieht und hört, kann man nur erneut konstatieren, dass es ein Glück ist, dass dieser hochbegabte Musiker seit 2008 wieder dabei ist. Kurz vor dem Finale mit „D.N.R.“ und „3 Days In Darkness“ verbreitet Chuck noch die Kunde, dass Randy Blythe endlich frei sei, weswegen man zwei große Banner auf die Bühne bringt, auf denen „Free Randy“ draufsteht, und die Songs dem Lamb Of God-Fronter widmet, was beim meist doch recht solidarischen Metalpublikum natürlich ebenfalls recht gut ankommt. Hinzu kommt ein gut knallender, aber differenzierter Sound – mehr geht kaum. Testament haben zweifellos eine der besten Shows beim diesjährigen Wacken hingelegt – Thrash at its best!

Setlist:

Rise Up           
The New Order       
The Preacher           
Native Blood           
True American Hate           
More Than Meets The Eye   
Dark Roots Of Earth       
Into The Pit           
Practice What You Preach   
Over The Wall       
D.N.R. (Do Not Resuscitate)   
3 Days In Darkness

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