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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Russkaja

Wie schon im vergangenen Jahr konnten Russkaja verpflichtet werden, um für Alternativprogramm zu sorgen. 2011 hat das schon wunderbar funktioniert, da hatte die Band drei Mal das Zelt gerammelt voll. Dieses Jahr treten Russkaja auf der Wackinger Stage auf, wo ebenfalls drei Auftritte an drei Tagen stattfinden. Der Unterschied zum Vorjahr ist einfach: Die Wackinger Stage ist eine Open Air Bühne. Während der Boden im großen Zelt fast noch als solcher bezeichnet werden kann, hat er sich vor der Wackinger Stage in die gleiche Schlammwüste verwandelt wie vor den Mainstages und auch sonst überall.

Trotzdem hat sich vor der Bühne ein recht ansehnlicher Haufen Fans eingefunden, die nicht viel Lust auf In Flames oder Wrestling haben. Die Menge ist schwer abzuschätzen, aber einige tausend dürften es schon sein.

Als die Einleitung erklingt, herrscht noch relative Ruhe vor der Wackinger Stage, doch sofort als Sänger Georgij mit „La Grupa Russ-ka-ja!“ das Konzert eröffnet, können viele tausend Füße nicht mehr stillhalten und die Schlammschlacht beginnt. Es ist klar, dass einige ganz besondere Freude am Schlamm haben – wahrscheinlich würden sie ohne den Dreck nicht tanzen. Innerhalb von nur wenigen Sekunden verwandelt sich die Menge vor der Bühne in eine wabernde Masse aneinander vorbei gleitender Körper, manchmal nicht ganz reibungslos.

Die Band, die mit neuer Fiedlerin angereist ist, gibt sich gewohnt gut gelaunt und professionell. Der Auftritt scheint aber nicht nur professionell zu sein, die Musiker haben wirklich Spaß und der erste Applaus macht eindeutig klar, dass das Publikum ebenfalls Spaß hat.

Georgij stellt die Band vor und merkt an: „Wir bringen euch russische Musik für eure Gesundheit“. Schon geht es weiter. „More“ ist der nächste Titel und sofort geht das Gestampfe wieder los. Interessant zu beobachten sind vor allem die Zuschauer, die versuchen mit einem vollen Bierbecher zu tanzen, dieser Versuch misslingt allerdings stets.

Inzwischen wird es sogar noch etwas voller – bis zum Eingang der Wackinger Area stehen die Leute nun schon. Dort, wo am Vortag beim letzten verheerenden Regenschauer noch eine riesige Wasserlache stand, hüpft es sich bestimmt besonders spritzig.

Nun fällt zum ersten Mal der Begriff Kollektiv, der von vielen mit einem Schmunzeln aufgenommen wird. Das Kollektiv, das alle Zuhörer und die Band umfasst, soll nun auf die Probe gestellt werden. Eingeweihte wissen natürlich längst, um was es nun geht: „Psycho Traktor“ kommt. Eine Art verlangsamter Circlepit ist die Hauptaufgabe der Zuschauer bei der Nummer. Die Band macht bei diesem Spiel auf der Bühne natürlich kräftig mit: „Seid Ihr bereit?“, tönt es von oben und los geht es.

Russkaja beweisen zum wiederholten Male, warum sie als eine der energetischsten Bands momentan gelten und somit auch auf dem Wacken Open Air ihren Platz zurecht haben. Es wurde relativ viel diskutiert, ob es Sinn macht, dass manche Bands mehrmals spielen, während einige andere nur zwanzig Minuten Spielzeit erhalten. Ob es Sinn macht, das kann hier nicht geklärt werden. Dass aber bei Russkaja immer eine fette Party abging und somit keine Stagezeit verschenkt wurde, ist jedoch Fakt.

Setlist:

1. Bruckner´s Bamitzwa
2. Ras Dwa Tri
3. Guljaj Duscha
4. More
5. Traktor (Psycho Traktor)
6. Change We Need
7. Da Mama
8. Zaparozhez
9. Bojka Bojka
10. Gop-Stop

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