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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Overkill

Auch keine Neulinge beim Wacken Open Air sind die Amerikaner Overkill. Sänger Blitz und seine Truppe haben schon mehrmals den Acker zum Beben gebracht und auch im Jahr 2012 ist die Band wieder dabei. Trotz anfangs noch sehr trübem und regnerischem Wetter haben es Overkill geschafft, jede Menge Fans aus den Zelten zu locken.

In gewohnter Manier donnern die Rocker auch gleich los. „Come And Get it“ und „Bring Me The Night“ werden praktisch am Stück gezockt. Danach nimmt sich Bobby kurz Zeit und begrüßt die Fans. Mit dem Satz „Fuck this scheiß Wetter!“ sorgt er dabei für allgemeine Belustigung.

Weiter geht es mit der recht rasanten Komposition „Elimination“. Als die Instrumente im Anschluss verklingen, werden laute „Overkill! Overkill!“-Rufe laut, und auf der Bühne tobt ein Sturm – oder besser ein Blitz: Der Fronter wütet förmlich über die Stage, doch auch die Kumpanen an den Saiteninstrumenten tun ein ähnliches.

Vor der Bühne hat sich inzwischen ein Circle-Mosh-Pit gebildet. Völlig ohne erkennbare Regeln stampft eine ganze Meute von Overkill-Fans wahllos durch den Schlamm und scheint nur das Ziel zu haben, möglichst viel Schlamm umzuverteilen – nach Möglichkeit auf andere Konzertbesucher.

Bobby gibt nun an, es sei das erste Mal, dass Songs vom Album „The Electric Age“ in Deutschland gespielt würden. Als Einstand und zur Begrüßung sozusagen gibt es „Electric Rattlesnake“. Das Lied ist ziemlich schnell und kommt gut an und der Schlamm spritzt inzwischen auch an anderen Stellen vor der Bühne. Den Applaus nach der Nummer hören sich die Musiker nur sehr kurz an – mit „Hello From The Gutter“ geht es gleich weiter, den Fans wird keine Verschnaufpause gegönnt.

Der erste Klassiker der Combo wird mit „Ironbound“ abgefeuert. Das Triolenfeuerwerk geht direkt in die Nacken- und Beinmuskeln. Unnötig zu erwähnen, dass sich der Was-auch-immer-Pit gerade in den Ausdehnungen verdoppelt. Es ist mit Worten nur schwer zu beschreiben, wie die Jungs und Mädels vor der Bühne abgehen – und aussehen.

Dann aber hört der Regen auf, was Blitz wie folgt kommentiert: „Ihr habt den Regen gestoppt. Also ist Wacken stärker als Mutter Natur!“ Ganz so stimmt das nicht, wie die nächsten Stunden zeigen werden, aber für den Moment ist das egal. Einen neuen Song gibt es noch, bevor die Kracherrunde beginnt: „Save Yourself“ ist typisch für die neue Overkill-Scheibe; ein richtig schneller Vollgassong.

Mit „Old School“ passiert das logische: Vor der Bühne geht es nur noch ab – bis zum FOH-Turm wird getanzt. Die Stimmung der Band trägt sich bis nach hinten zum Eingangsbereich. Selbst hier gibt es noch Gruppen, die sich gegenseitig in den Matsch schubsen. Bei „In Union We Stand“ wird es dann zwar ruhiger, aber keineswegs weniger enthusiastisch. Bis ganz hinten singen die Fans mit und quittieren den Titel mit dem Metallergruß.

Als letzte Lieder gibt es noch „Rotten To The Core“ und das obligatorische „Fuck You“, bei dem der Band zehntausende ausgestreckte Mittelfinger entgegengehalten werden. Overkill sind wirklich nicht mehr die jüngsten, aber einen Gig mit gleicher Intensität muss eine andere Band erst einmal abliefern.

Setlist:

1. Come And Get It
2. Bring Me The Night
3. Elimination
4. Wrecking Crew
5. Electric Rattlesnake
6. Hello From the Gutter
7. Ironbound
8. Save Yourself
9. Old School
10. In Union We Stand
11. Rotten To The Core
12. Fuck You

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