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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Mono Inc.

Nach dem hochmelodischen Rock, den Circle II Circle präsentierten, steht mit Mono Inc nun ziemliches Kontrastprogramm auf dem Zettel. Die Hamburger Gothic-Rock-Truppe ist die letzte Band im Zelt am heutigen Abend und scheint perfekt dafür geeignet, kann man sich in die düsteren, hypnotischen Klänge doch wunderbar fallen und auf diese Weise den ersten offiziellen Festivaltag auschillen lassen. Der Unterschied zu vielen anderen Gruppen ähnlicher Spielart ist bei den Hanseaten, dass es trotz Keyboardeinsprengsel keinen übertriebenen Kitschfaktor gibt und man weiß, wie gute Dunkelhymnen zu klingen haben und vor allem, wie man trotz gotischer Anleihen ordentlich rockt.

Die Leute sind auch trotz später Stunde keineswegs völlig platt, sondern bereit, noch mal alle Reserven zu mobilisieren, um die Dame und die drei Herren amtlich abzufeiern. Die Band stürmt mit „This Is The Day“ die Bühne und die Fans sind sofort da. Blickfang ist auch heute – trotz ihrer naturgemäß weiter hinten befindlichen Bühnenposition – wieder die äußerst attraktive, von Anhängern der Formation geradezu gottgleich verehrte Drummerin Katha Mia, die selbstverständlich keine technische Schwerstarbeit zu verrichten hat, aber tight wie ein Uhrwerk spielt und außerdem die Backing Vocals übernimmt.

Des Weiteren krallt sie sich zwischendurch sogar einmal eine Kamera, um ein paar Erinnerungsfetzen aufzunehmen, die man laut Frontmann Martin dann später „auf VOX oder RTL II“ begutachten könne. Der Humor des Sängers bildet einen netten und unterhaltsamen Kontrast zur eher tristen Ausrichtung der Musik; die Ansage „Weil das hier ja so 'n True-Metal-Festival ist, packen wir mal ein Störgeräusch dazwischen – das ist eine Akustikgitarre“ sorgt zweifelsohne für Heiterkeit. Auch die Bemerkung „Der Song ist so alt, da war das Tote Meer krank, als wir den geschrieben haben“ mag ganz lustig sein, allerdings ist es schon ziemlich dreist, das auf diese Ankündigung gespielte Stück „The Passenger“ als eigenes auszugeben, denn es handelt sich hier um eine Komposition von Iggy Pop.

Dem Publikum ist es egal, es ist voll dabei und singt gerne mit, auch wenn bei „After The War“ möglicherweise ebenfalls die meisten gar nicht wissen, dass dies ein Cover der Bluesrocklegende Gary Moore darstellt. Und obwohl gerade beim Gothic-Publikum traditionell ein höherer Anteil an weiblichen Fans als bei den meisten anderen Genres der harten Mucke zu verzeichnen sein dürfte, scheinen laut Martin, als er bei einem der Mitsingspielchen die Zuschauer in Männlein und Weiblein aufteilt, heute mehr Männer anwesend zu sein, da diese stimmlich deutlich lauter zu vernehmen sind.

Sei es, wie es will, Mono Inc. spielen einen völlig soliden Gig, bei dem man auch am heutigen Abend nicht auf ein kleines Drumsolo à la Katha Mia verzichtet, das mit sehr gutem Sound überzeugt und dem bekanntesten Hit der Combo, „Voices Of Doom“, beschließt, wo noch einmal die Matten kreisen und die Stimmbänder malträtiert werden. Danach heißt es wahlweise ab in die Heia, Saufen auf dem Zeltplatz oder Metal-Karaoke auf der Headbanger-Stage.

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