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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Volbeat

Wie auch schon bei den vergangenen Auftritten auf dem Wacken Open Air können Volbeat zur Prime Time annähernd das komplette Festivalgelände mit Fans füllen. Die ersten zwanzig bis dreißig Meter ab der Bühne sind richtig dicht aufgefüllt. Danach stehen die Zuschauer etwas lockerer. Nach und nach kommt man selbst direkt nach dem Einlass schon ins Stocken – an der Begeisterung für die Dänen hat sich also nichts geändert.

Der Auftritt startet mit sehr strapazierter Theatralik. Vor der Bühne hängt ein riesiges Volbeat-Backdrop. Nun ist es praktisch ein Frontdrop. Das Intro, das sich ganz schön zieht, wird schon von einer Lightshow begleitet. Als es nach über zwei Minuten zu Ende geht und der Vorhang fällt, ist die Bühne in eisblaues Licht getaucht. Das Konzert beginnen die Dänen mit „The Human Instrument“. Direkt vor der Bühne schlägt die Stimmung sofort von gebannt wartend in wild feiernd um. Weiter hinten geht es nicht ganz so wild zu, trotzdem schauen tausende Augen dem Treiben zu.

Nach „Another Day, Another Way“ erzählt Michael, dass die Band gerade erst aus den USA zurück ist und dort eine Clubtour gespielt hat und er sich erst wieder an so viele Zuschauer gewöhnen müsse. Als der Name Johnny Cash fällt, wissen alle was die Uhr geschlagen hat und natürlich gibt es nun „Sad Man’s Tongue“ auf die Ohren. Damit erreicht die Band auch die hinteren Reihen: Bis weit hinten wird der Refrain lautstark mitgebrüllt und die ersten Reihen vor der Bühne verwandeln sich in eine schwitzende und schreiende Menge.

Jetzt bewegt sich das Konzert eine ganze Zeit lang auf einem konstanten Level; mit viel Enthusiasmus feiern die Fans den Gig der Dänen. Ein Highlight erlebt der Auftritt als bei „7 Shots“ auf einmal Mille von Kreator mit auf der Bühne steht. Mitten im Song steht er auf einmal da und singt mit. Doch auch an einer dritten Gitarre hat sich ein Gast eingefunden, denn diesen Titel spielt Mercyful Fate-Klampfer Michael Denner mit. Allerdings gehen die Gastmusiker ziemlich unter, denn mehr als ein Gimmick sind die beiden Künstler leider nicht – da hätte man deutlich mehr herausholen können.

Mit „Heaven Nor Hell“ driftet das Konzert wieder etwas ab. Die Nummer mit den langgezogenen Passagen nimmt dem Auftritt viel Dynamik, bei „16 Dollars“ sieht die Sache aber schon wieder anders aus. Der Titel geht gut ab und nun sind auch die Fans weiter hinten wieder in Bewegung. Auch hier steht ein Gast mit auf der Bühne, bei dem es sich um einen blonden Hünen handelt, der den Kontrabass zu den Takten der Nummer malträtiert.

Einen der größten Hits der Gruppe gibt es im Anschluss mit „Radio Girl“. Jetzt gibt es für sehr viele Zuschauer kein Halten mehr und die Zahl der Crowdsurfer schwillt enorm an. Die Überraschungen sind aber noch nicht alle verschossen. Barney von Napalm Death erscheint mit auf der Bühne und schreit den Text zu „Evelyn“ ins Mikro. Es ist höchstwahrscheinlich, dass er damit den einen oder anderen Volbeat-Fan ganz schön vor den Kopf stößt.

Nun startet das letzte Viertel des Auftritts und Volbeat halten ein konstant hohes Niveau. Mit „Still Counting“ liefert die Band eine gelungene Mitsingnummer, die sehr gerne angenommen wird. Damit ist auch der Zenit des Konzertes erreicht. Als Outro gibt es noch Slayers „Raining Blood“ und so schnell wie die Band auf der Bühne war, ist sie auch schon wieder weg. Dabei hinterlassen Volbeat tausende zufriedene Fans, aber auch einige, die sich mehr erwartet hätten.

Setlist:

1. The Human Instrument
2. Guitar Gangsters & Cadillac Blood
3. Another Day, Another Way
4. Sad Man's Tongue
5. A Moment Forever / Hallelujah Goat
6. Mary Ann's Place
7. Who They Are
8. Fallen
9. 7 Shots
10. Heaven Nor Hell
11. 16 Dollars
12. Radio Girl
13. Sweet Unicorns
14. Evelyn
15. The Mirror And The Ripper
16. A Warrior's Call
17. I Only Want To Be With You
18. Pool of Booze, Booze, Booza
19. Still Counting

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