Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Das 23. Wacken Open Air steht schon von Anfang an unter keinem guten Stern. Wer die Videos vom vorangehenden Wochenende gesehen hat, liebäugelt eher mit Neoprenanzügen anstatt mit feiertauglichem Camping-Equipment. 50 Liter in der Stunde pro Quadratmeter hat es vom Himmel regnen lassen, was dem Festivalgelände eher das Aussehen eines Swimmingpools verleiht. Not macht  erfinderisch. Nachdem man seit 2007 erkannt hat, dass ein Helikopter keine Wiese trocken föhnen kann, bedient man sich dieses Jahr an Pumpen, um den heiligen Grund des Heavy Metals wieder trocken zu legen. Die Veranstalter erbeten auch, erst am Dienstag anzureisen, aber dem kommen leider nicht alle nach. Pünktlich am Montag steht schon eine Reihe von Feierwütigen in den Startlöchern, um die Campingarea zu erobern.

Auch der Montag zeigt sich recht durchwachsen. Neben Regen kommt auch kurzzeitig ein Hagelschauer auf, der sich aber bald wieder in flüssiges Nass verwandelt. Nachdem die Hartnäckigkeit der Fans nun endlich Oberhand gewonnen hat, eröffnet man das Areal I, um die Kraftfahrzeuge von der Straße zu bekommen. Natürlich ist das Objekt der Begierde der Frühanreisenden die Fläche C und dahin machen sich einige Metalheads auch zu Fuß auf. Für Alteingesessene ist dieses Gebiet das Nonplusultra, doch zeigt sich diese Fläche schon extrem geschmälert, denn vor ihnen tut sich ein mit acht Masten bestücktes Zelt auf, das seit heuer die W.E.T.- und die Headbangers-Stage beherbergt. Die Security zeigt sich von diesen Eindringlingen eher unberührt und verscheucht diese immer wieder. Als manche allerdings zum dritten Mal ihr Lager aufschlagen, kann man sich doch endlich hauslich einrichten.

Leider haben dieses Jahr auch alte Hasen einige Schwierigkeiten, sich mit den neuen Wegen zu den großen Bühnen anzufreunden. Die bis jetzt eingebrannten Trampelpfade werden nun von dem Zeltmonstrum versperrt und es ist nun schon ein kleiner Umweg notwendig, der aber durchaus zu verkraften ist. Die W.E.T-Stage außerhalb des Infields zu verlegen, ist durchaus eine sehr gute Idee. Die bombastische Größe kann nicht nur mehr Fans vor die Bühne einladen, was ja in der Vergangenheit oftmals ein Problem war, sondern auch den nervigen Soundüberschneidungungen wird somit vorgebeugt. Der fliegende Wechsel zwischen W.E.T- und Headbangers-Stage, den man zuvor nur auf den großen Bühnen kannte, ist auch eine sehr gute Lösung und offenbart ein ziemlich kurzweiliges, aber strammes Programm.

Allerdings scheint mit dem stetigen Wachstum des Wacken Open Airs kein Ende in Sicht zu sein. Jedes Jahr gibt es irgendetwas Neues, irgendwelche Veränderungen, neue Attraktionen – neue Verschlimmbesserungen, wie böse Zungen nicht zu Unrecht behaupten. Das Endresultat mündet darin, dass es trotz dieser jahrelangen Erfahrung immer wieder zu organisatorischen Schwierigkeiten kommt, die allerdings jedes Jahr woanders zu liegen scheinen. Besonders schlimm und auch extrem nervtötend ist, dass die Ordnungsmannschaft ihre Meinungen und Vorgaben ständig ändert und es entsteht der Eindruck, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Immer wieder werden Regelungen umgeschmissen und dann wieder rückgängig gemacht, was für reichlich Verwirrung sorgt. Besonders den Presseleuten wird vor allem am großen Zelt häufig ans Bein gepinkelt. Auch wenn man höflich nachhakt, um die entstanden Fragezeichen aus dem Gesicht zu entfernen, erhält man nicht selten eine pampige Antwort. Eine einheitliche Linie wäre hier wünschenswert, es kann nicht sein, dass das Sicherheitspersonal selbst nicht weiß, was Sache ist. Dies würde auch die Reizkapazität aller Beteiligten schonen.

Ferner ist nicht nachvollziehbar, warum genau wie schon im letzten Jahr die Buchstabenkennzeichnung, auf welchem Campingplatz man sich befindet, ziemlich spärlich ausfällt. Ständig wird man von verirrten Besuchern angesprochen, wie man da und dort hinkommt bzw. auf welchem Areal man sich überhaupt momentan aufhält, weil sich niemand genau sicher sein kann – unnötig!

Nichtsdestotrotz kann man mit viel Sonne, manchen wahrscheinlich zu viel Sonne, in den Festivalmittwoch starten, der im Zelt beginnt. Positiv hervorgehoben werden muss diesmal der Sound, der meistens wirklich überraschend differenziert aus den Anlagen tönt und im Zelt sogar teilweise deutlich lauter donnert als auf den Mainstages. Natürlich ist dies bei Open-Air-Events wegen des Windes immer auch positionsabhängig und wird deshalb auch unterschiedlich wahrgenommen, aber gerade auf Festivals dieser Größenordnung hat man alles in allem definitiv schon weitaus Schlechteres auf die Lauschlappen bekommen. Dennoch: Insgesamt hat man auf diesem Festival zwar immer noch viel Spaß (wem das ganze Brimborium à la Schlammcatchen, Comedyshow oder was auch immer auf den Keks geht, der muss zu solchen Zusatz-Veranstaltungen ja nicht hingehen), aber leider gibt es eben doch jedes Jahr auch immer organisatorische Mängel, die sauer aufstoßen, vermeidbar wären und unnötige Diskussionen ersparen würden. Wäre von Anfang an eine klare Linie zu erkennen, gäbe es sicherlich weniger Probleme. An sich kommen wir aber auch nächstes Jahr gerne wieder.

Seite 2: Epsilon
Seite 3: Opifex
Seite 4: Frantic Amber
Seite 5: Disquiet
Seite 6: Corpse Garden
Seite 7: Dead By April
Seite 8: U.D.O.
Seite 9: Saxon
Seite 10: Volbeat
Seite 11: Circle II Circle
Seite 12: Mono Inc.
Seite 13: Endstille
Seite 14: Warbringer
Seite 15: The Black Dahlia Murder
Seite 16: Broilers
Seite 17: Overkill
Seite 18: Graveyard
Seite 19: Decapitated
Seite 20: Opeth
Seite 21: Hammerfall
Seite 22: Dimmu Borgir
Seite 23: Russkaja
Seite 24: In Flames
Seite 25: In Extremo
Seite 26: Gamma Ray
Seite 27: Paradise Lost
Seite 28: Six Feet Under
Seite 29: Testament
Seite 30: Dark Funeral
Seite 31: Cradle Of Filth
Seite 32: Amon Amarth
Seite 33: Scorpions
Seite 34: Watain
Seite 35: Edguy

Seite
comments powered by Disqus

Sag zum Abschied mal so richtig laut Servus

Vor Freunden spielen ist doch auch ganz nett...

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei