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Wacken Open Air 2010

Top-Acts sorgten für grandiose Stimmung und auch das Wetter spielte diesmal insgesamt mit

Gaben alles: Angela Gossow und Arch Enemy <div align="right">Foto: Dirk Illing</div>

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Endstille

Jetzt darf man sich auf eine Stunde pure Vernichtung freuen. Endstille haben dazu geladen, das Wacken Open Air in Schutt und Asche zu legen. Die Kieler traten hier bekanntermaßen bereits im letzten Jahr auf und hatten mehr oder weniger unmittelbar vor ihrem Auftritt ihren Frontmann Iblis gefeuert, weswegen kurzfristig Koldbranns Mannevond eingesprungen war, der seine Sache passabel erledigte. Mittlerweile steht nun Zingultus hinter dem Mikro, am bekanntesten sicherlich für sein Engagement bei der ehemaligen Black Metal-Band Nagelfar. Für viele mag Iblis’ heiseres, unglaublich fieses Gekreische das Nonplusultra und damit unerreichbar bleiben, nichtsdestotrotz gibt Zingultus eine sehr gute Figur ab und kommt Endstilles Ex-Frontmann zumindest ziemlich nahe. Während auf der Bühne links und rechts blutige, mit Stacheldraht umwickelte Balken postiert wurden, ballert die Band gnadenlos ihre Zerstörungsorgien in die Menge. Man bietet eine amtliche Setlist, bei der unter anderem „Endstilles Reich“, „Conquest Is Atheism“, „Bastard“, „Dominanz“, „Unburied In The Sun“ (mit Gastsänger Björn von Kilt) und „Frühlingserwachen“ zum Zug kommen.

Bei letzterem wird mit Lugubrem von der mexikanischen Band Mordskog ein weiterer Gastsänger auf die Bühne geholt, der sich als besonders eklige Überraschung mit einem Dolch in die Zunge schneidet. Das erinnert fast schon ein wenig an die berühmt-berüchtigten Shining, und ob solche Art Masochismus unbedingt nötig ist, nur um besonders tough zu wirken oder weswegen auch immer, sei dahingestellt. Fakt ist allerdings, dass Endstille eine bessere Show als im Vorjahr abliefern, auch weil der Sound um einiges differenzierter aus den Boxen tönt, und mit „When Kathaaria Falls“ bekommt die hungrige Meute außerdem einen kleinen Vorgeschmack auf das im Dezember erscheinende neue Album „Infektion 1813“. Man kann nicht viel mehr verlangen, außer dass eine Band wie Endstille lieber spätabends oder nachts spielen sollte – aber das Thema wurde schon im letzten Jahr erörtert...

Setlist:

Feindfahrt
Endstilles Reich
... Of Disorder
Depressive/Abstract/Banished/Despised
Conquest Is Atheism
Unburied In The Sun
Bastard
When Kathaaria Falls
Biblist Burner
Dominanz
Frühlingserwachen

Kamelot

Nachdem Endstille die Black Stage in ihre Einzelteile zerlegt haben, heißt es erst einmal durchschnaufen, denn der Kontrast, der nun folgt, könnte größer kaum sein. Kamelot spielen bekanntermaßen melodischen Power Metal mit starken Klassikbezügen, sind also meilenweit von Black Metal entfernt, und standen im übrigen bereits vor zwei Jahren beim W:O:A auf der Bühne.

Roy Khan hat sich mittlerweile zu einem wirklich starken Frontmann entwickelt und auch heute gibt es – im Gegensatz zu seiner weiblichen Gesangspartnerin, die leider durch einige schiefe Töne auffällt, sowie durch eine alberne Maske, die sie später abnimmt – an seiner Performance nicht viel auszusetzen, wie es allerdings an der gesamten Band nichts zu meckern gibt. Souverän singt sich Khan durch den Set, der wenig überraschend lediglich aus Songs der letzten vier Alben besteht (insbesondere „Ghost Opera“ und „The Black Halo“ stehen im Vordergrund), das vorherige Material wird nicht berücksichtigt. Doch steht es natürlich außer Frage, dass Stücke wie „Ghost Opera“, „Center of The Universe“, „The Humain Stain“ oder das finale „March Of Mephisto“ eine Klasse für sich sind. Noch in diesem Jahr soll außerdem das neue Album „Poetry For The Poisoned“ erscheinen, von dem es mit „The Great Pandemonium“ gleich auch noch eine Kostprobe zu hören gibt.

Die Stimmung ist ausgezeichnet, Fäuste und Pommesgabeln sind in die Luft gereckt und Roy Khan hat sein Publikum voll im Griff. Wenn er bei „Forever“ alle auffordert, seinen Mitsingspielchen zu folgen, sind hunderte Kehlen bereitwillig dabei. Das Sahnehäubchen dieses, auch Sound-mäßig tadellosen Auftritts sind die immer wieder aufflammenden Pyros, die lediglich unterstreichen, dass diese Band inzwischen wirklich groß geworden ist.

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