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Wacken Open Air 2010

Top-Acts sorgten für grandiose Stimmung und auch das Wetter spielte diesmal insgesamt mit

The Bosshoss <div align="right">Foto: Dirk Illing</div>

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Freitag, 6. August 2010

Amorphis

Was nun folgt, ist einer der Frevel des diesjährigen Wacken Open Air. Amorphis morgens um 11:45 zum Frühstück. Der Platz in der Running Order ist in der Tat ungünstig gewählt, denn immerhin haben Amorphis einiges zu bieten und zeigen das direkt mit „Silver Bride“ von ihrem aktuellen Album „Skyforger“. Mit diesem Song lassen die sechs Finnen keinen Zweifel aufkommen, dass sie auf der True Stage angekommen sind und geben sich sichtlich Mühe, die Menge wach zu rütteln. Auch mit „Cast Away“ und einem tiefen, einsteigenden Growl wird kein Hehl um die starke Präsenz von Amorphis gemacht. Doch der Menge steckt viel zu oft die Müdigkeit und der Alkohol in den Knochen, wodurch die Resonanz der Fans bei weitem nicht das Level erreicht, welches sich die Band verdient hätten. Zwar wirken die Finnen selber nicht vollständig auf der Höhe, aber dennoch ist es ein Augenschmaus, auf die Bühne hinauf zu blicken und die Band dabei zu beobachten, wie sie ihren melodischen, progressiven Death Metal durch die Boxen klotzt. Dabei sorgen nicht zuletzt der Anblick von der beeindruckenden Persönlichkeit Tomi Joutsens und seine immer wieder eingeschobenen, düsteren Growls für lautes Jubelgeschrei von den Fans.

Insgesamt könnte die Musik jedoch ruhig ein paar Dezibel mehr vertragen, was jedoch nicht nur bei Amorphis vor der Bühne ein Problem zu sein scheint. Die Fans nehmen es wie es kommt, sonst würden sie nicht bereits zu solch früher Stunde wackelig auf ihren Füßen vor der Bühne stehen. Ihre Energie wird vor allem mit dem grandiosen „The Smoke“ und dem lautstark empfangenen „House Of Sleep“ belohnt und zeitgleich enorm angespornt. So werden Fans und Band zunehmend munterer und alle sind mit Sicherheit froh, sich das Spektakel nicht entgehen gelassen zu haben.

Setlist:

Silver Bride
Sky Is Mine
Towards And Against
The Castaway
Alone
Against Widows
From The Heaven Of My Heart
The Smoke
House Of Sleep
Black Winter Day
My Kantele

Orphaned Land

Orphaned Land haben ihren Bekanntheitsgrad in Europa in der letzten Zeit mächtig erhöhen können – wozu natürlich ausgiebiges Touren seinen Beitrag geleistet hat. Auch in diesem Jahr treten die Israelis gleich auf mehreren Festivals auf, das Rock Hard Festival hat man bereits hinter sich gebracht, nun ist das W:O:A dran, und auch das Summer Breeze steht noch auf dem Plan.

Zahlreiche israelische Fahnen, die im Publikum geschwenkt werden, kündigen bei ordentlicher Hitze den Auftritt der Truppe um Kobi Farhi an, deren Mitglieder im Gegensatz zum Auftritt beim Rock Hard Festival diesmal in einfaches Schwarz gekleidet und nicht in traditionelle hebräische beziehungsweise islamische Kleidung gehüllt sind – bis auf den  Frontmann selbst, der erneut als Jesus-Christus-Imitat durchgeht, obwohl er wie schon in Gelsenkirchen erklärt, „no, I am not Jesus Christ“.

Die Musik der Combo ist gerade auf dem letzten Album „The Never Ending Way Of ORwarriOR“ alles andere als leicht zugänglich zu nennen, viele Rhythmuswechsel prägen das Bild, doch die Zuschauer hält das nicht vom Feiern ab, bereitwillig springen sie, wenn Kobi sie dazu auffordert, und bereitwillig singen sie, wenn er dies von ihnen verlangt.
Orphaned Land geben eine sehr souveräne Figur auf der Bühne ab, ohne dass man davon sprechen müsste, alles wäre nur Routine. Der Sound ist recht klar und transparent, wenngleich wirklich sehr laut, aber darüber darf man sich natürlich nicht wundern, wenn man sich mehr oder minder direkt vor einem der hinteren Boxentürme platziert. Ein Typ in meiner Nähe schimpft darüber, die Band sei scheiße und solle sich verpissen, doch muss man sich da eher die Frage stellen, warum er sich nicht selbst trollt, wenn’s ihm nicht gefällt. Leute gibt’s...

Objektiv betrachtet machen die Israelis alles richtig, die Performance ist tight, die Fans erfreuen sich an Songs wie „Sapari“, „Ocean Land“ oder „Norra El Norra“ und mit der Bauchtänzerin, die sich zwischendurch graziös über die Bühne bewegt, ist außerdem noch für das optische Wohl gesorgt.  

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