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Wacken Open Air 2010

Top-Acts sorgten für grandiose Stimmung und auch das Wetter spielte diesmal insgesamt mit

Ghost Brigade <div align="right">Foto: Fichte</div>

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Donnerstag, 5. August 2010

Alice Cooper

Ob man es glaubt oder nicht: Alice Cooper spielt 2010 zum allerersten Mal beim Wacken Open Air – aufgrunddessen und natürlich der Tatsache, dass es sich bei Alice um eine Legende handelt, die zahlreiche Musiker sowohl was die Musik als auch die Bühnenshow angeht, beeinflusste, ist es rappelvoll vor der True Metal Stage. Der ursprünglich den Namen Vincent Damon Furnier tragende Altrocker ist schließlich auch nicht mehr ganz taufrisch, von daher weiß man ja nie, wie oft man noch die Gelegenheit bekommen wird, ihn live zu sehen – irgendwann hat er vielleicht auch keinen Bock mehr auf den Rock’n’Roll-Zirkus.

Für das lechzende Wacken-Publikum bietet er heute aber selbstredend das volle Programm mit allem Drum und Dran. Er stirbt mehrere Tode durch Erhängen oder Köpfen und wird in eine Art Eiserne Jungfrau gepfercht (an dieser Stelle übernimmt dann Bassist Chuck Garrick die Lead Vocals, welche denen des Meisters erstaunlich ähnlich sind), bei „Billion Dollar Babies“ schlägt er mit einem Schwert einer Babypuppe den Kopf ab, ständig laufen blutbesudelte Frauen über die Bühne und sogar ein riesiger Zyklop wankt schließlich noch über die Bretter.

Heutzutage findet man so etwas einfach nur unterhaltsam und komisch, sodass man sich kaum vorstellen kann, dass dieses kunstblutige Vergnügen damals für Skandale und Kontroversen sorgte. Doch egal, wie man dazu steht: Alles, was so genannte Schockrocker wie Marilyn Manson heute fabrizieren, ist dank Alice alles schon mal dagewesen – er ist und bleibt der Erste und damit der King, auch wenn er inzwischen als wiedergeborener Christ ein eher lammfrommes Dasein pflegt. Und stimmlich ist Mr. Cooper immer noch auf der Höhe. Beim Opener „School’s Out“, seinem wohl bekanntesten Hit, kriegt man davon allerdings leider noch nichts mit, da der Gesang überhaupt nicht zu hören ist, was gleich zu dem Gedanken „Na, das kann ja heiter werden!“ führt, doch zum Glück kriegen die Tontechniker dieses Problem beim zweiten Stück in den Griff. Hierbei handelt es sich um „No More Mr. Nice Guy“, einem weiteren ganz alten Hit des Amerikaners. Offenbar hat er sich vorgenommen, zu Beginn erst mal die ganz ollen Klamotten in die Menge zu feuern, denn auch „I’m Eighteen“ vom 1971er Album „Love It To Death“ hat bereits einige Jährchen auf dem Buckel. Schon witzig, wenn ein 60-Jähriger auf der Bühne darüber singt, dass endlich die Schule aus ist, oder dass er das achtzehnte Lebensjahr erreicht hat.

Die Stimmung ist hervorragend, manchmal ein bisschen „zu gut“, denn die zahllosen Crowdsurfer nerven nach einiger Zeit ganz gewaltig, da man sich kaum noch auf die Songs konzentrieren kann – und bei der Hitdichte ist das ein wenig bedauerlich. In den 90 Minuten zeigt sich deutlich, dass Alice nicht nur wegen seiner Show, sondern auch wegen seiner Musik so berühmt wurde. Die wunderschöne Ballade „Only Women Bleed“ darf dabei ebenso wenig fehlen wie „Poison“, „Billion Dollar Babies“, „Killer“, „I Love The Dead“, „Feed My Frankenstein“, „Under My Wheels“ oder „Elected“. Dass die Band des Detroiters ebenfalls eine exzellente Figur abgibt, dürfte sich von selbst verstehen; beim „Black Widow Jam“ zeigen insbesondere die beiden Gitarristen und Drummer Jimmy DeGrasso in Form von spektakulären, spielfreudigen Soli, was sie auf dem Kasten haben.
Warum Alice dann zum Schluss „School’s Out“ ein zweites Mal zum Besten gibt, bleibt allerdings rätselhaft. Vielleicht deswegen, weil man den Gesang beim ersten Versuch nicht gehört hat? – Sei’s drum, das Konzert war so oder so großartig und niemand dürfte danach einen Grund haben, sich zu beschweren.

Setlist:

School’s Out
No More Mr. Nice Guy
I’m Eighteen
Wicked Young Man
Ballad Of Dwight Fry
Go To Hell
Guilty
Cold Ethyl
Poison
From The Inside
Nurse Rozetta
Be My Lover
Only Women Bleed
I Never Cry
Black Widow Jam
Vengeance Is Mine
Dirty Diamonds
Billion Dollar Babies
Killer
I Love The Dead
Feed My Frankenstein
Under My Wheels
--------------------------------
Elected
School’s Out

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