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Wacken Open Air 2010

Top-Acts sorgten für grandiose Stimmung und auch das Wetter spielte diesmal insgesamt mit

Das Publikum ging mal wieder ordentlich ab <div align="right">Foto: Rolf Klatt</div>

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Unleashed

Es ist noch einigermaßen früh an diesem letzten Tag des Wacken Open Air 2010, und der Platz vor der Black Stage füllt sich nur sehr langsam. Schade eigentlich, wo doch die schwedischen Urgesteine des Death Metal Unleashed angekündigt sind. Die Fans jedoch, die sich blicken lassen, sind dafür um so enthusiastischer und haben, der beliebten Thematik der Schweden bewusst, ihre Wikinger-Gimmicks gleich mitgebracht.

Ohne viel Drumherum, nur von einem kurzem Intro-Sample begleitet, betritt die alteingesessene Band die Bühne und knallt der Menge mit „Winterland“ und „Shadows In The Deep“ gleich mal zwei Publikumslieblinge vor den Latz. Bei dem darauf folgenden „Hammer Battalion“ fordern die Schweden dann aktive Unterstützung der Fans, die diese natürlich durch lautstarkes Mitgrölen gerne einbringen. Das selbe Spiel findet dann bei dem deutschen Refrain des Songs „Wir kapitulieren niemals“ vom aktuellem Album „As Yggdrasil Trembles“ seinen Höhepunkt, wofür sich die Recken von Unleashed mit einem erstklassigen Auftritt bedanken. Der Sound der Black Stage lässt keine Wünsche offen und die vier Schweden wirken trotz aller Routine spielfreudig wie immer. Mit wenigen, aber eindrucksvollen Worten widmet dann Frontmann Johnny Hedlund dem kürzlich verstorbenen Ronnie James Dio den Song „Into Glory Ride“ und alle Metalheads sind für einen Moment andächtig, bevor die Band mit den letzten Songs noch einmal richtig durchstartet. Denn die absoluten Klassiker haben sie sich natürlich bis zum Schluss aufbewahrt, doch als dann schließlich „The Longships Are Coming“ und zu guter Letzt „Death Metal Victory“ aus den Boxen der Black Stage schallen, gibt es keinen mehr, der nicht mit voller Kehle dabei ist. Abschließend gibt Johnny nochmal zum Besten, dass er lieber noch mehr gespielt hätte, aber aufgrund seines kaputten Rückens nicht dazu fähig ist, und scheint ganz schön angefressen deswegen. Doch die Fans waren auch so mit der Stunde Death Metal der Wikinger mehr als zufrieden.

Cannibal Corpse

Es ist bereits Abend am letzten, offiziellen Tag des Wacken Open Air 2010, aber die Stimmung hat noch kein bisschen nachgelassen. Im Gegenteil, der Platz vor der schwarzen Bühne ist gerammelt voll mit Metalheads, die gespannt auf jedermanns Lieblings-Death-Metal-Band Cannibal Corpse warten. Die Messlatte liegt hoch, denn als die Amerikaner anno 2007 das letzte Mal Wacken gerockt haben, gab es eine absolute Hammershow.

Die Jungs aus Buffalo betreten ohne viel Aufsehens die Bühne und legen ohne Vorwarnung mit „Scalding Hail“, „Unleashing The Bloodthirsty“ und „Savage Butchery“ los, wobei die Menge ohne großen Aufwand sofort zum Toben gebracht wird. Die fünf Kannibalen haben einfach eine einzigartige Bühnenpräsenz, allen voran natürlich der Archetyp eines Todmetall-Grunzers, George „Corpsegrinder“ Fisher, dessen Ansagen alle Fans bereits auswendig beherrschen und begeistert mitkreischen. Zum Klang braucht man nicht viel zu sagen, außer dass alles passt und die Stimme des Schleifers einem Gänsehaut beschert. Die in den letzten Jahren viel kritisierten Klangprobleme der Black Stage scheinen demnach wohl endlich Geschichte zu sein. Ideale Voraussetzungen also für Cannibal Corpse, die eine Setlist durchknüppeln, wie sie besser nicht sein könnte. Wenn man Songs hervorheben kann, dann wohl am ehesten das stampfende „Sentenced To Burn“, den Klassiker „I Will Kill You“ und das brutale „Make Them Suffer“. Auch die neuen Songs von der „Evisceration Plague“-Scheibe, wie der groovige Titeltrack und das von Corpsegrinder liebevoll dem weiblichen Geschlecht gewidmete „Priests Of Sodom“, erfreuen sich beim Publikum größter Beliebtheit. Trotz aller Härte verliert dann aber auch ein George Fisher ein paar Worte über Ronnie James Dio, in dessen Gedenken vermutlich viel angestoßen und getrauert wurde beim diesjährigem W:O:A. Am Ende des Sets angekommen gibt es nach dem obligatorischem „Hammer Smashed Face“ noch eine Zugabe in Form von „Stripped, Raped and Strangled“, bei dem es noch einmal richtig zur Sache geht. Die nüchternen Aufforderungen, doch bitte das Moshen und Circlen einzustellen, fanden sowieso keine Beachtung.

Nach getaner Arbeit bedanken sich die Knüppelmeister noch einmal bei der begeisterten Masse und die freut sich schon auf den nächsten Besuch der Kannibalen, denn live zu Höchstleistungen aufzudrehen, versteht sich bei den Amis schon von selbst.

Setlist:

Scalding Hail
Unleashing The Bloodthirsty
Savage Butchery
Sentenced To Burn
The Wretched Spawn
I Will Kill You
I Cum Blood
Evisceration Plague
The Time To Kill Is Now
Death Walking Terror
Make Them Suffer
Priests Of Sodom
Staring Through The Eyes Of The Dead
Hammer Smashed Face
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Stripped, Raped And Strangled

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