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Wacken Open Air 2010

Top-Acts sorgten für grandiose Stimmung und auch das Wetter spielte diesmal insgesamt mit

Alice Cooper bot die komplette Show <div align="right">Foto: Dirk Illing</div>

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Mittwoch, 4. August 2010

Es ist keine Neuheit, dass sich am Anreisetag zum Wacken Open Air eine Blechlawine den Weg durch das ruhige Örtchen bahnt, um sein Ziel, die weitläufigen Campingacker, zu erreichen. Um diesem, stets länger werdenden, hupenden und grölenden Blechschwanz zu entkommen, begeben sich einige Metalheads bereits zu nächtlicher Stunde auf den Weg gen Norden. Je näher man dem langersehnten Ziel kommt, desto mehr Autokorsos sind auf der Autobahn anzutreffen. Alle sind durch W:O:A-Aufkleber kenntlich gemacht. Diese sind teils aufwendig gestaltet, teils einfach nur grobmotorisch mit Klebestreifen zusammen gefrickelt oder ganz simpel am Merchandising  gekauft.

Nach und nach beginnt es zu dämmern und die Sonne geht auf. Mit der passenden Musik im Hintergrund und an den Wacken-Autos vorbeirauschend, bekommt das von Nebel umschleierte Morgengrauen eine ganz besondere Atmosphäre, welche die Spannung auf die Spitze treibt. Kurz vor der Ausfahrt weisen rot leuchtende LED-Bildschirme den Weg zur richtigen Abfahrt und führen direkt zu einem Meer aus Schildern, das möglichst alle Besucher so schnell wie möglich zum richtigen Ort leiten soll. Verschlafene Kühe und weite Felder begrüßen die Ankömmlinge, auf die zunächst ein verschlafenes Wacken wartet. Wie im Dornröschenschlaf erblickt man lediglich den ein oder anderen schwarz gekleideten und langhaarigen Jäger, der auf dem Weg zum hiesigen Bäcker ist, um sein Frühstück zu erlegen. – Das ist dann wohl die berühmt berüchtigte Ruhe vor dem Sturm.

Heute ist es noch vergleichsweise leer. Alle, die den Info-Container anstreben, haben guten Zugang und müssen nicht lange auf ihr blaues Festivalbändchen und das Full Metal Bag warten. Zudem bleibt ausreichend Gelegenheit, sich auf dem Festivalgelände umzuschauen und über den Mittelaltermarkt zu schlendern, der einiges für das Auge und das leibliche Wohl bietet. Doch die Ruhe ist den meisten Metallern nicht behaglich und sie lechzen förmlich nach lauter Musik und geballter Action.

Fiddler's Green

Und diese geballte Ladung an überschüssiger Energie bekommen vollkommen ungefiltert Fiddler’s Green zu spüren. Nachdem ein Widder das Intro durch das Pappmaché-Megafon gebrüllt hat, und sich die sechs Musiker aufgestellt haben, geht es mit einer prall gefüllten Ladung an guter Laune und „Live Full Of Pain“ los. Unverzüglich werden die Fans in der ersten Reihe von den riesigen Massen hinter sich gegen den Wellenbrecher gedrückt, während die hinteren Reihen fröhlich hüpfen und feiern. Songs wie „Sporting Day“ und „Irish Air“ bieten dafür auch mehr als ausreichend Gelegenheit. Für wen dabei der Spaß größer ist, bleibt Spekulation, denn auch die Band steht mit breitem Grinsen und Funkeln in den Augen auf der kleinen Wackinger Stage und gibt irisches Vollgas. Fiddler’s Green kommen dabei offenbar noch viel besser an, als von irgendjemanden erwartet. Nachdem sich der ein oder andere Crowd Surfer auf den langen Weg Richtung Bühnengraben gemacht hat, regnet es urplötzlich Menschen und die Securitys sind leider maßlos überfordert mit der geballten Resonanz der Fans. Einfach nur zum irischen Speedfolk von Fiddler’s Green zu hüpfen und zu tanzen reicht nun einmal nicht aus. Schließlich befinden wir uns hier in Wacken. Da geht es halt etwas wilder zu. Die Band scheint hier und da etwas überwältigt von der grandiosen Party zu ihren Füßen zu sein und legt mit „All These Feelings“ und „Folks Not Dead“ kräftig nach.

Bei diesen fröhlichen Melodien, die von Violine und Akkordeon eindrucksvoll begleitet werden, stört auch die Tatsache nicht, dass Petrus seine Pforten öffnet und es sich nach und nach immer mehr einregnet. Und dann folgt auch schon das, was folgen musste: „Rocky Road To Dublin“ und mit diesem Titel die einmalige Wall Of Folk. Eine kurze Erklärung bezüglich der Gebrauchsanweisung, ist sicherlich angebracht. Das Prinzip ist einfach, denn eigentlich handelt es sich um eine Wall Of Death, mit dem Unterschied, dass die Seiten im Takt hüpfend gewechselt werden und man möglichst nicht in einem großen Haufen Menschen-Gulasch endet, der in der Mitte ungebremst aufeinander prallt. Das Ganze ist ein wunderbares Schauspiel und bereichert das Herz schon beim Zusehen, auch wenn in diesem Fall der Platz nicht wirklich gegeben ist und der Alkohol, gepaart mit geladener Festivallaune, nicht unbedingt zum sachten Umgang miteinander antreibt. Trotz des eher groben Umgangs miteinander verfehlt „Rocky Road To Dublin“ sein Ziel nicht und die Stimmung steigt weiter.

Als die sechs frohen Gemüter die Bühne verlassen, ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass großer Protest durch Zugabe-Rufe herrscht und sehr bald die Band wieder auf den nassen Brettern steht. Diese performt zum Abschluss „ Girls Along The Road“ und konnte sicherlich nicht nur damit für viele zufriedene Menschlein und glückliche Fans sorgen. Ein gelungener Einstieg in das 21. Wacken Open Air.

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