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Voodoo Six: Songs To Invade Countries To

Immer wieder nette Hooklines in radiokompatibler Aufmachung
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Vorurteile sind einfach ätzend – man weiß es und fällt doch immer mal drauf rein. So auch bei den Briten Voodoo Six, wo man allein schon wegen der Inselzugehörigkeit schnell dazu neigt, abzuwinken und ganz wichtig einen auf „von da kommt eh kaum was gescheites“ zu machen. Schon seit mehreren Wochen, gar Monaten liegt nun die CD hier auf dem Schreibtisch bei den zu verarbeitenden CDs, und jeder noch so nichtige Grund wurde vorgeschoben, warum denn ausgerechnet „Songs To Invade Countries To“ nicht in den Player wandert. Aber der eigentlich wichtigste Grund dafür war einst die Aussage, dass sie einfach nur wie ganz schlechte Nickelback klingen würden – das klingt dann ja wie eine musikalisch Blutgrätsche, wie schon das Aus vor dem Aus, wie die vertonte Anklage von Rohstoffverschwendung.

Aber irgendwann nützt dann alles nichts, der Cheffe macht Druck, warum denn da nichts passiert, wie geht das denn an? Und dann, zack, die CD wurschtelt sich zwischen die Fingerspitzen, der schwere Gang zum Player wird zum Kraftakt, die Playtaste verweigert leider nicht ihre Funktion und dann das: Gar nicht so schlecht, was die Briten da an amerikanisierter Mucke abliefern. Nicht immer der wahnsinnig absolute Brüller, häufig aber mit ein paar netten Hooklines, zwar immer irgendwo mit starken Hang dazu, bloß auch radiokompatibel zu sein, was aber ja ebenfalls schnell zum Vorurteil verkommt.

So, alle Vorurteile über Bord schmeißen, ab sofort wird wieder die weltoffene Zugewandtheitsschreiberlingmiene aufgesetzt und das Songmaterial einer kritischen Beleuchtung unterzogen. Und siehe da, es bohren sich tatsächlich einige nette Ohrwürmer in des Rezensenten ohrenschmalzgeplagten Gehörgang: „Sink Or Swim“ gehört zum Beispiel dazu. Ein netter, leicht träge drückender Song, der zwar nicht besonders spektakulär dahertönt, aber trotzdem einfach Spaß macht. Oder da wäre das stark groovende „Stop“ mit dem dominanten Basslauf und dem latenten, leicht funky Feeling, welches sich dann auch ein bisschen in „Brick Wall" wieder findet – hier wird auch ein wenig den mighty King’s X gehuldigt, ohne allerdings so abgedreht wie die Missouri-Rocker davonzupreschen. „Your Way“ dagegen atmet nicht gerade wenig Südstaatenflair und hört sich trotzdem stimmig an, auch wenn ein ganzer Ozean dazwischen liegt.

Und noch einmal: Nicht immer wirklich vom Sitz stoßend, aber immer wieder wird der Hörer mit netten Hooklines überrascht. Da gehört dann der Opener „Falling Knives“ mit der beschwingten Gitarrenarbeit, der zusammen mit der rauen Gesangsarbeit für einen ersten Ohrwurm der CD sorgt. „All That Matters“ erhebt sich da schon wieder viel doomiger, kann aber durch die sanfte Tempoverschärfung aufkommender Schwerfälligkeit entgegentreten – und wetten, dass sie mit dem Refrain einfach ins goldene Fass für mitsingkompatible Radiomucke gegriffen haben?

Voodoo Six sind also eindeutig besser als der Ruf vorher in des Rezenten Hütte gedrungen ist. Natürlich, einen Supportslot für Iron Maiden kann man schon als Qualitätsmerkmal heranziehen, muss man aber nicht. Viel interessanter wird es, wenn die Briten auf Tour in kleineren Clubs sind – mal sehen, wie sie sich da verkaufen. Bis dahin liegt dann aber „Songs To Invade Countries To“ definitiv häufiger im CD-Player, und wenn es nur für eine entspannte Autofahrt zum nächsten Konzert ist. Auch wenn nicht alles rockt, was da tönt, den Stempel „empfehlenswert“ darf man trotzdem ausdrücken.

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