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Volbeat, Clutch im Konzert (Dresden, November 2011)

Zwei Mal geballte Energie der Extraklasse

Bei Volbeat kommen die neuen Songs am besten an

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Dreizehn Tourtage, zehn Konzerte in zehn Städten und fünf verschiedenen Ländern: die bisherige Bilanz der Herbsttour von Volbeat kann sich sehen lassen. Einen Tag nach dem Gig in Wien ließ sich der ansehnliche Tourtross der Dänen in Dresden nieder und verwandelte die Messehalle in eine Rockarena. Die Wahl der Location machte bereits klar, dass Volbeat dem Geheimtipp-Status längst entwachsen sind und so mischt sich mittlerweile unter die Rockabillys, Metalheads auch ein großes Mainstream-Publikum.

Als Support wurden keine Geringeren als die amerikanischen Kult-Rocker Clutch verpflichtet.

Clutch

Bei 20 Jahren Bandbestehen, neun Studioalben, unzähligen Konzerten und regelmäßigen Touren sollte man davon ausgehen, dass Clutch auch hierzulande einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben sollten. In Wahrheit gelten sie aber immer noch völlig unverständlicherweise als eine Art unterschätzter Geheimtipp. Den Jungs wird nachgesagt, dass sie von Album zu Album ein Stück mehr Retro würden und angesichts der Tatsache, dass sie bei ihrem 2007 erschienen Pressling „From Beale Street to Oblivion“ komplett auf digitale Technik verzichtet haben, ist das sicher nicht ganz unbegründet.

All das interessiert an diesem Abend aber nicht, denn - dies sei voran gestellt - ein Großteil der Zuschauerschaft betritt hier musikalisches Neuland. Die ehemals bereichernde Hammond-Orgel ist mittlerweile wieder verbannt und so stehen zu Beginn des Songs „The Mob Goes Wild“ nur drei Musiker auf der Bühne. Pünktlich zu seinem Einsatz kommt Sänger Neil Fallon herausgeschossen und legt eine Performance hin, bei der so mancher 20jährige Hardcore-Protagonist tellergroße Augen gestaunt hätte: Neil tobt über die Bretter, jedes Wort wird mit Gestik und Mimik unterlegt, so dass er allein schon ein echtes Ereignis ist. In den großzügig ausgelegten Instrumentalteilen verlässt er allerdings zumeist die Bühne und überlässt diese ganz seinen Mitstreitern. Tim Sult an der Gitarre und Dan Maines am Bass haben zwar den Bewegungsradius eines Bierdeckels, stecken dafür aber sie all ihre Energie in die Fingerarbeit an ihren Saiteninstrumenten und was da heraussprudelt ist wirklich erstklassig. Hier hört man Musiker, die ihre Instrumente bestens bedienen können und bei denen auch mal ordentliche Bassläufe zu hören sind, welche bei anderen Bands oft genug in den Hintergrund treten. Auch die Gitarrensolos sind immer wieder eine Bereicherung: Bluesig, teils jazzig, zart durch die Luft taumelnd oder auch schwer drückend erzeugen sie ein grandioses Hörgefühl. Bei „Immortal“ trägt Schlagzeuger Jean-Paul Gaster seinen nicht unerheblichen Anteil zum Gelingen des Songs bei und Neil Fallon besticht hier nochmals mit seiner Stimme. Immer gekonnt zwischen klar gesungenen und schreienden Passagen wechselnd, verpasst er jedem Titel seinen eigenen Anstrich. Die Frage, warum ausgerechnet Clutch als Support engagiert wurden, ist angesichts der Leistung hinreichend beantwortet. Ob man der Band damit einen Riesengefallen getan hat, bleibt aber bei den eher verhaltenen Reaktionen des Publikums doch eher fraglich.

Beim letzten Stück „Electric Worry“ schlägt die Höflichkeit aber doch noch in Begeisterung um. Neil greift hier selbst zur Gitarre; es geht bluesig los und steuert langsam in rockigere Gefilde über. Die Drums spielen teils konträr zu den Saiteninstrumenten und diese Klanganarchie klingt einfach so sensationell, dass die Zuschauer nun auch ausgiebig mitklatschen. Clutch packen zum Abschluss noch mal ordentlich einen drauf und können in allen Belangen überzeugen. Alles, was vorher schon begeistern konnte, wird nochmals in die wenigen Minuten des letzten Songs gepresst. Soloeinlagen und ein A-Capella-Teil sorgen für ein so nachhaltiges Erlebnis, dass hoffentlich bei einigen Zuschauern Lust auf mehr entsteht.

Clutch bestätigen einmal mehr ihren Kultcharakter als Stoner-Band mit Ausflügen in den Blues- und Hardcore-Bereich. Im November gibt es noch zwei Solo-Konzerte, die man sich nicht entgehen lassen sollte. 

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