Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Viva La Tia, Unherz im Konzert (Lautern, März 2012)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Gegen Ende gaben Unherz nochmal richtig Gas

Zum Thema

Unherz

Letztlich haben sich die Reihen schon ein bisschen gelichtet, als Unherz die kleine Bühne betreten – heute müssen die sonst zu viert auftretenden Herren sogar noch ein bisschen mehr zusammenrücken, denn der erste Auftritt mit Keyboarder Steffen steht auf dem Programm, und der muss schließlich auch irgendwo untergebracht werden. Den größten Teil der Show bestreiten aber Sänger und Gitarrist Felix, der ausgerechnet beim vorletzten Lied seine Gitarrensaite zerlegt, sowie Bassist Locke, immer bereit, im leicht angetrunkenen Zustand sowohl die Setlist als auch Song- und Albumtitel durcheinander zu bringen. Am Ende weiß irgendwie keiner mehr so richtig, welches Stück von welchem Album stammt, aber das ist ja auch nur Haarspalterei.

Apropos Album: Das letzte, „Unherzlich Willkommen“ mit Namen, kam bei uns ja herzlich schlecht weg. Vier von zehn Punkten gab es für einen etwas stumpfen und faden Mix aus Metal und Deutschrock und auch hier und heute wird, zu Beginn des Konzertes, die Latte nicht viel höher gelegt. Nach dem Intro folgen direkt „Herzschlag“ und „Und Dunkelheit wird Licht“ und schon lichten sich die Reihen noch ein wenig mehr. Komisch eigentlich, man sollte meinen, die Musik spricht die Anwesenden an – aber vielleicht müssen ja auch nur Biere gefüllt, Blasen geleert und Kippen vernichtet werden.

„Die Zeit heilt alle Wunden“ passt dann erstmal nicht so recht ins Set, wenn man aber sieht, dass an diesem Abend noch mehrere etwas traurig gestaltete Lieder zu ihrem Recht kommen, macht der Einschub wieder Sinn. „Sünder vor dem Herrn“ mag zumindest mich ebenso wenig begeistern wie zu Release-Zeiten, dafür kommt gerade „Amok“ ungleich geiler und mit ordentlich Gänsehaut daher. Etwa bei der Hälfte des Sets tauen dann auch die Fans erst richtig auf. Ob man sich bei VLT vorher so verausgabt hatte, dass man erstmal eine Pause brauchte? Man weiß es nicht, Spekulationen sollen aber heute Abend nicht das Hauptthema sein – „Rette mich“ und das natürlich todernst gemeinte „Prall und kugelrund“ lockern dann noch ein bisschen mehr auf.

Das Highlight der Show wartet gegen Ende – der Onkelz-Track „Auf gute Freunde“ wird ausgepackt, Yvonne kommt zum Duett auf die Bühne, man grölt in lautstarker Bruder- und Schwesternschaft den Text mit. Das ist doch mal was. Ein Tränchen hier, dicke Gänsehaut dort – und ähnlich geht es mit dem grandiosen „Die Hölle muss schön sein“ weiter, in dem ein Mensch viel zu früh durch einen besoffenen Autofahrer aus dem Leben genommen wird. Statt durch eine Frau wie bei der Albumversion wird der Refrain hier von Felix’ heiserer Stimme intoniert. Selten sowas Geiles gehört!

Zum guten Schluss wird noch der Mitgröler „20.000 Freunde“ ausgepackt – auch die Unherzler halten sich nicht lange mit Zugabepausen auf, sondern spielen direkt „Inferno“, das noch mal richtig schön knallt. Die Rheinland-Pfälzer haben damit etwas geschafft, das nicht jede Band beherrscht: Sie waren a) viel besser als auf Platte, was sie laut Felix anscheinend öfter gesagt bekommen, und b) haben sie es geschafft, während des Auftritts das Ruder komplett herumzureißen. Auch wenn es bei Unherz lange nicht so voll vor der Bühne war wie bei Viva La Tia, haben die Herren doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Setlist:

Intro
Herzschlag
Und Dunkelheit wird Licht
Therapie
Die Zeit heilt alle Wunden
Verlorene Welt
Sünder vor dem Herrn
Amok
Seite an Seite
Rette mich
Unherz
Prall und kugelrund
Zeit deines Lebens
Auf gute Freunde
Die Hölle muss schön sein
Die Stimme tief in mir
20.000 Freunde
Inferno

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Waldbühne lädt bei freiem Eintritt ein

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität