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Viva La Tia, Unherz im Konzert (Lautern, März 2012)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Viva La Tia konnten auf ganzer Linie überzeugen

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Freitagabend in Lautern: AGF-Radio laden zu einer Nacht mit Bier, Brüsten und Barschlägereien... nein, Blödsinn. Eigentlich geht es einfach nur um Deutschrock im kuscheligen Rahmen des Havanna Clubs. Am Arsch der Welt gelegen und überhaupt wenig opulent, ist der winzige Club eigentlich schon voll bis unters Dach, wenn die Verwandtschaft mal anrückt. Heute Abend sieht das nicht anders aus, denn Viva La Tia und Unherz haben fleißig die Werbetrommel für die Show gerührt, dementsprechend kann man sich zumindest zu Anfang nicht über leere Reihen beschweren. 

Viva La Tia 

Nach der vorangegangegen Warm-Up-Party von AGF-Radio geht's um kurz nach 22 Uhr für die Truppe Viva La Tia auf die Bühne. Das Debüt "Klassifiziert" kam erst im Januar, löste aber bereits Begeisterungsstürme in der Deutschrockfankurve aus, nicht zuletzt, weil Sängerin Yvonne schon durch Gastauftritte auf diversen Festivals auffallen konnte. Heute wird auf der Setlist tatsächlich das komplette Album gespielt, lediglich den Track "Monster" hat man wegfallen lassen. Zugaben gibt es keine, denn, wie Bassist Jochen ganz treffend sagt, Viva La Tia spielen heute ohne Verarsche. Völlig abgesehen davon gibt es auch keinen Backstagebereich hinter der kleinen Bühne, wo die Band kurz verschwinden könnte, um für eine Zugabe wieder zu erscheinen.

Dementsprechend muss sich die Truppe erstmal durch die Zuschauertraube drängeln, um überhaupt ihr angestammtes Ziel zu erreichen. Dann wird aber direkt die Doppel-Granate "Gib mir meine Kugel zurück" und "Klassifiziert" abgefeuert. Über mangelndes Mitsingen seitens der Fans können sich die Jungs und die Dame von Anfang an nicht beschweren - die Fans sind teilweise nach der Show heiserer als die Frontfrau. Da haben die drei bis zehn Bier bei der Warm-Up-Party doch was Gutes bewirkt: Es wird gesungen, getanzt, die Matte geschüttelt und dabei freut sich vor allem Jochen wie ein Schnitzel, weil genau hier, im Havanna, 2010 der erste Gig der Truppe über den Stapel ging. Home sweet home, sozusagen. Da wird doch direkt mal über eine mögliche weitere Show Ende des Jahres spekuliert. Dabei haben Viva La Tia eigentlich mehr als genug zu tun, schließlich steht noch die Deutschrock-Inferno-Tour mit den Kollegen von Kärbholz an, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister - je mehr Gigs, desto besser.

Üben muss der Vierer aber eigentlich gar nicht: Da sitzt alles und wenn was nicht sitzt, was selten genug vorkommt, wird es mit Charme überspielt. Da klettert Yvonne auch schon mal auf diverse Verstärker und becirct das Publikum von oben. Nach einer Handvoll Knaller wird dann stimmungsvolles dunkelgrünes Licht ausgepackt und die Vorzeigedame bequemt sich für „Es kann nicht für immer regnen“ auf einen Barhocker. An sich sind solche Deutschrockballaden immer ganz nett, aber an diesem Abend ist zumindest der schreibende Teil der Redaktion eher auf Voll-auf-die-Fresse-Mucke ausgelegt und hat so gar keinen Bock auf Balladen. Aber man kann ja nicht alles haben im Leben, umso schöner ist es dann, dass man direkt danach zum übergeilen „Geister der Vergangenheit“ mitgrölen kann, das Viva La Tia damals für einen Sampler zur G.O.N.D. beisteuerten. Drummer Balu, der immer mal wieder mit Backing Vocals aushilft, strahlt mit dem Rest der Band um die Wette, die Leute singen aus voller Kehle mit, das kleine Havanna erbebt vor Begeisterung – eigentlich könnten die Jungs und die Dame jetzt aufhören, besser wird’s kaum noch.

Natürlich tun VLT das niemandem an: Stattdessen hangeln sie sich weiterhin lautstark an ihrer „Klassifiziert“-Tracklist entlang – „Nimm mich mit“ bietet ähnlich viel Mittanz und -singpotenzial wie die Vorgänger und auch „Phantomschmerz“, obwohl längst nicht der beste Track der Platte, wird natürlich von den Fans unterstützt. Für ein echtes Highlight gegen Ende sorgt dann noch mal die Vorabsingle „Mensch ohne Moral“ – als Viva La Tia sich dann verabschieden, steht die Luft vor der Bühne schon. Für Unherz wird es sicherlich nicht leicht, an diese Show anzuknüpfen.

Setlist:

Gib mir meine Kugel zurück
Klassifiziert
Sex und Pistolen
Uns gehört die Nacht
Es kann nicht für immer regnen
Geister der Vergangenheit
Nimm mich mit
Der Weg zum Glück
Phantomschmerz
Mensch ohne Moral
Wunden, wo keine war'n

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