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Up From The Ground 2006

Zum Thema

Die Festivalsaison neigt sich dem Ende zu und der Sommer anscheinend auch. Jedenfalls wenn man das vorherrschende Wetter in die Betrachtungen mit einbezieht. Und pünktlich zum Saisonabschluss öffnet das Up From The Ground seine Pforten. Dieses Jahr zum sechsten Mal. Der beschaulich, verschlafene Ort Gemünden wird heimgesucht von einer mit seltsamen Shirt´s bekleideten Meute und aus jedem Winkel poltern wuchtige Sounds. Manch Anwohner fragt sich wohl auf ein Neues, ob das Auto kaputt sei und den Insassen schlecht, weil sie den Lärm nicht deuten können.

 

Für mich inkl. Begleitung war es die erste Reise Richtung Up From the Ground und so fiel uns die Orientierung Donnerstag Nacht doch noch reichlich schwer. Aber parken kann man ja bekanntlich in der kleinsten Ecke und so wurde kurzerhand das Auto in einen Schlafcontainer umfunktioniert, den wir knapp vor dem Festivalgelände abparkten.

 

Was mir besonders gefiel, dass war die familiäre Atmosphäre des ganzen Spektakels. Man trifft Bekannte, Verwandte und was weis ich noch für verrückte Gestalten. Keine kilometerlangen Schlangen, keine meilenweiten Fußmärsche. Und selbst wenn man auf einem der öffentlichen Parkplätze sein Lager hat, hält sich der Fußweg in Grenzen.

 

Aufgrund der eher niedrigen Besucherzahlen im Vergleich zu den riesigen Festivals gestaltet sich die Organisation natürlich um einiges leichter. Der Einlass ging fix, dass Gelände ist beschaulich und übersichtlich und man muss nicht von Bühne zu Bühne springen. Die Security ist entspannt und zum Glück kennt man sich ja schon vom Party San, denn da haben die Jungs auch Dienst geschoben. Auch wenn so manch Besucher über die Ordnungskräfte schimpft, ich persönlich nebst Begleitung bin immer sehr gut klar gekommen mit den Herren in schwarz. Vielleicht gilt hier wie sooft der Spruch: „Wie es in den Wald reinschallt,…“.

 

Eigentlich sind mir nur zwei Kritikpunkte untergekommen: zum einen die wenigen Dixis direkt auf dem Festivalgelände oder unmittelbar daneben. Da war schon nach nicht allzu langer Zeit kaum noch ans „Geschäft machen“ zu denken. Dann das ätzende Brummen der PA am Samstag bei einigen Bands. Zum Zahnweh kriegen. Keine Ahnung, welche Frequenzen sich da ins Gehege gekommen sind, doch schön ist bekanntermaßen was anderes.

 

Einzig das Wetter war den Veranstaltern absolut nicht hold. Freitag jagte ein Schauer den anderen, durchnässte sogar strapazierfähige Regenjacken und verwandelte das Gelände in eine schöne Schlammsuhle. Einige wenige hat es gefreut, dem Rest gingen die nassen Strippen von oben doch mächtig auf den Zeiger. Verwunderlich war nur, dass der Wettergott anscheinend Metalfan ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei manchen Bands pünktlich zum Setbeginn der Regen einsetzte und bei anderen pünktlich zum Setbeginn der Regen wieder aufhörte? Da war eine höhere Macht im Spiel, glaubt mir das.

 

Das seit 2 Jahren erprobte Bonsystem auf dem Festivalgelände kann einmal ein Segen und einmal ein Fluch sein (Bonsystem heißt, dass man sich eine bestimmte Anzahl an Plastechips kauft und dann damit bezahlt; so muss man nicht permanent Geld über den Tisch schieben). In der Regel geht alles schneller am Bierstand oder an den Futterständen. Doch verspürt man Durst und hat keine Bons mehr, ist dann zweimaliges Anstellen und Warten nötig. Einmal für Bons und einmal für Bier (oder was auch immer). An den Essensständen kein Thema, beim Bier war es nervig. Doch vielleicht lag es auch daran, dass so viele gerade am Freitag das Zelt eher als Unterstellmöglichkeit nutzen, und es zu Überfüllungen kam.

 

 

 

Freitag

Zu mittäglicher Stunde wurde der üppig ausgestattete Metalmarkt durchforstet und das erste Bier konsumiert. Here we go…die Party kann also beginnen…

 

 

 

Aber leider nicht so üppig wie gedacht. Wie ich das meine? Bezogen auf den Opener Tourettes Syndrome. Die Australier (ja, ihr lest richtig) werfen so ziemlich alles an stromverstärkter Beatmusik in einen Topf, was den Beinamen „Hartwurstmusik“ verdient. Die Frontfrau (das das eine Frau war hab ich erst gar nicht mitbekommen) verliert sich zwischen Growls und schiefen cleanen Tönen und allerlei anderen Geräuschen. Im Hintergrund fiept ein Keyboard auf die strunzlangweiligen Gitarrenriffs, wenn man denn diese so nennen kann. Mit ein bisschen Bewegung versuchten die Herrschaften aus Down Under noch irgendwie das Steuer herumzureißen, doch die Karre steckte zu tief im Dreck. Ich empfand diese Band als absolute Nullnummer und 99% der Anwesenden auch. Beängstigend, dass nach einem Song oder nach dem gesamten Gig kaum eine Reaktion vom Publikum kam. Bedächtiges Schweigen oder allgemeines Kopfschütteln. Der mieseste Festivalstart , den ich je erlebt habe.

 

Da können doch die nachfolgenden Obscura eigentlich nichts falsch machen. Richtig, den ihr technisch anspruchsvoller Death Metal Richtung Death und Co. entschädigte gleich nach dem ersten Song für den flauen Beginn. So nach und nach strömte das Volk herbei, um den Münchner Newcomern bei ihren Seitenhexereien zuzuschauen, welche mal richtig vertrackt, mal absolut fett groovend ausfallen. Das besagte Volk ließ sich auch nicht lumpen und spendete ordentlich Tribut in Form von Beifall. Mir fiel sofort die lustige Klampfe vom gleichzeitig singenden Gitarrero auf. Schönes Teil und mächtig lang. Aber auch ohne extravagante Gitarre zeichneten sich die Herren für eine fette Metalshow verantwortlich. Besser kann man sich als Newcomer nicht empfehlen. Hat Spaß gemacht.

 

 

 

Weg mit den Frickeleien und her mit wütenden Seitenabschlägen und harten Breaks. So ungefähr will ich mal den Sprung von Obscura zu Dryrot beschreiben. Nach massenhaft Technik regierte jetzt fetter Mosh mit erstklassiger Durchschlagkraft. Hatebreed, Pro-Pain oder auch Machine Head lassen grüßen. Dabei merkte man der Band die Erfahrung an, die sie in ihrer 16-jährigen Bandkarriere besonders auf dem Live-Sektor sammeln konnten. Hier wurde das Publikum zum mitmachen animiert, mit den richten Worten angefeuert oder einfach nur nett unterhalten. So mancher ließ sich dann auch nicht lange bitten und versuchte sich als Crowdsufer oder menschlicher Springball. Egal für was von beidem man sich entschieden hatte, die Zuhörer saugten die positive Aggressivität auf, die Dryrot mit ihrer Mucke gekonnt verbreiteten. Ich kenn die Jungs nicht von Platte her, doch live sind sie einfach eine Klasse für sich. Hut ab und Daumen nach oben. Würde ich mir live jederzeit wieder antun.

 

 

 

Mit Jack Slater stand mal wieder eine Band auf dem Billing, von der ich bisher nur den Namen kannte. Also Augen und Ohren auf. Auffällig war, dass die Truppe anscheinend für einige doch das erste Highlight des Tages markierte. Jedenfalls strömte eine rege Menschenmasse zu Beginn des Sets vor die Bühne und feiert die Band bereits ohne einen gespielten Ton ab.

Los gings dann mit brutalem Death Metal auf sehr hohem technischen Niveau. Ohne Frage eine Ausnahmeband in Sachen Technik. Mir jedoch kommt das eigentliche Songwriting zu kurz und es fehlen die richtig zündenden Hits, die aus einer Ansammlung von Riffs und Breaks erst einen Song machen. Auch sind mir die Ansagen zwischen den Songs einfach zu lang. Das hätte beim Zusammenrechnen noch mindestens einen oder zwei Songs mehr in der Setlist ausgemacht. Ja, war ja stellenweise lustig, was der Gesangsinhaber da von sich gegeben hat, aber halt auch nur stellenweise. Aufgrund technischer Probleme ging der Band beim ersten Song er Bassist verloren. Was da los war entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls enterte dieser im dritten Song dann wieder die Bühne. Die Reaktionen der Massen pendelten sich dann bei „nicht verkehrt“ ein und der Sound aus den Boxen bei „tut doch manchmal etwas weh in den Ohren so eine spitz abgemischte Klampfe“.

 

 

 

„Passend“ zu den Schwarzwurzelklängen von Hidden In The Fog trieb es dann die liebe Sonne durch die finsteren Wolken. Mal ehrlich, die paar Minuten hätte sie auch noch warten können. So mussten HITF ihren symphonisch angehauchten Black Metal halt in hunderte von zufriedenen Gesichtern metern, denen die Freude über die Sonnenstrahlen deutlich anzumerken war. Auf Platte haben mich HITF zwar nicht gänzlich enttäuscht, doch auch nicht zu Jubelstürmen veranlasst. Mir war und ist ihr Wechselbad zwischen ruhigen Klängen und Blastbeats einfach zu austauschbar und mit zu wenig Highlights bestückt. Was in einem kleineren Club vielleicht noch funktionieren kann, hat auf der großen Bühne des Up From The Ground nicht so gezündet. Zwar haben sich die Protagonisten wirklich Mühe gegeben, doch über einen annehmbaren Höflichkeitsapplaus ging es anfangs nicht hinaus. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sich die Reaktionen zwar noch ein wenig steigerten, doch der wirklich große Wurf war das nicht. Ich werde mir die Band auf alle Fälle noch mal in einem kleineren Rahmen anschauen. Bis dahin bleibt dieser eher zwiespältige Eindruck.

 

Old School Death Metal…so steht es auf den Shirts von den Berliner Urgesteinen Harmony Dies. Und diese Aussage passt wie Arsch auf Eimer. Doch wer jetzt denkt, die Meute aus der Hauptstadt klingt angestaubt und altbacken, der sollte sich schleunigst eine der nächsten Shows von Harmony Dies anschauen. Hier wird Tradition mit Moderne verbunden, ohne sich irgendwelchen Trends anzubiedern. Aufgrund der Erfahrung unzähliger Liveshows agierten die Herren wirklich tight und sprühten ihren Dampfwalzensound professionell und ohne Makel in die Masse von Zuhörern, die von Song zu Song immer größer wurde. Für mich persönlich das bisherige Highlight des Tages. Aber mit der Meinung stehe ich nicht alleine, lässt sich das von den wirklich sehr guten Reaktionen des Publikums ableiten. Vielleicht hilft dem Fünfer dieser Auftritt, endlich die breitere Anerkennung zu bekommen, die die seit 1992 aktive Truppe wirklich verdient hätte.

Für die denkwürdigste Aktion sorgte jedoch der Sangeskünstler von den Berlinern. Dieser kletterte an den verstrebten vorderen Bühnenpfosten nach oben, um den letzten Song des Sets aus luftiger Höhe zu grunzen. Doch wie Satan will rutschte er ab und klemmte sich das Bein zwischen zwei Verstrebungen ein. Die Folge war, dass einer von der Security nach oben klettern musste, ihm den Schuh ausgezogen und ihn damit befreit hat. Natürlich zog es keinen Fan zu irgendeinem Stand, weil jeder sehen wollte, was da nun passiert. So wurde jeder Handgriff der Rettung mit Beifall und Zurufen begleitet. Ein unfreiwilliges, doch sehr unterhaltsames Pausenprogramm. Der Veranstalter entschied sich dann gleich richtig, mit dem Leidgeprüften eine Autogrammstunde einzuplanen. Coole Sache.

 

 

 

 

 

Nach diesen unterhaltsamen 40 min hatten Criminal einen schweren Stand. So wollte dann der Funke bei den ersten Songs nicht so richtig überspringen. Doch nach und nach tauten die ersten Reihen auf und quittierten den Sound der Chilenen in der Schnittmenge von Death und Thrash mit einer annehmbaren Geräuschentwicklung. Das Beste an dem Gig war für mich, mit welcher Präzision und Geschwindigkeit die Musiker agierten und dabei immer auf den Punkt gespielt haben. Ohne Aussetzer oder extrem zu hörende Verspieler. Mucketechnisch hat mich Criminal eher kalt gelassen, doch so ging es mir auch schon bei den bisherigen Alben von denen. Da sich so mancher Fan im Laufe des Sets noch zu einer lauteren Beifallsbekundung hinreißen ließ, kann die Band den Auftritt sicherlich als ok ankreiden.

 

 

 

Aufgeregt wie ein kleiner Junge war ich, als klar war, dass wir zum UFTG fahren und dass dort Hearse spielen werden. Deren drei Scheiben zählen zu meinen absoluten Faves in der Tonträgersammlung. Und da das die erste Show der Jungs in Good Old Germany sein würde, ging ich von einem absoluten geilen Auftritt aus. Schon bei Arch Enemy erledigte Johan Liiva auf den ersten drei Scheiben einen absolut genialen Job und ist für mich einer der besten Death Metal-Sänger auf diesem Planeten. Aber was dann von der Band, allen voran dem Mann am Mirkofon, fabriziert wurde, kann ich nur als lahme und lustlose Show abtun. Bis auf ein bisschen Kopfnicken kam von der Seitenfraktion nichts. Der Sänger lief permanent gemütlich von links nach rechts, verschwand auch mal am Seitenrand der Bühne aus dem Blickfeld der Fans und gab von da irgendwelche Laute von sich. Was ihm wohl sehr wichtig war, dass war die Feststellung, dass er ein „fucking Poser“ sei, ihm dass aber „völlig egal ist“. Na ja, wenn er meinte. Entsprechend verhalten waren auch die Reaktionen der Anwesenden direkt vor der Bühne, deren Zahl kontinuierlich abnahm. Mit dem einsetzenden Regen verringerte sich die Zahl am Bühnenrand nochmals deutlich. Hm, an den Songs kann es nicht gelegen haben, die waren oberste Klasse.

Für mich die größte Enttäuschung des Festivals, ganz klar. Ich will es mal so formulieren: für weitere Gigs oder Touren in Germany hat die Band eine schlechte Visitenkarte hinterlassen. Schade schade.

 

Aber das ist ja das Schöne an einem Festival: nach einem Durchhänger sind die Fans heiß auf eine Band, die richtig Gas gibt. Und God Dethroned aus Holland waren und sind in diesem Punkt eine sichere Bank. Jede Minute der Spielzeit von einer dreiviertel Stunde war angereichert mit den Death Metal Oberkrachern, die diese Band schon auf Alben gepflanzt hat. Wer solch fette Grananten auf die Menschheit loslässt und es schafft, diese noch mit einem ohrwurmverdächtigen Wiedererkennungswert auszustatten, der hat es nicht anderes verdient, dass sich mindestens 80% aller Festivalbesucher Richtung Bühne drehen und die Band gekonnt abfeiern. Die letzten zwei Jahre habe ich kein Konzert der Band gesehen, wo sie einen schlechten Tag erwischt hat oder wo sie nicht von der anwesenden Menge gehuldigt wurde. Das stimmt auch den versöhnlich, der heute im Himmel für die Bedienung des Wasserhahnes zuständig ist, denn pünktlich zum Showbeginn hörte es auf zu nässen. Da beim Gig die Dunkelheit langsam über das Festivalgelände zog, kam auch endlich die fette Lichtshow zum effektiven Einsatz und unterstrich den klasse Auftritt von God Dethroned noch einmal mehr. Bei „The Art Of Immolation“ und ganz speziell bei „Sigma – Enigma“ gab es für die meisten kein Halten mehr. Lauthals wurden die Refrain mitgegröhlt und die Matten geschwungen. Und wenn das bald erscheinende Album die Klasse hat wie der live vorgestellt neue Song, dann steht den Holländern der Weg an die Death Metal Spitze bevor. Bin begeistert.

 

 

 

Die Promotionarbeit zum Erstling von Legion Of The Damend konnte sich damals mehr als sehen lassen. Ganzseitige Anzeigen in allen erdenklichen Magazinen, ausufernde Storys und und und. Dass und die Klasse des Debüts hat wohl dazu beigetragen, dass jeder Headbanger irgendwie schon einmal von der Combo gehört oder gelesen hat. Wie dem auch sei…die Reaktionen auf den Gig der Holländer waren fantastisch und standen denen von God Dethroned in nichts nach. Gereckte Fäuste und fliegende Haare soweit das Auge reichte. Trotz des einsetzenden Regens fiel die Stimmung nie ab und der Siegeszug dieses Abends wurde für die Band zu keiner Minute unterbrochen. Perfekte Show, perfekte Performance und Songs zum Rübe abschütteln. Mehr kann man nicht sagen. Absolut Daumen nach oben. Nächste Woche muss ich gleich mal zum CD-Dealer und nochmals in das Album reinhören. Damals hat mir das Teil nicht so gefallen. Heute fand ich die Songs einfach klasse. Komisch.

 

Bei Korpiklaani hatte ich das Los und musste auf die Fotoausrüstung meiner Begleitung, Freundin und Fotografin aufpassen. So konnte ich mich nicht in die Massen stürzen und nach allen Regeln der Kunst abtanzen. Na ok, als ich mir im Nachhinein den Zustand der Hose meiner Begleitung betrachte, trauerte ich dem auch nicht nach. Von oben bis unten mit Dreck und Modder bedeckt. Trotzdem hat sie ein breites Grinsen im Gesicht, wie alle Anwesenden, die sich den Gig einverleibt haben. Es gibt im Moment wohl keine andere Band, die den soggenannten Folk Metal mit mehr Hingabe und Spaß in den Backen zelebriert wie die lustigen Finnen von Korpiklaani. Da wird auf der Bühne gesprungen, getanzt, gerannt und gelacht. Also alles das, was auch vor der Bühne passiert. Dabei ist es schon beängstigend, wie viele Hits die Nordmänner bereits in der Hinterhand haben. Und das gerade mal auf drei Alben verteilt. Jedes Mal wenn ich die Band live zu Gesicht bekomme, scheint die Zahl ihrer Anhänger nochmals gewachsen zu sein. Unglaublich aber war. Bald wird es wohl keine „kleinen“ Clubkonzerte dieser Band mehr geben befürchte ich.

Absolut überzeugend, absolut geile Show, absolut viel Spaß, absolut geniale Band…

 

 

 

Die Frage war wirklich, ob Suffocation dieses Weltklasseniveau halten können. Klar ist es eine Band mit wirklich großer Tradition und wirklich sehr guten Alben. Doch die wollen auch immer in eine ordentliche Show verpackt werden. Ich für meinen Teil denke, dass die Amis das am heutigen Abend nur bedingt geschafft haben. Ok, man muss da folgende Punkte mit beachten: 1) ein Gitarrist konnte nicht nach Deutschland einreisen, weil irgendwas mit seinen Papieren nicht gestimmt hat. Somit fehlte schon einmal ein wichtiger Faktor. 2) war der Bassist verletzt und war verdammt, die Show auf einem Stuhl abzureißen. Da kann man schon rein logistisch keine fette Performance bieten. Doch den vielen Fans waren diese Umstände einfach egal und so wurden Suffocation gnadenlos abgefeiert. Am heutigen Abend sicherlich auch für die Tatsache, dass sie sind wer sie sind und nicht wegen der eher dürftigen Show (verständlicherweise). Als dann auch gegen Ende des Sets so jeder seinen/seine Lieblingssongs um die Ohren geblasen bekommen hatte, waren alle zufrieden und vergnügt. Na also.

 

Obituary sind Obituary. Mehr kann man da einfach nicht sagen. Auch wenn das Wort „Kult“ oft zu leichtfertig benutzt wird, muss man es bei dieser Combo einfach benutzen. Sie zählen definitiv zu den wichtigsten Death Metal Kapellen dieses Planeten und werden ihren Status wohl in diesem Leben nicht mehr verlieren. Darum gebührt ihnen zu Recht der Platz eines Headliners. Überzeugend zu jeder Minute und tight wie ein Schweizer Uhrwerk. So schob diese Legende einen Trumpf nach dem anderen über den Tisch und die Meute rastete komplett aus. Die Reaktionen sind überschwänglich, der Sound ungemein fett und die Musiker blickten in tausende zufriedene Gesichter. Jepp, diese Band hat nicht nur auf Platte bewiesen, dass sie auch heute noch eine Daseinsberechtigung hat. Für mich ein krönender Abschluss eines wirklich starken Festivaltages.

 

Samstag

Das gibt’s ja nicht. Schon wieder regnet es ohne Unterlass. Na das kann ja heiter werden, dachte ich. Schließlich war ja das Gelände gestern schon eine Schlammkuhle gewesen. Heute wäre dann wohl Land unter angesagt. Na einfach mal schauen gehen. Es passieren ja noch Zeichen und Wunder. Und genau dass ist dann auch passiert, denn so nach und nach verschwanden die Wolken. Das Festivalgelände wurde noch an strategisch wichtigen Stellen mit Stroh ausgelegt, um dem Morast ein wenig Einhalt zu gebieten. Und als ob die ganzen Tag vorher nichts gewesen sei, kam dann auch noch die Sonne raus und brutzelte heftig auf die Festivalbesucher nieder. Ist doch echt verrückt. Da sehnte man sich ja schon wieder nach einer Wolkendecke, welche später dann noch aufziehen sollte, keine Bange.

 

Den Reigen eröffnen heute die Newcomer von Silent Overdrive. Dabei haben die Jungs die buchstäbliche Arschkarte gezogen, weil sie auf die Bretter mussten, als der Einlass noch in vollem Gange war. So verpassten nicht wenige Besucher einiges vom Set der Jungs. Ich will den Sound der Band mal als eine moderne Form von Thash bezeichnen, ohne das hässliche Wort Metalcore zu benutzen, denn das würde dem nicht gerecht werden. Silent Overdrive gaben sich richtig Mühe, doch mehr als Höflichkeitsapplaus war einfach nicht drin. Zum einen, weil ja noch nicht viele Leute auf dem Gelände sind und zum anderen, weil ein Grossteil Fans noch von der vorherigen Nacht gezeichnet sind.

 

Demolition aus dem Nachbarländle Österreich habe ich vor einer Weile mal in Berlin zu Gesicht bekommen. Wenn ich mich recht erinnere, waren da nicht mal zehn Hansels anwesend. Na ok, sie waren da auch nicht der Headliner. Trotzdem wohl kein Vergleich zum heutigen Gig, wo doch einiges mehr an Neugierigen vor der Bühne Platz genommen hatte. Mit nur einem 6-Seiter (der zweite Gitarrist musste krankheitsbedingt zuhause bleiben) zockten Demolition frisch und knackig nach vorne los und ernteten bald mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Ihr straighter, nicht gerade verspielter Thrash war wohl genau die richtige Medizin, den Kater von gestern zu vertreiben. Da auch die Performance richtig gut war, sollte es doch eigentlich nichts zu meckern geben oder? Na vielleicht, dass zu Beginn des Sets der Gesang relativ leise war und damit kaum verständlich. Im Set ging er hier und da mal verloren, doch dafür kann ja die Band nichts. Was irgendwann aufkam war eine gewisse Monotonie, die sich durch die Kompositionen gezogen hat. Klar stampft die Mucke der Ösis nach vorne aber das macht sie permanent und ohne große Überraschungen ohne unvorhersehbare Breaks. Für mich hat sich an meinem Urteil über die Band nach dem mageren Auftritt in Berlin noch nicht viel geändert. D.h. ganz ok aber auch kein unbedingtes Highlight.

 

 

 

Bei den Deutschen Verdict hatte es erst den Anschein, dass sie vier Seitenhexer auf der Bühne zu stehen haben. Doch einer davon entpuppte sich als Luftgitarre spielender Fan. Echt lustig, wie präzise er fingertechnisch die Band kopiert hat. Nicht nur ich war davon irritiert. Ob der mal bei denen aktiv war? Nichts genaues weiß man nicht. Die Crew entfernte den Seitenzauberer aber dann kurzerhand. Bestimmt aber freundlich.

Dann folgte eines der Highlights des Festivals. Absolut professionelle Show mit mächtig Dampf in den Gliedmaßen. Propellerbanging, fette Soundwand, sympathisches Auftreten…das sind die drei Eckpfeiler der Show, welche den Jungs eine Menge Beachtung eingebracht haben sollte. Dazu eine ordentlich Thashkante, die treffsicherer nicht sein könnte. Ich war begeistert. Und mit dieser Meinung stand ich allen Anschein nach nicht allein auf weiter Flur.

 

Statt Schweizer Schokolade gab es dann Schweizer Schlachteplatte in Form von Requiem. Die erste Knüppelattacke des Tages erwies sich dann auch ohne Umschweife als wirklicher Gourmethappen. Besonders die wirklich vielen Blastspeed-Parts zeigen eindeutig, welches handwerkliche Geschick dieser Band ihr Eigen nennt. Requiem bieten heute jedenfalls eine absolut mitreißende Show. Ob sie dafür verantwortlich sind, dass sie sich Sonne fix hinter dicken blauen Wolken verzieht, kann aber nicht wirklich bewiesen werden. Wundern würde mich das nicht. Wie dem auch sei, die Band profitierte von dem immer größer werdenden Zustrom auf das Festivalgelände und hamstern richtig gute Reaktionen ein. Zwar fehlen im Musikgefüge der Schweizer noch die wirklich großen Songs mit einem gewissen Maß an Wiedererkennung, doch ich bin mir sicher, die Zukunft hält noch so einiges bereit. Sollte man immer im Auge behalten diese Band.

 

Sieht man mal von Hidden In The Fog ab, die sich der symphonischen Seite des Black Metal zugewandt haben, waren Koldbrann die erste Band im Billing, die die Fahne des Old School Black Metal bzw. des rauen Black Metals weit in die hohen Lüfte halten. Wenn wundert es also, dass sich besonders die Anhänger schwarzmetallischer Klänge vor der Bühne einfanden, um das wirklich starke Set von Koldbrann zu bewundern. Erst war meine Verwunderung groß, weil eine deutsche Vorstellung des Sängers kam, obwohl hier doch eigentlich Norweger auf der Bühne stehen sollten oder? Na ja, gut gelernt der Gute. Genau diese Ansage brachte schon einmal eine Menge Beifallsbekundungen und die Band konnte ab jetzt eigentlich nichts mehr falsch machen. Corpsepaint, Nietenanzahl, Posing und Banging stimmt auch…na und die Songauswahl eh. Viel Kälte, viel Atmosphäre und morbid-schöne Melodien stellten so jeden Fan dieser Klänge zufrieden. Die Menge war begeistert und Koldbrann sichtlich erfreut über die Reaktionen. Der mit dicken Wolken verhangene Himmel tut sein Übriges, um die Mucke der Norweger richtig in Szene zu setzen. Kein Halten gab es dann für die Begeisterten, als beim letzten Song der Sanges-Schwarzheimer von Endstille mit auf die Bühne kam und mal fix ein Kreischduett angezettelt wurde. Coole Idee und ein würdiger Abschluss eines wirklich geilen Gigs.

 

 

 

So deplaziert wie einige Gestalten fand ich Japanische Kampfhörspiele gar nicht auf dem Billing vom Up From The Ground. Die Jungs legten mit ihrem deutschsprachigen Grindcore doch ne ziemlich fette Sohle aufs Parkett und holzen so manch andere Trümmercombo in Grund und Boden. Addiert man den Spaßfaktor dazu, den die Band durch ihre Texte nach außen tragen, hat man einen ziemlich kurzweiligen Gig. Na und die buntestes Band auf der Bühne waren sie allemal. Da konnte man schon mal einen Farbenkoller kriegen, auch gerade weil sich die Herren auf der Bühne richtig austoben und nicht nur kopfwackelnd dastehen. Alles was die Deutschen Grinder stimmungstechnisch ins Publikum warfen, wurde postwendend nach den Songs in Form von fetten Reaktionen zurückgegeben. So soll es doch sein. Einen Extrazähler (wenn ich hier welche vergeben würde) hätten die Leutz schon deshalb bekommen, weil sie sich mit ellenlangen Ansagen zurückgehalten haben. Gerade im Grindbereich hat ja fast jede Band das Bedürfnis, ihre kompletten Weisheiten und Belehrungen in die Menge zu streuen. Das nervt doch meistens. Bei JK sprechen da eher die Texte und nicht besagte Statements zwischen den Songs. Ok, meine Mucke wird das auf Platte trotzdem nie sein, doch einen Livegig würde ich mir von den Jungs immer wieder ansehen. Kurzweilig und intensiv und absolut kein Fehler des Veranstalters, die Band zu buchen.

 

 

 

Sinister sind Gott (oder auch Satan oder wie auch immer). Ihr „Hate“-Album ist und bleibt ein Death Metal Meilenstein und gehört zu meinen Alltime-Faves. Darum schob sich ein breites Grinsen ins Gesicht, als die Jungs dann endlich nach dem Soundscheck loslegten. Ein nach vorne knallendes Drumkit, fette Riffs und die unvergleichliche Stimme des Shouters lassen fix den Regen der letzten Tage vergessen und zaubern ein wohliges Flämmchen in jedes Herz anwesender Death Metal Lunatiks. Die Songsauswahl als Mischung aus alten Krachern und Songs vom aktuellen Album ging voll in Ordnung. Alles gut also? Nicht so ganz. Klar gab es schüttelnde Köpfe und die ein oder andere Bewegung der Herren auf der Bühne. Doch der letzte Kick hat irgendwo gefehlt. Mit kam das alles zu steif vor. Wenn sich die Bewegungen zu 90% auf den Radius eines Bierdeckels beschränken, kommt bei mir nun mal kein Live-Feeling auf, tut mir leid. Da war noch viel mehr drin denke ich. Also eine eher durchwachsene Erscheinung einer absolut genialen Band.

 

 

 

Der Endstille-Sänger hatte mit seiner Gastperformance bei Koldbrann ja schon einen kleinen Warm-up. Der Rest der Band musste den folgenden Gig „kalt“ angehen. Doch was passt besser zum Black Metal-Sound der Deutschen als eisige Kälte?

Wenn auch nicht im Billing, so war der Band aber wieder einmal der Spitzenplatz bei der Shirtanzahl auf dem Festivalgelände sicher. Es ist manchmal echt unheimlich, wie viele Leutz mit den Leibchen der Band durch die Botanik marschieren. Mag sicherlich daran liegen, dass Endstille mittlerweile die bekanntesten Vertreter des deutschen Black Metal sein dürften. Da ich mit den Alben der Band absolut nicht vertraut bin, musste ich mich ein ums andere Mal auf die Urteilskraft nebenstehender Gestalten verlassen. Diese meinten, dass sich die Band durch ihre gesamte Diskografie gespielt und jede Schaffensperiode mit verbraten hat. Glauben muss ich das erstmal. Also nagelt mich nicht ans Kreuz, wenn das nicht stimmt.

Was aber gestimmt hat, dass ist die eigentliche Präsenz der Band. Man merkt ihr die zahlreichen Gigs im In- und Ausland einfach an. So konnten sich die Akteure mehr als zufrieden mit ihrem Gig zeigen, sorgten sie doch für argen Zulauf und mächtig Platzknappheit vor der Bühne. Ohne Übertreibung eine klasse Vorstellung.

 

One Man Army And The Undead Quartett waren für mich die Newcomer des Jahres 2005. Ihr Debüt „21st Century Killing Machine“ rotierte wochenlang in meinem Player und schummelt sich heuer auch noch mindestens ein Mal pro Woche in den Schacht. Fetter Death Metal mit großen Melodien und einer gehörigen Portion Rock-Groove. Dabei technisch anspruchsvoll, doch nie vertrackt oder kopflastig. Kein Wunder, dass diese Combo innerhalb von Monaten zu einer wirklichen Größe herangewachsen ist. Ich für meinen Teil fand sie auf der Tour mit Children Of Bodom schon geil und der heutige Auftritt stand dem beim Tourstop in Berlin in nichts nach. Man sieht, dass ein großes Plus der Band ihre Bühnenpräsenz ist. Ohne große Umschweife und immer voll auf den Punkt. Bei einem veröffentlichten Album waren die Songs logischerweise keine große Überraschung, doch jeder normal Denkende musste das einsehen.

Was mich irritierte...einige Fans standen wirklich da und forderten Songs von The Crown ein. Absoluter Schwachsinn Folks. Das hier ist eine komplett andere Band und das ist auch gut so. Denn ohne das Ende von The Crown hätte es die geilen OMAATUQ nicht gegeben. So traurig besagtes Ende auch war.

 

Ick weeß et nich, ick weeß et nich…würde hier jetzt in meinem ureigenen Dialekt stehen. Aber da das Review keine Ratestunde werden soll, halte ich mich mal an die linguistischen Vorgaben der Redaktion. Aber…das beantwortet sicherlich nicht meine Einleitung. Die soll eigentlich deutlich machen, wie ich mich beim Gig von Dismember gefühlt habe. Klar ist diese Combo Kult, klar zählen sie zum schwedischen Urgestein in Sachen Todesblei, klar haben sie auch richtig große Songs. Doch für mich liegen die eher auf „Massive Killing Capacity“, „Hate Campaign“ und „Death Metal“. Alles davor und danach ist zwar in meinen Ohren solider Death Metal, beinhaltet mir aber zu wenig Melodien und zu viele belanglose Riffs. Dementsprechend langweilte mich auch der Gig, da die Schweden ihr Hauptaugenmerk auf die letzten beiden Scheiben legten. Klassiker wurden natürlich auch gezockt, ganz klar, und gerade diese wurden von der hungrigen Meute vor der Bühne gnadenlos inhaliert. Vor der Bühne brannte wirklich die Luft und Dismember quittierten die super Reaktionen mit einem starken Auftritt. Also alles in allem die richtige Entscheidung vom Veranstalter, die „alten“ Recken aufs Billing zu packen, auch wenn ich es mit den Worten eines englischen Gentleman sagen muss: „The very old and the very new Dismember-sound? It´s not my cup of tea.“

 

Finnland gegen Finnland, Korpiklaani gegen Wintersun. Jedenfalls im übertragenen Sinne gesehen. Verschiedene Festivaltage, gleicher Billingplatz und vorsichtig gesagt annähernd gleiche Mucke. Wintersun haben zwar keine folkloristischen Instrumente mit an Bord oder auf der Bühne, verbreiten mit ihrer Mucke aber annähernd den gleichen Charme wie Korpiklaani. Anhand der Publikumsreaktionen gehe ich von einem deutlichen Unentschieden aus. Wintersun legten sich mächtig ins Zeug und lieferten eine amtliche Show auf die Bretter. Für eine relativ junge Band mit wenig Liveerfahrung also oberste Güteklasse. Ok ok, der Fronter kann schon auf so manchen Gig mit seiner ehemaligen Combo Ensiferum zurückblicken, doch in dieser jetzigen Konstellation gibt es Wintersun halt noch nicht lange. Festgehalten sei, dass die Songs vom Debütalbum auch live ohne jeden Zweifel funktionieren und das Tanzbein nicht nur zucken lassen. Mir zauberte die Vorführung jedenfalls ein Lächeln ins Gesicht. Daumen hoch, abgetanzt und für die Interessierten noch ein Tip an den Mann gebracht: Wintersun sind neben Tyr der Support für die anstehende Tour von Amon Amarth. Also nicht verpassen…

 

Nachdem Gorefest ihre Tour zum Reunion-Album „La Muerte“ gecancelt haben (natürlich nicht freiwillig), sind sie logischerweise besonders heiß, die Platte auf Festivals zu promoten.

Was bei den anderen Open Air-Veranstaltungen schon geglückt ist, hat beim Up From The Ground eine weitere Bestätigung gefunden. Die Holländer legten eine „heiße Sohle aufs Parkett“ und überzeugten mit ihrem fetten Death Metal, der setlistentechnisch aus ganz neuem und ganz altem Material bestand. Also aus den Zeiten, wo die Band wirklich groß war. Mir persönlich gefallen zwar auch Sachen wie „Soul Survivor“ oder „Chapter 13“, doch das nur mal so am Rande. Ein ums andere Mal bewiesen Gorefest, dass sie in ihren Reihen mit die besten europäischen Musiker haben. So tight bedienen nicht viele ihr Drumset und setzen dabei immer noch Akzente, ohne das man von „überladen“ sprechen könnte. Brutale Musik, die auf den ersten Blick simpel erscheint, jedoch viele Kabinettstückchen enthält und neben den zuschauenden Drummern auf den ein oder anderen Gitarristen vor Neid erblassen lassen. Geile Songs beruhen auf einem geilen Songwriting und nicht auf permanentem Technikgefiedel. So jagen Gorefest einen Hit nach dem anderen aus den Speakern und lassen hunderte von zufriedenen Fans beseelt zurück. Mehr ging hier nicht und die Jungs können hochzufrieden sein.

 

Jahrzehnte treiben Morbid Angel nun schon ihr Unwesen in den Weiten des Death Metal. Dabei haben sie wie kaum eine andere Band viele tausende andere Bands beeinflusst. Technischer Death Metal in Perfektion. Wo Obituary vom Vortag eher auf simple Riffs setzen, steuern die morbiden Engel genau das gegenüberliegende Ufer an. Aber wem erzähle ich das. Wer sich in den härtesten aller Genre des Metals bewegt, der kennt die Band eh.

Als dann die Stunde herangerückt kam und die Band die Bühne betrat, gab es kaum noch ein Halten. Rückkehrer David Vincent (Bass, Gesang) genoss das brechend volle Festivalgelände und die euphorischen Reaktionen. Anders herum genossen die Fans, dass Herr Vincent wieder mit an Bord ist. „Rapture“ und „Chapel Of Ghouls“ sind nur zwei der Highlights, die von der Meute gierig aufgesogen wurden. Optisch ohne Fehl und Tadel agierten die Protagonisten und genossen sichtlich das I-Tüpfelchen einer erfolgreichen Europatournee. Anders kann man den Auftritt hier nicht beschreiben. Es passte alles perfekt. Hinten sowie vorne. Auf der Bühne und davor.

Tja und dann war plötzlich Schicht im Schacht. Die lauthals nach noch einer Zugabe rufenden Fans blieben enttäuscht vor einer leeren Bühne stehen. Sicherlich ein kleiner Wehrmutstropfen, doch das schmälert bestimmt nicht die oberamtliche Leistung, welche Morbid Angel hier abgeliefert haben. Das müssen auch die zugeben, die sich über die ausbleibende Zugabe weiterhin ärgerten.

 

Auf dem Weg nach Good Old Berlin waren wir uns sicher, ein wirklich geiles Festival miterlebt zu haben. Das Wetter hatte zwar etwas gegen die Feierstimmung (besonders am Freitag), doch so ein bisschen Regen kann keinem das ganze Wochenende vermiesen. Ich für meinen Teil werde Ausschau halten für das nächste Jahr und mir frühzeitig ein Parkticket sichern. Denn das Up From The Ground steht auch im nächsten Jahr wieder fest in meinem Terminkalender, sowie bei tausend anderen sicherlich auch. Besuchertechnisch ist das Ende der Fahnenstange für dieses Festival bestimmt noch nicht erreicht.

 

Aufgrund folgender Personen kam keine Langeweile unsererseits beim UFTG auf: Ulf (Harmony Dies/Cudgel Agency), Tom und Andy von Soul Demise, Lay Down Rotten.

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