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Unheilig, Zeromancer, Down Below im Konzert (Oberhausen, Mai 2010)

Herzlich willkommen auf der Großen Freiheit

Zeromancer spielen mit viel Gefühl und Emotion

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Es gibt Schlangen und es gibt Anakondas. Das, was auf die Fans heute Abend vor der Turbinenhalle wartet, entpuppt sich als vollgefressene Anakonda, die sich, am Eingang beginnend, die Treppe hinunter bis weit über den Parkplatz schlängelt. Doch nicht nur in ihrer Voluminösität sind unerwartete Strukturen fest zu stellen. Die Schlange, aus zahllosen Menschen bestehend, zeigt sich für ein Gothic-Konzert äußerst bunt. Die Popularität von Unheilig in den deutschen Medien zeigt ganz offensichtlich seine Auswirkungen.

Pünktlich werden die Pforten zu der heutigen Residenz des Grafen geöffnet und ein bunt gemischtes Publikum, vom Kleinkid bis zum Rentner, bahnt sich den Weg in die heiligen Hallen. Eine besonders gutes Konzept zeigt der Veranstalter mit den Familienbereichen. Alle Familien können von zwei Emporen aus das Konzert bestaunen, damit die Kleinen sowohl etwas sehen können und vor allem nicht in der Masse verloren gehen. Ebenfalls nicht zu kurz kommt die Werbung für den Verein Herzenswünsche e.V. Ein Infostand platziert sich im Vorraum, und es wird um Spenden für den Verein gebeten, den der Graf tatkräftig unterstützt.

Down Below

Während das ganze Drumherum voll im Gange ist und die Menschenmassen wie am Fließband eingeschleust werden, eröffnen Down Below den musikalischen Teil des heutigen Abends. Die Sachsen-Anhalter spielen bereits vor recht großen Publikum und können sich auch über die Fan-Ressonanz nicht beklagen. In den ersten Reihen bekommen Down Below gesangliche Unterstützung zu „Euphorie“ von den Fans, während Sänger Neo-Scope grazil über die Bühne stolziert. Dabei überzeugt er vor allem mit seiner Stimme.  Neo-Scope beherrscht die unterschiedlichsten Tonlagen, von klaren, dunklen Tönen, bis hin zu den höchsten, singt er für mindestens zwei. „Mein wildes Herz“, Titel des neusten Albums des Quartetts, ist ein Beispiel dafür, wie vielfältig Neo seine Stimme einsetzten kann, so dass beim Refrain sogar der Eindruck entsteht, ein zweiter Sänger könnte irgendwo heimlich mitsingen. Doch die Suche bleibt vergeblich. Stattdessen zückt Gitarrist Carter den Fotoapparat, während Neo das Publikum dazu animiert, das wilde Herz mit den Händen zu formen und die selbigen herzformbildend in die Lüfte zu recken. Schnell wird noch die Kamera eines Fans entwendet und die vielen Hände, die sich Richtung Himmel strecken, als ganz besondere Erinnerung fotografisch festgehalten.

Dann geht es auch schon weiter im Programm der Band, die sehr sachte und poppig mit ihrer Musik daher kommt. Einer dieser Songs der Gothic Pop/Rock-Kapelle ist „Sand in meiner Hand“, der vor allem durch den Auftritt von Down Below beim Bundesvision Song Contest 2008, bekannt wurde und dementsprechend intensiv mitgeträllert werden kann. Immerhin erreichten Down Below damals Platz 3.

Zwischenzeitlich gibt es ein paar Problemchen mit dem Schlagzeug und der Gitarre scheint den ganzen Abend leider nur eine kleinere Bedeutung zugeschrieben zu werden. Im Vordergrund steht ganz eindeutig Neo mit seiner Stimme, die sowohl von Basser, als auch von dem Gitarristen zwischenzeitlich durch Backvocals unterstützt wird.

Das Publikum wird leider erst beim vorletzten Song etwas aktiver. „Sommer 2010“ wird als Titel angekündigt, der speziell für die Wildes Herz-Tour geschrieben wurde und etwas frischen Wind durch die Turbinenhalle weht. Ob mit diesem ebenfalls sehr poppigen Lied nun die eigene Tour und damit der Werdegang von Down Below besungen wird, oder ob es vielleicht der Fußball Weltmeisterschaft 2010 gewidmet ist, bleibt offen. Down Below können ihre Tour mit Unheilig sicherlich als einen Höhepunkt ihrer Karriere notieren.

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