Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Unheilig & Friends im Konzert (Düsseldorf, Dezember 2010)

Unheilig versprechen sieben Stunden Musik und halten es mit Waves Under Water, Diary Of Dreams, Apoptygma Berzerk und VNV Nation

Vom Meer erzählen konnte der Graf

Zum Thema

Unheilig

Durch die verkürzte Show VNV Nations erklingen die ersten Takte von „Das Meer“ schon 30 Minuten vor der geplanten Auftrittszeit, was nicht nur die Security zum Rotieren bringt. Die Bühne ziert nun ein roter Schiffsbug und viele Kerzen unterstreichen die Szene. Es wird romantisch und der Graf betritt die Bühne. Nun ist die Halle tatsächlich voll, jeder Platz besetzt und kein Stehplatz mehr frei. Das Gedränge vor der Bühne ist groß und die Mischung des Publikums könnte gar nicht größer sein. Unheilig verbindet Generationen, Jung und Alt stehen beieinander und feiern.

2010 war des Grafens Jahr und genau dies bemerkt er nach den ersten Songs selber. Zehn Jahre sei er als Unheilig schon aktiv und manches sei ihm noch jetzt, als sei es erst gestern geschehen. Aber ganz besonders sei es nun in diesem Jahr, denn was alles nur in 2010 geschehen sei, kann er selber gar nicht glauben. Was so ein RTL2-Engagement eben mit einem bis dato bei der breiten Masse unbekannten Grafen anrichten kann: der Auftritt bei Big Brother, gefolgt von einer Einladung zur Bambi-Verleihung und der dortigen Überreichung des goldenen Waldtieres in der Kategorie Pop National. Eben dieser Abend wird von Grafen bis ins Detail vorgestellt und das Publikum hängt an seinen Lippen und lacht über seine Berichterstattung, welche auch sehr viel Ironie über das Verhalten mancher Promis beinhaltet. Auf die Fragen: „Was tragen Sie denn heute? Und von wem?“ habe er lediglich geantwortet: „Einen Anzug. Bekommen von meiner Mutter.“

Pop National ist auch der Headliner der heutigen Setliste. Die Songs allesamt ruhig und der Song „Astronaut“ bekommt sogar ein neues Kleid und wird in einer schönen Pianoversion dargebracht. Das Publikum ist ebenso brav, kaum einer rührt sich von seinem Stuhl und dennoch ist die Stimmung in der ausverkauften Philipshalle großartig. Der Graf versteht es, sein Publikum zu unterhalten, füllt seine Rolle als Entertainer und Sänger voll aus. Aufgrund seines hohen Laufpensums und der vielen, vielen Scheinwerfer wird es auch dem Grafen heiß und schnell reicht ihm ein Fan ein Taschentuch, welches er mit den Worten: „Ja, ich bin sogar magnetisch!“ an seine Stirn „klebt“. Ehrlich wie er nun mal ist, gibt er das Taschentuch nach Gebrauch wieder zurück und als dieses dann tatsächlich eingesteckt wird, ist es auch um den Grafen geschehen: „Was willst du denn damit?“ Es käme zuhause in einen Bilderrahmen wird ihm geantwortet... tja, und nun ist es mit der Contenance des Grafen endgültig vorbei: „Ich möchte gar nicht wissen, wie es bei dir zuhause aussieht.“ All diese kurzen Kontaktaufnahmen mit dem Publikum machen den Grafen so sympathisch.

Auch die Art, wie er das Publikum mitnimmt in seine Gefühlswelt, als er die Hintergründe des Songs „Halt Mich!“ darlegt, da er diesen Song für einen guten Freund geschrieben habe, der gestorben sei, lässt die Fans nicht kalt. Und bei dem Song mit der so gefühlvollen Darbietung rollen bei dem einen oder anderen Fan Tränen der Rührung die Wangen hinunter. Nun aber ist es schon Zeit, den letzten noch sitzenden Konzertbesucher aufzurütteln. Der Graf spricht die Fans auf den Tribünen direkt an und fordert sie zum einen auf aufzustehen und die Gymnastik, die er vormachen wird, nachzumachen. Und genau dies geschieht. Bei „Maschine“ hüpft und springt das erste Mal an diesem Abend wirklich die gesamte Philipshalle. „Für Immer“ beendet nun das Hauptprogramm und Unheilig verlassen die Bühne, aber noch wurde der hier in der Halle wohl bekannteste Song „Geboren Um Zu Leben“ nicht gespielt und ob nun aus diesem Grund oder aufgrund der vielen Zugabe-Rufen kehren Unheilig zurück und das zweite Mal an diesem Abend singen etwa 5.000 Lippen einen Song gemeinsam. Noch zwei Songs und siebeneinhalb Stunden Konzerterlebnis gehen zu Ende.

Unheilig & Friends haben an diesem Tag bewiesen, dass Jung und Alt miteinander feiern können, dass Musik, egal welches Genre, die Menschen verbindet. Mit genau diesem Gefühl verlassen nun 11.600 Füße die Philipshalle in Düsseldorf.

Setlist:

Das Meer
Seenot
Spiegelbild
Winter
Ich Gehöre Mir
Sternbild
Astronaut (Piano Version)
Freiheit
Sage Ja!
Halt Mich
An Deiner Seite
Grosse Freiheit
Abwärts
Maschine
Für Immer

Geboren Um Zu Leben
Unter Deiner Flagge

Mein Stern

Seite
comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen