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Unheilig, Apoptygma Berzerk, The Beauty Of Gemina im Konzert (Dortmund, Januar 2011)

Der Graf verzaubert eine ausverkaufte Westfalenhalle

The Beauty Of Gemina kommen bei der breiten Masse nicht so gut an

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„Grosse Freiheit“ ist nicht nur ein Lebensmotto und strebsames Ziel, sondern auch der Titel des aktuellen Studioalbums von Unheilig. Bereits auf der „Grosse Freiheit Tour I“ im Frühjahr 2010 waren die Besuchermassen enorm und „Geboren um zu leben“ wurde in den Medien hoch gefeiert. Zusatzshows wurden geplant und die Idee zur „Grosse Freiheit II“-Tour entstand. Dabei ist sie nicht nur die zweite Tour, seit Unheilig zu enormer Medienpräsenz gelangt sind, sondern gleichzeitig auch ein willkommener Anlass, zehn Jahre Bandgeschichte zu feiern. Dass man dies einmal vor 20.000 Fans in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle tun würde, hätte sich der Graf, der die Band einst ins Leben rief, damals wohl nicht träumen lassen. Als Support mit dabei sind die Schweizer The Beauty Of Gemina und Apoptygma Berzerk aus Norwegen.


Schon im Vorfeld ist ein wahrlich reges Treiben vor der Westfalenhalle zu beobachten; tausende Menschen versammeln sich rings um die große Dortmunder Veranstaltungshalle. Bei ihrem Anblick fällt eines ganz besonders ins Auge: Die Farbe schwarz ist nicht mehr dominierend bei der Wahl der Kleidung. Die Goten, die noch vor wenigen Jahren die alleinigen Unheilig Konzertbesucher waren, sind auffällig in der Minderheit.

The Beauty Of Gemina

Die enorme Kulisse im Inneren der Dortmunder Westfalenhalle füllt sich nur allmählich mit Fans und die unzähligen Sitze der beiden Oberränge werden nur nach und nach belegt, während pünktlich wie ein Uhrwerk The Beauty Of Gemina auf die Bühne kommen.
Als das Licht gedimmt wird, bricht großer Jubel aus. The Beauty Of Gemina beginnen ihr Set und das Publikum verfällt in Beobachterstarre. Die ruhigen Passagen laden in erster Linie zum Zuhören ein, und für die breite Masse mögen die vielen elektrischen Einmischungen stark an Techno oder dergleichen erinnern. Der Begriff EBM wird den meisten Anwesenden wohl fremd sein und das Zusammenspiel dieser Komponente mit dem Rest der Musik eher suspekt wirken. Will man The Beauty Of Gemina stilistisch einordnen, liegt man mit Synth Rock, Dark Rock und Dark Wave sicherlich nicht falsch.

Michael Sele, der The Beauty Of Gemina 2006 ins Leben gerufen hat, ist der musikalische Kopf der Band und auch auf der Bühne steht der wasserblonde Schopf im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn sie eine durchaus wichtige Rolle einnehmen, wirken die anderen Musiker auf der Bühne wie Statisten, die sich bedeckt im Hintergrund halten.

Der Sound ist wie die Dortmunder Westfalenhalle: gigantisch. Die Halle wird von den Klängen förmlich ausgefüllt und teilweise hallen die Töne von den Emporen zurück. Das ist ein völlig anderes Klangerlebnis als in einer kleineren Halle. Das Feedback des Publikums hält sich dagegen überschaubar in Grenzen. Obwohl sich Michael Sele ordentlich ins Zeug legt, die Zuschauer immer wieder zu animieren, kommt von diesen nicht sehr viel zurück. Auf den Rängen und am Rand des Innenraums spart man sich die Kräfte für Unheilig.  Michael Sele geht dafür auf der Bühne voll in seiner Musik auf und präsentiert seine Songs gefühlvoll, ausdrucksstark und mit besonderer Stimmfärbung, auch wenn er durch die Gitarre mehr oder weniger an den Mirkoständer gebunden ist.

The Beauty Of Gemina legen einen guten Auftritt hin. Die Musik und die Darbietungsform sind aber wohl eher nicht für die breite Masse zugänglich, worin auch die dezente Resonanz begründet liegen mag.

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