Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Uncle Acid & The Deadbeats und L.A. Witch im Konzert (Osnabrück, Dezember 2018)

Grandioser Konzertabend, an dem keine Wünsche offen bleiben können

Bieten eine grandiose Setlist und Performance: Uncle Acid & The Deadbeats.

Zum Thema

Uncle Acid & The Deadbeats

Eine gute halbe Stunde dauert es, bis der hauptsächliche Grund des Abends die Bretter entert und anschließend eine fantastische Performance zum Besten gibt. Der Sound ist großartig und auch ganz vorne ohne Gehörschutz problemlos zu ertragen und glasklar und so steht einer Machtdemonstration nichts im Wege: In den folgenden anderthalb Stunden zeigen die Briten eindrucksvoll, warum sie derzeit so angesagt sind – wie im Rausch reiht sich ein grandioser Hit an den nächsten und so kommt auch das Publikum umgehend in Wallung. Zwar bemerkte Frontmann und Songschreiber Kevin Starrs im Interview (demnächst auf The-Pit.de zu lesen) zuvor noch etwas scherzhaft, dass Hamburg vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre, denn dort war der Laden ausverkauft, doch auch wenn dies im Rosenhof nicht der Fall ist, kann man wahrlich nicht von schlechter Stimmung sprechen.

Wie auch, wenn man mit einer solch einer ultrageilen Songauswahl um die Ecke kommt: Mit vier Songs, beginnend mit dem furiosen „I See Through You“, das einem sofort in die Glieder fährt, steht das neue Werk logischerweise am meisten im Fokus, doch ist die Setlist insgesamt sehr ausgeglichen und bietet von den Alben zwei bis vier jeweils drei Songs sowie zwei vom Debüt „Vol. 1“. Hierbei beweist das Quartett ein feines Näschen, denn es ist legitim zu behaupten, dass sie von all ihren Platten wirklich die jeweils stärksten Tracks entnommen haben: Ob eine hypnotische Doom-Walze der Marke „Mt. Abraxas“, das mit treibendem Beat ausgestattete „Mind Crawler“, die wunderbar verspielten Sologitarren am Ende von „Death’s Door“ oder die Überhymne „13 Candles“ – das Niveau bleibt die gesamte Zeit über auf einem schwindelerregend hohen Level und ob es nun neues oder altes Material ist, spielt für die Anwesenden offenkundig keine Rolle, man ist stets in Feierlaune. Auch der häufig gedoppelte Gesang (Rhythmusgitarrist Vaughn Stokes übernimmt den Part des Zweitsängers) sitzt wie eine Eins. Witzig, dass die beiden Vokalisten zur Sicherheit ein Heft mit den handgeschriebenen Texten vor sich liegen haben – zumindest sympathischer und oldschooliger als ein Teleprompter.

Bei den vier Kompositionen des aktuellen Albums „Wasteland“ handelt es sich im Übrigen um die komplette A-Seite – so fehlt mit dem Titelstück zwar der von Kevin selbst erklärte Favorit, doch dürfte die Nummer aufgrund ihrer Komplexität live ohne zusätzliche Musiker oder Samples wohl schwer umzusetzen sein und die Combo hat sich lobenswerterweise dazu entschieden, auf Keyboards und ähnliches vom Band zu verzichten. Umso bemerkenswerter, dass dies kaum auffällt und dennoch alles sehr kraftvoll und üppig tönt.

Ansagen sind wie schon bei L.A. Witch eher Mangelware und werden auf die sporadische Ankündigung des nächsten Titels oder ein „How are you?“ beschränkt und der Bewegungsradius ist ebenfalls überschaubar, doch ist die Performance auch so mitreißend genug, um die Rübe in konstantem Headbangermodus zu halten. Dass einige Fans jedoch meinen, zwischendurch einen Moshpit (!!!) initiieren zu müssen, ist selbstverständlich ein No-Go. Wie man bei solch einer Band überhaupt auf diese Idee kommen kann, bleibt vollkommen schleierhaft. Zum Glück löst sich dieser Schwachsinn ganz schnell auf und der Rest des Publikums zeigt sich eher amüsiert über den völlig deplatzierten Versuch einiger Deppen, die Stimmung unnötig aggressiv zu machen.

Für die Zugaben müssen die Fans nicht lange brüllen; eine kleine Traube Menschen skandiert dabei immer wieder „one more song“ – aber warum denn nur einer? Uncle Acid & The Deadbeats lassen sich nicht lange bitten und bieten noch gleich drei weitere Stücke: Auf das mächtige „Melody Lane“ folgt der fiese Ohrwurm „Evil Love“ und mit „No Return“ hat der Vierer dann noch eine längere, doomige Nummer im Gepäck, die sich kontinuierlich steigert und mit ihrem schleppenden Tempo fürs Headbangen wie gemacht scheint. Interessant, dass sie das Stück, das auf Platte nahezu mit einem Overkill an Samples endet, nur mit zwei Gitarren ruhig ausklingen lassen. Ein ungewöhnliches Finish für einen außergewöhnlich großartigen Abend. Die Reise nach Osnabrück hat sich in jedem Fall gelohnt und wenn dann die Shirts auch nur faire 15 Euro kosten, gibt es wirklich nicht auch nur den kleinsten Grund zum Meckern.  

Setlist:

I See Through You
Waiting For Blood
Mt. Abraxas
Mind Crawler
Death’s Door
Shockwave City
Crystal Spiders
Dead Eyes Of London
Pusher Man
I’ll Cut You Down
Blood Runner
13 Candles
----------------------------
Melody Lane
Evil Love
No Return

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging