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Uncle Acid & The Deadbeats und L.A. Witch im Konzert (Osnabrück, Dezember 2018)

Grandioser Konzertabend, an dem keine Wünsche offen bleiben können

Stilistisch passend zum Mainact: L.A. Witch.

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Manchmal macht einem das Schicksal einen Strich durch die Rechnung – zum Beispiel dann, wenn eine Band, die man unbedingt live sehen möchte (insbesondere wenn sie ein neues Album herausgebracht hat, das man nach allen Regeln der Kunst abfeiert) in die Heimatstadt kommt und man genau an dem Tag krank ist. Aber dann muss man sich eben mal überwinden und in eine andere Stadt fahren, die zumindest keine kleine Weltreise nach sich zieht – und so pilgert der Autor rund drei Wochen nach dem Hamburg-Gig nach Osnabrück, um sich dort Uncle Acid & The Deadbeats anzusehen, die in Form einer ausgiebigen Europatournee ihr aktuelles, fünftes Studioalbum „Wasteland“ promoten. Der Rosenhof in der Osnabrücker Innenstadt entpuppt sich als eine sehr hübsche Location mit toller Akustik und, das sei nebenbei bemerkt, einer absolut brauchbaren Bier-Hausmarke.

L.A. Witch

Einen Supportact haben sich die Psychedelic/Doom-Rocker mit L.A. Witch ins Boot geholt – das ausschließlich aus Frauen bestehende Trio fährt einen ähnlich hypnotischen Sound auf wie der Mainact und ist somit passend ausgewählt. Der Auftritt beginnt wenige Minuten nach acht Uhr und zunächst existiert wie so oft bei Vorbands wieder einmal der berühmt-berüchtigte Sicherheitsabstand zur Bühne, doch recht schnell trudeln immer mehr Fans ein, die alsbald auch die Lücken vorne weitestgehend schließen.

Die Mädels selbst bezeichnen ihre Mucke auf Facebook als „reverb-soaked punked out rock“, was sich abenteuerlich anhört, jedoch gar nicht mal eine so schlechte Bezeichnung für das Dargebotene ist. Bisher stehen mit dem selbstbetitelten „L.A. Witch“ und „Octubre“ zwei Scheiben zu Buche und der sehr hallgetränkte Gitarrensound von Frontfrau Sade Sanchez sowie die rohe Attitüde des Materials werden der Selbstbeschreibung definitiv gerecht. Ähnlich wie bei der Hauptband ist das Ganze dabei stark von alten Bands von The Doors bis zu The Stooges beeinflusst, die es schon lange nicht mehr gab, bevor auch nur eine der jungen Frauen geboren wurde.

Etwas seltsam mutet allerdings an, dass Sade als Sängerin und Gitarristin links auf der Bühne steht, während sich Bassistin Irita Pai in der Mitte positioniert und zwar ebenfalls ein Mikro vor der Nase hat, jedoch nicht singt, sondern lediglich Ansagen macht. Genauer gesagt eigentlich nur eine, in der sie zu Protokoll gibt, dass sie L.A. Witch aus Los Angeles sind. Ansonsten nutzt sie das Mikro nur dafür, um dem Soundmann zu sagen, dass beispielsweise die Schlagzeugerin mehr Gitarre oder die Gitarristin mehr Bass auf dem Monitor haben will.

Die kleinen On-stage-Soundprobleme sind im Publikumsbereich glücklicherweise nicht bemerkbar. Songs wie die schon länger durchs Internet geisternden „Drive Your Car“ oder „Kill My Baby Tonight“ sind live noch mal eine Ecke härter und harscher und dem Großteil des Publikums scheint die Performance zu gefallen, wie der Applaus belegt. Für die Zukunft wäre es nicht schlecht, wenn die Damen sich etwas mehr bewegen (wenigstens die Saitenfraktion) und die Schüchternheit ablegen würden, indem sie zumindest auch mal einige Songtitel ankündigen, doch ansonsten handelt es sich um eine solide Dreiviertelstunde mit Trance-artiger Wirkung, die bestens auf Uncle Acid & The Deadbeats einstimmt.

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