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U.D.O. Dirkschneider im Konzert (Oberhausen, Dezember 2017)

Langer Abend eher kurz

Eigentlich sollten Raven ja für den Anheizerjob zur Verfügung stehen, da aber eine Fluggesellschaft gegen eine pünktliche Anreise war und das Trio nicht zur annähernd richtigen Zeit Richtung Ruhrpott verfrachten konnte, fallen die Briten einfach ersatzlos aus – schön, dass sich später wenigstens die Gallagher-Brüder auch kurz am Merchstand blicken lassen, was die meisten Anwesenden allerdings nicht mitbekommen.

Zumindest kommt es erst einmal kräftig zur Verzögerung, es dröhnt ein bisschen Überbrückungsmusik aus den Boxen, eine lokale Band konnte wohl auch in der Kürze der Zeit nicht mehr angekarrt werden und U.D.O. Dirkschneider denkt weder daran, einfach mal früher anzufangen noch das Set eventuell zu verlängern – schade, denn so wird ein langer Abend mit reichlich Wartezeit nur bedingt er/gefüllt. Überraschenderweise murrt die Masse auch gar nicht erst auf, aber auch im Verlaufe der Show ist eher zurückhaltende Entspannung denn enthusiastischer Support zu vernehmen.

„Back To The Roots Part II“, so das Motto für den heutigen Abend und überhaupt der laufenden Tour und die Fans dürfen gespannt sein, welche Accept-Songs das Solinger Reibeisen denn heute aus der Mottenkiste entstaubt. Vor eineinhalb Jahre hatten sie ja schon ein ganzes Bündel an Klassikern herausgehauen, um ein paar Doppelungen wird der Kerl auch nicht drum herum kommen, doch schnell wird klar, dass die heute vorgestellten Songs die Fans nur schwer in Bewegung bringen – klar, das abschließende Viererpackage „Princess Of The Dawn“, „Metal Heart“, „Fast As A Shark“ und natürlich auch „Balls To The Wall“ lässt die Turbinenhalle II zum Schluss dann doch noch hochkochen – na also, mag man da den Fans zurufen, wo die Masse einmal mehr gekommen ist, um die ständigen Gassenhauer wieder und wieder zu hören.

Zumindest haben nun die Fans im Pott auch alle die Gelegenheit, den Anfang 2017 neu eingestiegenen Gitarristen Bill Hudson (auch bei Circle II Circle oder I Am Morbid) zu erleben, der ja bekanntlich Kasperi Heikkinen ersetzte – wobei: Die Hintermannschaft scheint austauschbar, lediglich Brüllwürfel Udo ist das Maß aller Dinge. Und der knödelt sich wie gewohnt durch das Set, auch heute hat er nicht wirklich viel zu sagen bis auf ein geknurrtes „Geht's euch gut?“ und vor „Midnight Mover“ eine knappe Erklärung, dass Raven wegen Zuspätkommen heute nicht gespielt haben.

„Okay Oberhausen, wir sehen uns beim nächsten Mal“ – irgendwie ist die Ansage gefühlt viel zu früh, auch wenn bisher nicht die überbordene Stimmung aufkam und die Ankündigung für das neue Dirkschneider-Album nahezu die besten Reaktionen hervorlockte – okay, der fette Applaus nach „Another Second To Be“ kann da locker mit konkurrieren. Nach ein paar erst zögerlichen Zugabe-Rufen kommen die Fans dann doch mehr aus dem Quark und bekommen wie oben schon beschrieben nochmals einen Batzen an Old-School-Headbangern vorgeknallt, den sie alle so sehnsüchtig erwartet haben. Auf der nächsten Solo-Tour muss U.D.O. sicherlich wieder deutlich kleinere Brötchen backen, aber vielleicht ist dann auch wieder die Fanessenz vor Ort und die Eventhopper glänzen mit Abwesenheit. Die Hoffnung stirbt sicherlich immer zuletzt.

Setlist:

Beast Inside
Aiming High
Bulletproof
Midnight Mover
Slaves To Metal
Another Second To Be
Protectors Of Terror
London Leatherboys
Fight It Back
Can't Stand The Night
Amamos La Vida
Stone Evil
Breaker
Hard Attack
Love Child
Objection Overruled
XTC
Wargames
Princess Of The Dawn
Metal Heart
Fast As A Shark
Balls To The Wall

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