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U.D.O., Dezperadoz im Konzert (Bochum, Dezember 2009)

Country-Metal trifft auf teutonischen Stahl
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U.D.O.

U.D.O. gingen gleich in die Vollen, obwohl Frontmann und Namensgeber Udo auch nicht mehr der jüngste Metaller zu sein scheint. Man ist ja bekanntlich nur so alt wie man sich anfühlt. Wie eh und je wurde die Tarnhose rausgekramt, und in typischer maskuliner Gesangspose stand Udo mit angespannten Bizeps am liebsten mittig der Bühne, stimmlich voll auf dem Höhepunkt, und gleich der Einstieg „The Bogeyman“ traf auf totale Begeisterung. Es wurde sofort deutlich, wie treu sich die Fanschar Richtung Bühnenrand schob, die Songs mitsingend, und auch die Zahl der Luftgitarren nahm frappierend zu. Die ersten drei Songs wurde gleich durchgezockt, bevor eine kleine Pause zum Gitarrenstimmen genutzt werden konnte. Udo meinte nur lapidar, dass demnächst ja wieder Accept unterwegs seien, und fügte gaaanz harmlos und ohne Hintergedanken an, ob man das doch brauche.

Unter lautem Gejohle wurde dann „I Don’t Wanna Be Like You“ in die Matrixtube gehauen, ganz nach dem Geschmack der Gäste. Nach und nach weiteten U.D.O. die Tracklist aus und füllten sie mit älterem Material. Nachdem ja schon „Mission No. X“ für wahre Begeisterungsstürme sorgte, brachen dann bei „Princess Of The Dawn“ erwartungsgemäß gleich alle Dämme. Natürlich wurde der Refrain nochmals und nochmals ausgeweidet, die Kehlen verstummten keineswegs, immer wieder wurde lauthals der Titel förmlich rausgeschrien, rausgewispert oder auch mal nur gehaucht. Anstatt ein oder zwei Songs mehr in die Setlist zu packen, füllten  U.D.O. die Setlist mit einem Gitarren- und Schlagzeugsolo, und nicht jeder war davon begeistert. Die ersten Reihen, gespickt mit zahlreichen Die Hard Fans, kümmerte dieser Umstand allerdings nicht und feierten die Band ab. Aber U.D.O. können noch so gute Songs schreiben, noch so viele Klasse-Alben veröffentlichen – die Vergangenheit können sie niemals abstreifen. Denn als einer der Klassiker schlechthin, „Metal Heart“, langsam aber sicher sich durch die Eingeweide fräste und die Haare durch die Luft wirbeln ließ, wurde wie immer richtig deutlich, dass die alten Accept-Knaller von den Fans am meisten abgefeiert werden. Der einzig wahre Sänger der Solinger Stahlschmiede wird wohl für ewig auf den Namen Udo hören.

Selbstverständlich mussten U.D.O. nochmals auf die Bühne, die Bangermeute hatte noch lange nicht genug, und lautstark wurden Udo Wunschtitel entgegengeschleudert. „Holy“ eröffnete den ersten Teil der Zugaben, gefolgt von der Metalhymne aller Metalhymnen „Balls To The Wall“ in einer brutalen, langen, herrlichen, faszinierenden und alles hinwegfegenden Version. U.D.O. wollten sich danach in den Feierabend schleichen, doch die einmal richtig aufgeheizten Fans forderten mit Vehemenz und Nachdruck eine weitere Zugabe, und gerne folgte die Band diesem Aufruf. „Heidi-heido-heida“, so war lautstark zu vernehmen, doch „Burning“ erstickte diese Forderung, und ein Meer aus fliegenden Haaren, geballten Fäusten und ungezählten Luftgitarren ließen das Gemäuer der Matrix in den Grundfesten erschüttern. „I’m A Rebel“ zauberte dann nochmals verdutzte Gesichter en masse, bevor natürlich „Fast As A Shark“ (der Schrei blieb ein wenig im Halse stecken) als ultimativer Abschluß und Rausschmeißer fungierte. Zu Ende war ein fantastisches Konzert, welches noch lange die Erinnerungen der Fans beherrschen wid.

Setlist:

1. The Bogeyman
2. Dominator
3. Independence Day
4. I Don’t Wanna Be Like You
5. Thunderball
6. Mission No. X
7. Vendetta
8. In The Darkness
9. Princess Of The Dawn
10. Guitar Solo
11. X-T-C
12. Infected 2009
13. Living On A Frontline
14. Drum Solo
15. Man And Machine
16. Mastercutor
17. Animal House
18. Metal Heart
19. Holy
20. Balls To The Wall
21. Burning
22. I’m A Rebel
23. Fast As A Shark

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