Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Tomte, Pale im Konzert (Krefeld 2006)

Zum Thema

Es hat den Anschein, als würde dieses Jahr als ganz besonderes in die Bandgeschichte von Tomte eingehen. Mit “Buchstaben Über Der Stadt” veröffentlichte die Hamburger Formation, um ihren charismatischen Sänger/Gitarristen Thees Uhlmann, ein Album, welches nicht nur die Top 4 der Deutschen Album-Charts stürmte, sondern auch bei vielen Kritikern Eindruck hinterließ. Nicht selten fiel im Zusammenhang mit diesem Album gar der Titel “Album des Jahres”. Nun ging es mit den neuen Songs im Gepäck auf große Deutschland-Tour, die mit sehr gut gefüllten Clubs die wohl bislang erfolgreichste der Band sein wird. Die Kulturfabrik war jedenfalls bestens gefüllt und mit ca. 1000 Besuchern so gut wie ausverkauft.

 

 

Die sympathischen Aachener von Pale legten mit halbstündiger Verspätung dann auch los. Dies zur Überraschung vieler Anwesender, denn auf den Plakaten und Anzeigen der KuFa waren die Rogue Waves als Support angekündigt und auf den CTS-Tickets war überhaupt nichts von einer Vorband zu lesen. Eigentlich schade, denn so hätte die Band im Vorfeld noch etwas mehr Promotion bekommen. Pale konnten mit ihrem 35minütigen Auftritt jedenfalls überzeugen. Das lag vor allem an den guten Songs, die streckenweise an die Beatsteaks oder Jimmy Eat World erinnerten, und an der agilen Performance des Frontmanns, die aber niemals aufdringlich wirkte. Der Sound ließ leider etwas zu wünschen übrig. Zwar ging der Gitarren- und Bass-Sound vollkommen in Ordnung, doch sowohl der Gesang, als auch das Keyboard wurden vom zu lauten Schlagzeug phasenweise völlig übertönt. Nichtsdestotrotz kamen Pale sehr gut beim Publikum an und dürften einige neue Fans gewonnen haben. Die Band kündigte außerdem für den 1. September ein neues Album an, welches auf dem Tomte-/Kettcar-Label Grand Hotel van Cleef erscheinen wird, und die bereits präsentierten Songs wirkten überaus gelungen, so dass man davon ausgehen darf, dass man in naher Zukunft noch einiges von dieser Band hören wird.

 

Mit “So Soll Es Sein” vom aktuellen Album eröffneten Tomte ihren Gig und dieser Song zeigte bereits, wie viel Spielfreude die Band bei ihren Konzerten versprüht. Somit sprang der Funke auch umgehend auf das Publikum über. Wohin man auch sah, gab es strahlende Gesichter und klatschende Hände, was den ganzen Abend so bleiben sollte. Bei der Songauswahl orientierte sich die Band vor allem an ihren letzten beiden Alben “Hinter All Diesen Fenstern” und “Buchstaben Über Der Stadt”. Songs wie “Endlich Einmal”, “Was Den Himmel erhellt”, “Für Immer Die Menschen” oder “New York” wurden frenetisch bejubelt und man spürte, dass dieser Abend ein ganz besonderer werden würde. Auch zeigte sich, wie sehr die Musiker im Laufe der Zeit gewachsen sind, denn im Vergleich zu früheren Konzerten, sind Tomte mittlerweile ein eingespieltes Team, bei dem wirklich jeder Ton sitzt.

 

Leider waren die Soundprobleme immer noch nicht ganz behoben, doch dies fiel nicht so stark auf, wie zuvor bei Pale, da Tomte ja bei weitem nicht so rockig klingen. Dennoch war es besonders bei den älteren Stücken, wie “Korn & Sprite“ oder dem “Rick McPhail Song“, kaum möglich, Thees Gesang überhaupt zu verstehen.

 

Wer Tomte schon einmal live gesehen hat, weiß, dass Thees ein Mann mit zwei Gesichtern ist. Auf der einen Seite ist er ein verträumter, aber auch bedrückter Künstler, wie es die Songs deutlich widerspiegeln, und auf der anderen Seite ein charismatischer Entertainer. Mit viel Humor bemühte er sich um Interaktion mit dem Publikum und häufig ging er auf Zurufe ein, indem er sie kommentierte oder gar parodierte. Des Weiteren erzählte er allerhand humorvolle Geschichten aus dem Touralltag oder vom Fussballplatz, welche für einige Lacher sorgten. Bemerkenswert ist aber die Art und Weise wie er seine Witze präsentiert. Er wirkt dabei stets ehrlich und natürlich, was ihn wirklich auszeichnet. Er verlor sich nicht in choreographierten Einlagen, wie es zum Beispiel Die Ärzte oder die Sportfreunde Stiller mehr schlecht als recht tun. Man kann natürlich kritisieren, dass manche Ansage einfach sehr in die Länge gingen, denn addiert man die Zeit dieser, so denke ich, dass Tomte locker 5-6 Songs mehr hätten spielen können, aber vielleicht sind es gerade diese Ansagen und Einlagen, die ein Tomte-Konzert so besonders machen.

 

Die Fans jedenfalls schienen sich, weder an dem Sound, noch an den Ansagen zu stören und nach Highlights wie „Schreit den Namen Meiner Mutter“, „Ich Sang Die Ganze Zeit Von Dir“, „Die Schönheit der Chance“ wollten sie die Band nicht von der Bühne lassen, so dass es mit „Von Gott Verbrüht“ sogar eine außerplanmäßige Zugabe gab. Nach ca. 100 Minuten war der geniale Auftritt dann auch vorbei und unter lautem Jubel verabschiedeten sich Tomte äußerst dankbar von ihren Fans.

 

Zu guter Letzt möchte ich noch zwei Dinge im Zusammenhang mit dem Konzert nennen: Zum einen ist das die überaus freundliche Security, welche sogar reichlich Wasser an die Zuschauer verteilte und sich sehr gut um das Wohlbefinden der Gäste kümmerte. Dies sollte Standard in deutschen Clubs werden.

Zum anderen die fairen Preise, denn für eine mittlerweile so groß gewordene Band wie Tomte, ist es einfach nicht mehr selbstverständlich, 17€ für eine Konzertkarte zu verlangen. Somit stimmte das Preis-/Leistungsverhältnis völlig.

 

Setlist Tomte:

 

01 So soll es sein

02 Endlich einmal

03 Norden der Welt

04 Schreit den Namen meiner Mutter

05 New York

06 Wilhelm das war nichts

07 Warum ich hier stehe

08 Du bist den ganzen Weg gerannt

09 Walter & Gail

10 Was den Himmel erhellt

11 The Rick McPhail Song

12 Für immer die Mensche

13 Ich sang die ganze Zeit von dir

14 Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen

-----

15 Das war ich

16 Geigen bei Wonderful World

17 Korn & Sprite

18 Die Schönheit der Chance

-----

19 Von Gott verbrüht

comments powered by Disqus