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Threshold, The Silent Wedding & Maxxwell im Konzert (Hamburg, Oktober 2018)

Starke Komplettdarbietung von "Legends Of The Shires"

Threshold

Nach rund zwanzigminütiger Pause tritt dann der Headliner auf den Plan. Der Saal ist zwar deutlich voller geworden, aber noch meilenweit davon entfernt, ausverkauft zu sein. Threshold kommen allerdings ja wie eingangs erwähnt in schöner Regelmäßigkeit auf ihren Tourneen nach Hamburg und waren erst vor rund einem Jahr zuletzt hier – möglicherweise verzichten daher viele der damaligen Besucher auf ein weiteres Konzert nur elf Monate später.

Es ist mit Album-Komplettaufführungen eh immer ein zweischneidiges Schwert: Wer die Platte nicht mochte, wird ohnehin nicht auftauchen (auch wenn die Kritiken durch die Bank ziemlich gut waren), womit ein gewisser Anteil an Fans schon mal wegfällt, und es fehlen in der Setlist logischerweise sämtliche Überraschungsmomente. Auf der anderen Seite macht es gerade bei einem Konzeptalbum wie „Legends Of The Shires“ absolut Sinn, dieses einer Komplettaufführung zu unterziehen, wie es in der Vergangenheit ja auch schon häufig von anderen Bands getan wurde; Dream Theaters „Scenes From A Memory“ oder Queensrÿches „Operation Mindcrime“ sind nur zwei von zahlreichen Beispielen.  

Sei es wie es will, die Anwesenden machen das Beste draus und das Stimmungsbarometer ist deutlich höher anzusiedeln als bei den Bands zuvor. Allerdings machen die Engländer live immer eine gute Figur, was auch heute nicht anders ist als sonst. Die Markthalle ist für Threshold ja schon fast so etwas wie ihr zweites Wohnzimmer geworden und die Spielfreude ist auch am heutigen Abend wieder greifbar. Glynn Morgan macht eher wenig Ansagen, singt aber mit Leidenschaft; bei den ganz hohen Tönen hat man mitunter das Gefühl, dass er manchmal ein bisschen kämpfen muss, doch es wirkt nie unangenehm. Insgesamt erledigt er seine Aufgabe aber mit Bravour und betätigt sich außerdem gelegentlich als zweiter Gitarrist.

Wie man es gewohnt ist, agiert die Formation mit absoluter Tightness – ob es im Progbereich derzeit wohl eine besser geölte Rhythmusmaschine gibt als Johanne James und Steven Anderson? Zumindest fraglich. James drischt mal wieder mit ordentlich Schmackes auf sein Instrument ein, hat immer Zeit für die typischen Drummer-Sperenzchen wie Stick-Spinning und sorgt beim letzten Track des regulären Sets, „Swallowed“, zusätzlich für einige Lacher, als er so tut, als würde er sich einen seiner Sticks in den Rachen schieben, immer wenn das Wort „swallowed“ gesungen wird.

Ein bisschen schade ist es zwar nach wie vor, dass sich nicht mehr Leute eingefunden haben, doch wer dabei war, wird es garantiert nicht bereuen. Denn ob man nun Freund von Album-Komplettaufführungen ist oder nicht, Fakt ist: Die Band wurde von Fans nach einer gesamten Performance von „Legends Of The Shires“ gefragt und auch diese Doppelscheibe ist gespickt mit Hits. So stehen die Zuschauer Gewehr bei Fuß, wenn ein selig grinsender Glynn Morgan sein Mikrofon in den Besucherbereich hält und singen fürs Mitmachen prädestinierte Passagen wie die Refrains von „Small Dark Lines“, „Trust The Process“ oder „Superior Machine“ nur allzu gern aus vollem Halse mit. Auch die Halbballade „Stars And Satellites“ kommt wieder sehr gut an – die großen Highlights bilden jedoch einmal mehr die Longtracks „The Man Who Saw Through Time“ und „Lost In Translation“.

Ruckzuck sind dann auch wieder anderthalb Stunden vergangen und natürlich muss das Publikum nicht lange brüllen, bis sich der Fünfer wieder zurück auf die Bretter begibt. Zwei „Dead Reckoning“-Klassiker gibt es mit „Pressure“ und „Slipstream“ noch auf die Lauschlappen, bevor der ganze Spaß ein Ende hat. Zwei, drei weitere ältere Songs mehr hätte man sicher noch vertragen können, aber auch so können alle Beteiligten zufrieden sein. Sympathisch, dass sich nach der Show von jeder Band mindestens ein Mitglied zu einem kleinen Plausch, Autogrammwünschen und Fotos im Foyer einfindet – so soll es sein, auch deswegen lieben wir diese Musik so sehr. Und so häufig man Threshold in der letzten Zeit auch gesehen hat – sie sind eben einfach immer gut und werden live nicht langweilig.

Setlist:

The Shire, Part I
Small Dark Lines
The Man Who Saw Through Time
Trust The Process
Stars And Satellites
On The Edge
The Shire, Part II
Snowblind
Subliminal Freeways
State Of Independence
Superior Machine
The Shire, Part III
Lost In Translation
Swallowed
--------------------------
Pressure
Slipstream

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