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Threshold, Spheric Universe Experience, Damnation Angels im Konzert (Hamburg, Januar 2016)

Fantastischer Freitagabend mit einer guten, einer tollen und einer überragenden Band

Dass Threshold auf ihr aktuelles Album „For The Journey“ stolz wie Bolle sind, haben sie bereits mehrfach und auf verschiedene Weise zum Ausdruck gebracht. Keyboarder Richard West erklärte damals im Vorfeld des Releases, dass er die Platte bereits während der Aufnahmen bestimmt „einige tausend Mal gehört“ habe, „aber auch jetzt nicht damit aufhören“ könnte und am 20. Juni 2015 spielte die Band im Hypothalamus in Rheine das Album an einem Stück – etwas, das die Engländer vorher noch nie getan hatten.

Offensichtlich kam diese Aktion gut an, zumal ja auch dieses Album wie praktisch jeder der Vorgänger wieder einmal glänzende Kritiken einheimsen konnte, denn auf der Quasi-Fortsetzung der 2014er „For The Journey“-Tour – konsequenterweise „The Journey Continues“ betitelt – fährt die Band diese Schiene weiter. Eine vermutlich zunächst als spezieller Event geplante Show wurde also mehr oder weniger auf eine gesamte Tournee ausgeweitet, damit nicht nur die Fans im beschaulichen Rheine und Umgebung in den Genuss der Gesamtperformance dieses bärenstarken Rundlings kommen. Zwei Supportacts sind allerdings auch noch dabei, die eine gute Figur abgeben; die Franzosen von Universal Spheric Experience waren mit den Mannen von der Insel sogar bereits zuvor einst auf Tour.

Damnation Angels

Diese Truppe darf man eher in der Power-Metal- denn in der Progressive-Ecke ansiedeln, dies wird nicht nur durch die simpleren Songstrukturen, sondern auch wegen des hohen und mit vielen Schreien ausgestatteten Gesangs ihres argentinischen Frontmannes Ignacio Rodriguez deutlich. Erstaunlich, was dieser kleine Wonneproppen für Töne zustande bringt – sie sitzen ohne Ausnahme makellos, was umso höher anzusiedeln ist, als dass der Mann aus Buenos Aires erst vor wenigen Monaten ins Boot geholt wurde, nachdem der frühere Sänger PelleK absprang.

Wenn man bedenkt, dass die Truppe mit jeder Menge symphonischer Elemente arbeitet, ist es ein bisschen schade, dass sämtlicher Orchesterbombast vom Band kommt, aber extra einen Keyboarder (im Studio ist Gitarrist Will Graney für jenen Part zuständig) anzuheuern, hätte wohl das Budget ein wenig gesprengt. Zumindest kommt die Band live mit deutlich mehr Schmackes als auf Platte herüber, und sowohl Rodriguez als auch erwähnter Will Graney sowie Bassist Nic Southwood animieren das bereits erfreulich zahlreich vorhandene Publikum immer wieder zum Mitklatschen, zum Headbangen und die Pommesgabeln in die Höhe zu stemmen.

Die Jungs haben ohne Frage richtig Bock und die Zuschauer zahlen es ihnen mit sehr wohlwollenden Reaktionen zurück – sogar der eine oder andere Propeller ist in der Masse auszumachen. Man mag der Truppe vorwerfen, dass das schon ziemlich nach Kamelot klingt, dass der Originalitätsfaktor nicht sonderlich hoch ist und Songs wie das abschließende „Pride (The Warrior’s Way)“ schon ganz schön cheesy sind, aber das Ganze ist dennoch unterhaltsam – kann man sich gerne mal geben. Unverständlich, dass der Sound im Laufe des Konzerts schlechter wird – so sind die Backing Vocals von Graney und Southwood am Ende überhaupt gar nicht mehr zu hören, nachdem sie anfangs perfekt mit Rodriguez’ Leadgesang harmonierten. Und eines noch: Der Bandname ist echt saudämlich; wenigstens holen sie das mit dem witzigen Bandplakat, das eine Anspielung auf den Bruce-Lee-Klassiker „Der Mann mit der Todeskralle“ darstellt, ein bisschen heraus.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“