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The Vision Bleak, Saturnus im Konzert (Hamburg, April 2016)

Etliche Klassiker und ein toller Ausblick aufs kommende Album

The Vision Bleak

Nach dieser zwar keinesfalls langweiligen, aber eben doch sehr langsamen, feierlichen Musik ist beim Headliner nun wesentlich mehr Party angesagt. Vorstellen muss man The Vision Bleak wohl kaum noch großartig, ihr Gebräu aus Doom-, Heavy- und Gothic Metal mit vereinzelten symphonischen und todesmetallischen Elementen ist ebenso einzigartig wie eigenständig. Unfassbar vor allem die Ohrwurm-Dichte trotz keineswegs stumpfer und simpler Songstrukturen und Arrangements.

Gegen viertel nach zehn sind Markus Stock alias Ulf Theodor Schwadorf und Tobias Schönemann alias Allen B. Konstanz zusammen mit ihren drei Mitstreitern auf der Bühne und legen nach dem Intro gleich mal mit einem neuen Stück los: Das insgesamt doch ziemlich flotte und auch recht lange „From Wolf To Peacock“ (interessanter, auf den ersten Blick amüsanter Titel, da wird man sich doch später auf jeden Fall noch mal mit dem Text befassen) ist die erste von gleich vier neuen Nummern, die ins Publikum gefeuert werden und bei den Zuschauern den Reaktionen nach ähnlich gut ankommen wie beim Verfasser dieser Zeilen.

Dennoch ist natürlich klar, dass die Fans bei den Klassikern (der erste folgt bereits an zweiter Stelle in Form von „Night Of The Living Dead“) ungleich mehr steil gehen. Das ebenfalls neue Stück „The Kindred Of The Sunset“ könnte allerdings sogar bereits einigen Anwesenden bekannt sein, hatte die Band den Track doch bereits als Appetithappen bei YouTube reingestellt. So fragt denn auch Konstanz, wer den Track bereits gehört hätte und wenn man die Rufe der Leute als Maßstab nimmt, scheinen es gar nicht mal so viele zu sein.

Ist aber auch egal, denn dafür werden die neuen Stücke ja jetzt live vorgestellt. „Haben wir extra für euch in Hamburg vorbereitet – und für andere Städte auch“, witzelt Konstanz. Im Laufe der Show tritt der wie gewohnt leichenblass geschminkte Sänger immer wieder an den Bühnenrand und treibt die Meute an, um auch die letzten Reserven aus ihr herauszukitzeln – nun ja, an sich muss man bei megacatchy Refrains wie bei „Carpathia“ oder „Kutulu!“ sowieso schon alles geben.

Wie eingangs erwähnt sind neben Schwadorf und Konstanz tatsächlich wieder drei weitere Musiker am Start (neuestes Live-Mitglied ist der im letzten Jahr angeheuerte Franzose Fursy Teyssier am Bass, der auch bei Empyrium live mitmischt), nachdem auf der letzten Tour als das gesamte „Deathship“-Album gezockt wurde, der Tieftöner noch ausgefallen war und neben den Keys auch der Bass vom Band kam.

Auch sonst läuft es heute runder als damals am selben Ort: Der Sound und die Performance sind besser und ausgeglichener und man kann es wieder einmal nicht fassen, als nach dem fetten Instrumental „Elizabeth Dane“ (die im Intro gesprochene Uhrzeit 11:55 ist tatsächlich gar nicht so weit entfernt) mit „By Our Brotherhood With Seth“ bereits die letzte reguläre Nummer angekündigt wird. Erst einen Abgang zu machen, um sich dann zurückbrüllen zu lassen, ist eigentlich eh unnötig und so erklärt auch der TVB-Fronter: „Wir lassen diesen Zugaben-Quatsch und machen einfach gleich weiter!“

Gesagt, getan, und so gibt es mit „The Wood Hag“ und – logisch – dem unverzichtbaren „The Lone Night Rider“ noch zwei weitere Ohrwürmer auf die Mütze, bevor nach etwa 80 bis 85 Minuten kurz und schmerzlos das Licht angeht und der Zauber schon wieder vorbei ist. Ein bisschen versucht der Fuchs Allen B. Konstanz zwar, einen noch mal aufs Glatteis zu führen, indem er sagt: „In zehn Minuten geht es weiter“, um dann aber gleich verschmitzt hinzuzufügen: „Am Merchstand, wo wir alles unterschreiben“.

Und das ist ja auch was, schließlich macht das nicht jede Band – vor allem nicht nach jeder Show. Einfach nur sympathisch und super-fannah, diese Beiden. Deswegen auch an dieser Stelle noch mal ein herzlicher Gruß und ein großes Dankeschön an Schwadorf und Konstanz sowie an Stefan von Prophecy Productions nicht nur für ein weiteres tolles Konzert, sondern vor allem dafür, dass ich dieses exklusive Erlebnis mit der Listening-Session zum neuen Album wahrnehmen durfte. Einziger Wermutstropfen: Am selben Abend spielen Secrets Of The Moon, die nur wenige Kilometer entfernt im Logo ihr neues, exzellentes Album „Sun“ vorstellen – schade, dass man sich nicht zweiteilen kann.   

Setlist:

Spirits Of The Dead (Intro)
From Wolf To Peacock
Night Of The Living Dead
Carpathia
The Kindred Of The Sunset
Into The Unknown
Hexenmeister
Kutulu!
Cannibal Witch
Descent Into Maelstrom
The Whine Of The Cemetery Hound
Elizabeth Dane
By Our Brotherhood With Seth
The Wood Hag
The Lone Night Rider

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