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The Vision Bleak, Crystal Crow im Konzert (Hamburg, Oktober 2014)

Nicht der beste Sound, Bass und Keyboards kamen vom Band – trotzdem ein geiler Abend!

Im letzten Jahr veröffentlichten The Vision Bleak ihr mittlerweile fünftes Album „Witching Hour“ und gingen damit auf eine kleine Tour, die das verantwortliche Duo Schwadorf und Konstanz sowie ihre Live-Mitmusiker leider wieder einmal nicht in den Norden geführt hat. Anders in diesem Jahr: Das Debütalbum „The Deathship Has A New Captain“ feiert zehnjähriges Jubiläum, weswegen die Band ankündigte, eine Minitour zu spielen, bei der das gesamte Album am Stück dargeboten werden soll. Nachdem man am Tag der Deutschen Einheit bereits in Berlin gastierte, führt der Weg der Horror Metaller knapp eine Woche später in die Hansestadt Hamburg, wo man – wie schon vor vier Jahren auf Tour mit Ahab und Schwarzer Engel – im Marx, dem kleinen Saal der Markthalle, auftritt.

Crystal Crow

Bevor die Geburtstagssause startet, geben sich allerdings noch die aus Schwaben angereisten Crystal Crow die Ehre. Schnell wird deutlich, dass dieser Support wirklich sehr passend zum Mainact ausgesucht wurde: Düstere Geschichten liebt dieses Quartett ebenfalls, besonders die Klassiker haben es ihnen angetan, wie Songtitel à la „Dorian Gray“ und „The Raven“ beweisen. Edgar Allan Poe und Oscar Wilde sind eben schlicht zeitlos.

Musikalisch schlagen die Kristallkrähen ebenfalls in eine ähnliche Kerbe: Doomiger Metal mit atmosphärischen Keyboards, kraftvollen Riffs und Wechseln zwischen Growls und leicht Pathos-behaftetem Klargesang. Erstere beherrscht Fronter Dirk deutlich besser, bei letzterem könnte er noch etwas an Power zulegen. Alles in allem überzeugt die Band aber vom Fleck weg und es ist zumindest nicht so leer wie bei der ersten Gruppe vor vier Jahren. Einigen langjährigen Lesern sind die Jungs vielleicht eh noch ein Begriff, räumten sie doch mit ihrem Debüt-Longplayer „Unearth The Dark“ im Jahre 2006 die Höchstnote bei uns ab. Im Mai erschien endlich die Folgeplatte „Once Upon A Midnight Dreary“, die heute mit gleich fünf Stücken ausgiebig vorgestellt wird.

Tatsächlich dürfen sich die Stuttgarter über mehr als wohlwollenden Applaus freuen, der von Song zu Song anwächst. Kein Wunder, bei Riffs wie zu „Scavenger Of The Dead“ oder dem obergeilen, atmosphärischen Doom-Brocken „The Call“ nickt der Schädel von ganz allein auf und ab. Der Sound ist ebenfalls okay und die Tatsache, dass die Keyboards alle vom Band kommen verschmerzbar. Zudem präsentiert sich die Truppe absolut sympathisch, Dirk betört die Anwesenden mit seinem sehr krassen schwäbischen Dialekt und sorgt damit bei den nun einmal hochdeutsch sprechenden Nordlichtern für einige Lacher. Dabei beweist der Sänger viel Selbstironie, nennt den Dialekt selbst „gar luschtig“ und erklärt, wenn man etwas nicht verstanden habe, solle man einfach nachfragen. Ohne Witz: Ich persönlich hätte eine ganze Menge nachfragen können, denn das Kauderwelsch ist wirklich kaum zu verstehen. Ist aber nicht böse gemeint, denn irgendwie liebenswert kommt es trotzdem rüber.

Crystal Crow dürfen ausgiebig ran und über eine Dreiviertelstunde spielen, sind aber allem Anschein nach heute Abend im Gegensatz zum Berliner Gig von The Vision Bleak am 3. Oktober die einzige Vorband. Da traten die Schwaben auch gar nicht auf, sondern lediglich hier und morgen in der Oberhausener Helvete. Wie dem auch sei: Das, was die Formation heute geboten hat, konnte sehr überzeugen – ein paar neue Fans haben sie garantiert hinzugewonnen.

Setlist:

Dorian Gray
Scavenger Of The Dead
The Raven
Mutesheer
The Beast Within
Voice From Below
Demon Of The Tomb
The Call
Time Ends

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging