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The Vision Bleak, Ahab, Schwarzer Engel im Konzert (Hamburg, Oktober 2010)

Einfach nur ein genialer Konzertabend!

Rockten tight wie Sau: The Vision Bleak

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The Vision Bleak

Obwohl die Stimmung bei Ahab schon ziemlich gut war, wird dies von The Vision Bleak erwartungsgemäß noch einmal getoppt. Die stilvolle Kleidung der Protagonisten passt zu den Texten, die zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Horrorliteratur des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts (Namen wie Edgar Allan Poe und H. P. Lovecraft kommen einem natürlich vor allem in den Sinn) inspiriert sind, genauso wie die weiß geschminkten Gesichter wiederum zu Horrorfilmen mit Zombies oder Vampiren passen, die bei der Mucke immer wieder dem geistigen Auge vorschweben. Die fünf Musiker haben das Publikum sofort im Griff, der Sound ist glasklar und differenziert und über die Qualität der Songs müssen wohl kaum großartig Worte verloren werden. Die vier Alben, die Schwadorf und Konstanz bisher herausgebracht haben, sind allesamt ohne einen einzigen Ausfall, so dass die Band überhaupt gar nichts falsch machen kann. Ganz gleich, ob neuer Stoff wie „Descend Into Maelstrom“, die fantastische Schauerballade „I Dined With The Swans“ oder das erstaunlich harte „A Romance With The Grave“, oder älterer wie „Night Of The Living Dead“, „Carpathia“, „Wolfmoon“ oder „Kutulu!“, das mit der Frage Konstanz’ angekündigt wird „can you say Kutulu?“ und einen allerbesten Mitsing-Part beinhaltet – die „Düsteren Aussichten“ werden gefeiert von A bis Z, und wie gesagt: Selten hat man so viele unterschiedlichen Metal-Unterarten angehörige Hard’n’Heavy-Fans selig vereint gesehen wie am heutigen Abend. So richtig voll ist es immer noch nicht, aber stimmungsmäßig wird dennoch wieder wettgemacht, dass bei der ersten Band kaum jemand anwesend war.

Normalerweise bin ich kein Freund davon, Samples über den Computer laufen zu lassen und bevorzuge einen Keyboarder, doch obwohl The Vision Bleak gehörig Gebrauch davon machen und auch die Frauenstimmen vom Band ertönen, ist mir das heute so was von scheißegal, weil die Jungs dermaßen tight und geil rocken, dass man sich wünscht, dass sie gar nicht mehr zu spielen aufhören. Humorvoll drauf sind sie übrigens auch noch. So zeigt Konstanz einem Zuschauer, nachdem dieser mehrfach „Slayer!“ in die Runde brüllte, kurzerhand den Mittelfinger – grinst aber natürlich dabei, schließlich haben sich eigentlich alle lieb.

Nach dem überlangen „The Charm Is Done“ ist leider vorläufig auch schon Schluss mit lustig, doch die Band lässt sich nicht lange bitten und kommt umgehend auf die Bühne zurück, Schwadorf und der zweite Gitarrist jeweils mit Kippe im Mund. Haha, sehr gut, Rauchverbot hin oder her – die Band kann man schließlich schlecht dazu auffordern, doch bitte die Zigarette auszumachen. Mit „The Lone Night Rider“ erklingt dann ein Song, der bei einer TVB-Show einfach unverzichtbar ist und so etwas wie das Klassikerstück der Band markiert. Hierbei lässt es sich Allen B. nicht nehmen, vor dem letzten Chorus ins Publikum zu gehen und zusammen mit dem Slayer-Typen „Hey! Hey! Hey!“-Rufe zum Besten zu geben. Ach, für so etwas liebt man Club-Konzerte und die Tatsache, dass kein Graben da ist – einfach total cool und sympathisch.

„Brotherhood With Seth“ ist dann leider schon die letzte Nummer des Abends und nach knapp siebzig Minuten ist bereits Sense. Nun, besonders lang ist das nicht gerade, aber bei einem Abendkassenpreis von 15 Euro zumindest nichts, worüber man sich aufregen müsste. Dafür waren die siebzig Minuten außerdem absolut genial, hinzu kommt mit Ahab eine ausgezeichnete Vorband und mit Schwarzer Engel eine, die zumindest ganz okay war, auch wenn die Wenigsten davon etwas mitbekommen haben. Insgesamt war es also ein richtig geiler Konzertabend!

Setlist:

Intro
Descend Into Maelstrom
Night Of The Living Dead
Carpathia
The Outsider
Black Pharao Part II
Kutulu!
I Dined With The Swans
A Romance With The Grave
Wolfmoon
The Charm Is Done
--------------------------------
The Lone Night Rider
Brotherhood With Seth

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