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The Vision Bleak, Ahab, Schwarzer Engel im Konzert (Hamburg, Oktober 2010)

Einfach nur ein genialer Konzertabend!

Funeral Doom vom Feinsten: Ahab

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Ahab

Bei Ahab wird es schon deutlich voller. Aber immerhin hat das Quartett auch ein eigenes Genre entwickelt, wenn man so will: Nautik Funeral Doom Metal. Benannt nach Kapitän Ahab aus Hermann Melvilles Klassiker „Moby Dick“ lieferten sie mit „The Call Of The Wretched Sea“ und „The Divinity Of Oceans“ zwei erstklassige Alben ab, von denen sich das erste mit dem Melville-Roman befasst und das zweite mit der schrecklichen Geschichte um das Walfangschiff Essex, das nach der Attacke eines Pottwals sank und deren Überlebende schließlich dazu gezwungen waren, ihre toten Kameraden zu essen – diese wahre Begebenheit war übrigens damals die Hauptinspiration für Melville.

Man kann zu Doom stehen, wie man will – speziell zu Funeral Doom, der halt noch eine Spur langsamer ist –, einigen mögen überlange Epen im Schneckentempo langweilig erscheinen, doch das ist nun einmal Musik, auf die man sich einlassen muss. Und so wie Ahab sie zelebrieren, mit dem Wechsel zwischen mächtigem, kraftvollem Riffing und ruhigen Parts zum Augenschließen und Schwelgen, sowie zwischen cleanen Vocals und grabestiefem Growling von Sänger und Gitarrist Daniel Droste und den unglaublich atmosphärischen Effekten, muss man sagen: Besser geht es nicht. Songs wie „Redemption Lost“, „The Sermon“ oder „The Divinity Of Oceans“ funktionieren auch live prächtig – die Verzweiflung von Kapitän Ahab oder den Männern der Essex ist zu jeder Sekunde spürbar und greifbar. Daniel macht nur wenig Ansagen, aber bei solcher Musik braucht man auch nicht viel reden, da will man einfach nur gebannt lauschen und sich in eine andere Welt entführen lassen. Das sehen sämtliche andere Anwesende genauso und lassen sich nur zu gerne auf Propellerkreisen in Zeitlupe ein.

Während Daniel und Zweitgitarrist Christian mehr oder weniger in sich versunken agieren, hin und wieder aber auch gerne bangen (Daniels äußerst lange Matte ist schließlich prädestiniert dafür) grinsen sich Drummer Corny und Bassist Stephan immer mal wieder an, was angesichts der todtraurigen Musik und der von Hoffnungslosigkeit und verstörenden Ereignissen (sprich: Kannibalismus) geprägten Texte irgendwie unpassend erscheint, aber im Prinzip ist es gut zu sehen, dass die Herren Spaß daran haben, live aufzutreten. Am Ende, nach etwa 50 gespielten Minuten, werden viele Zugabe-Rufe laut, doch dafür ist keine Zeit mehr. Immerhin aber begibt sich Corny noch einmal auf die Bühne, um zu sagen, dass man demnächst neues Material verfassen wolle, aber noch eine Nummer sei jetzt nicht drin, weil sie auch nicht eingeplant war. „Das ist nicht true“, erklärt er außerdem mit schelmischem Grinsen, als einer im Publikum fordert, man solle dann doch einfach eine schon gespielte wiederholen.  

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