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The Vision Bleak, Ahab, Schwarzer Engel im Konzert (Hamburg, Oktober 2010)

Einfach nur ein genialer Konzertabend!

Schwarzer Engel spielten tapfer ihren Stiefel runter, obwohl kaum einer von ihnen Notiz nahm

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Wie drückte es ein Kollege im Rock Hard letztens so schön aus? The Vision Bleak sind eine Band, zu der auch Extrem-Metaller gehen können, wenn sie es mal etwas entspannter angehen wollen, ohne sich aber danach drei Monate bei ihren Kumpels entschuldigen zu müssen. Das ist sehr hübsch formuliert, denn in der Tat sind die Thüringer um Markus Stock alias Ulf Theodor Schwadorf und Tobias Schönemann alias Allen B. Konstanz die etwas andere Gothic-Metal-Band. Kein kitschiger Möchtegern-Operngesang, kein selbstmitleidiges Herumgeheule, keine platten Klischees, keine pseudo-poetischen Fremdschäm-Texte wie bei so einigen anderen (nicht allen, das sei deutlich betont) Kollegen des Genres – diese Combo versteht es, obwohl im allgemeinen schon zum Gothic-Genre gezählt, ihre Mucke mit Elementen aus Heavy und Doom Metal anzureichern und somit völlig eigenständig zu klingen. (Sie selbst bezeichnen ihren Stil als „Horror Metal“, um sich bewusst von dem Terminus Gothic abzugrenzen.) Vor allem aber wissen sie, wie man gute, eingängige Songs schreibt; allerdings dürfte gerade bei Markus Stock nicht zuletzt durch Empyrium bekannt sein, dass dieser Mann ein grandioses Musikverständnis hat und zudem mehrere Instrumente beherrscht.

Schwarzer Engel

Bevor das Duo, das im Studio alles selbst einspielt (Schwadorf ist für Gitarren, Bass, Hintergrundgesang und Keyboards zuständig, Konstanz für Leadgesang, Schlagzeug und Keyboards), live jedoch mit Sessionmusikern zum Quintett aufgestockt agiert, die Bühne betritt, treten jedoch noch zwei Vorbands auf, die stilistisch irgendwie doch recht anderes Zeug spielen als der Mainact, auf der anderen Seite aber auch wieder ganz gut passen. Das mag sich widersprüchlich anhören, soll aber nur nur die Vielseitigkeit von The Vision Bleak unterstreichen, sowie deren breit gefächertes Publikum: Heute sind Old-School-Metaller mit Kutte anzutreffen, Black Metaller (einer mit einem Watain-Shirt ist jedenfalls auszumachen), Gothics und so weiter und so fort. Bei Schwarzer Engel allerdings ist zunächst fast gar keiner anwesend. Direkt vor der Bühne treiben – inklusive des Verfassers – gerade mal fünf Gestalten ihr Unwesen, ansonsten sind im kleinen Marx keine fünfzehn Nasen anzutreffen.

Jede Band kann einem da leid tun, zumal Schwarzer Engel nicht so grausige Musik spielen, wie der selten dämliche Name suggeriert. Man erwartete irgendwelchen peinlichen Pseudo-Gothic-Rock mit weinerlicher Attitüde, doch geboten wird ein recht flottes Gebräu aus gotischen und schwarzmetallischen Elementen, hin und wieder auch an Rammstein erinnernd, das man sich durchaus anhören kann. Tapfer kämpfen sich die vier Jungs durch ihr Set, das mit „Geister und Dämonen“ einen richtig guten Ohrwurm enthält – witzigerweise versteht einer der Zuhörer „Geisterhund Dämonin“, wie in der Umbaupause zu hören ist, als er sich mit einem Kumpel unterhält. Vielleicht liegt es daran, dass Frontmann Dave Jason jegliche Ansagen mit krächzender Stimme von sich gibt und daher unter Umständen nicht für alle verständlich ist. Derartiges Gebaren ist allerdings reichlich affig, weil es sehr affektiert wirkt, und das sollte er deswegen lieber unterlassen – so etwas dürfen nur Dani Filth, Abbath oder Shagrath, denn da ist es einfach lustig!

Allerdings interessiert es eh kaum eine Sau, was auf der Bühne abgeht und so muss der arme Dave gleich dreimal fragen „Hamburg, seid ihr noch da?“, bevor sich einer bemüht, mal ein „Ja!“ zu brüllen. Die Jungs aber lassen sich trotz der nicht gerade erfreulichen Umstände nicht aus dem Konzept bringen, bangen ordentlich und spielen einen passablen Gig. Man kann ihnen nur wünschen, dass sie auf den kommenden Konzerten mehr Zulauf bekommen.

Setlist:

Ouvertüre
Apokalypse
Planet Hass
Krieg in der Wüste
Der schwarze Engel
Geister und Dämonen
Der Sturm
Sieh die lodernden Heere

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