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The Very End, A Million Miles, The Royal Bastard’n’Bitches, Nobody’s Fear im Konzert (Dresden, April 2013)

„Wir machen den Dienstag zum Samstag“

Endlich ist auch der Frühling in Dresden eingezogen. Die Schneeglöckchen schauen angesichts der zweistelligen Temperatur ihrem Ende entgegen und erfreuen sich ein letztes Mal an ihrem diesjährigen Durchhaltevermögen. An diesem können sich die Besucher des heutigen Konzertabends in der Chemiefabrik durchaus ein Beispiel nehmen. Die „A Million Ends“-Tour rollt durch das Land und wer den heutigen Konzertabend bis zum Ende erleben möchte, sollte ordentlich vorgeschlafen haben. Der ohnehin schon sportliche Beginn von 21:30 Uhr wird durch das Auftreten von gleich vier Bands nochmals verschärft.

Nobody’s Fear

Trotz der recht späten Stunde haben sich im Club etwa hundert Leute eingefunden und erwarten die erste Band Nobody’s Fear. Die Meißner blicken immerhin schon auf gut zehn Jahre Bestehen und den Gewinn eines regionalen Bandcontest zurück. Heute scheint man aber wieder bei null zu beginnen. So kräftig und brachial der Beginn auch ist, so verhalten sind die Reaktionen des Publikums. Frontmann Lutz quittiert dies gekonnt ironisch und erzählt von der letzten Einladung von Florian Silbereisen, bei der im Altersheim mehr Stimmung gewesen war.

Stützstrümpfe fliegen danach zum Glück nicht, aber immerhin macht sich ein allgemeines Kopfnicken breit. Angesichts des krachenden Riffgewitters, welches durch den Saal zieht, ist dies wohl als Abschütteln der Schweißtropfen auf der Stirn zu deuten. Nobody’s Fear trumpfen mit ergiebigen und ausgiebigen Instrumentalteilen auf, auch wenn diese hin und wieder im dumpfen Sound der Anlage untergehen. Vieles klingt roh und ungeschliffen, aber genau dies macht den Charme und das Charisma der Band aus. Nichts geklontes, kein Einheitslack überzieht ihren Auftritt, dies ist pure Musik aus und für den Bauch. Die Meißner vereinigen die Räudigkeit der Straße mit der Ansage, anspruchsvolle Klänge darzubieten.

Die Frage, warum dies heute und hier nicht wirklich zünden will, ist durchaus mühselig. Vielleicht liegt es nur am Publikum oder an der Tatsache, dass man das ein oder andere Mitglied der Band am liebsten schütteln möchte und so aus der Statistenrolle heraus reißt. Doch egal was es war, es war trotzdem ein gelungener Einstieg, den man nur mit „gut gebrüllt Löwe“ kommentieren kann.

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