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The Gathering, Autumn im Konzert (Krefeld, Januar 2010)

Ein Abend mit rockiger, harmonischer und fragiler Dynamik
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The Gathering

Ein wichtiges Thema vorneweg: Man mag dazu stehen wie man will, Anneke hat The Gathering im Jahre 2007 verlassen, und die Band hat sich dazu entschieden, mit der neuen norwegischen Fronterin Silje den Beginn eines neuen Zeitalters einzuleiten. Anstatt also zu zerbrechen, ging man das Wagnis ein, verschanzte sich ins Studio und lieferte prompt das ordentliche „The West Pole“ ab.

Auch The Gathering stellten ausführlich die neue Scheibe vor, verflocht aber auch einige ältere Stücke ins Set. Das Gedränge im näheren Bühnenbereich schwoll deutlich an. Es wurde aber nicht wild gepogt oder dergleichen, denn das wäre der getragenen Musik auch nicht gerecht geworden. Vielmehr luden die Rhythmen zu sanften Tanzbewegungen ein, und ebenfalls wurde Silje neugierig bis skeptisch beäugt. Dieses war auch im Vorfeld deutlich spürbar, denn Anneke hatte in der Vergangenheit die Messlatte schon in schwindelerregende Höhen bugsiert. An der Gesangsleistung der Norwegerin gab es schließlich nichts auszusetzen, allerdings kam sie nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise in die Nähe der charismatischen Vorgängerin: Sie zeigte sich viel zu zögerlich, sich ständig am Mikrofon festhaltend, zu defensiv bei den Ansagen (die nur kurz und schwer verständlich waren) und auch viel zu bewegungsarm. Die neue Stimme von The Gathering wird da in den nächsten Wochen und Monaten bei zahlreichen Shows noch zulegen müssen.

Musikalisch gab es einen schönen Rundumblick des niederländischen Liedguts, wobei der sichtbar intensivere Tanzkurs beim Track „On Most Surfaces (Inuit)“ zu verzeichnen war. Starke balladeske Songs wechselten mit leicht rockigen Passagen, aber niemals endete es in heavy-rockende Sphären, vielmehr wurde das Publikum mit träumerischer Sicherheit taktvoll und zerbrechlich von einer Musikreise in die nächste geleitet. Die Reise durch die mit einigen Highlights gespickte Setlist endete regulär mit „Travel“, zwei weitere Zugaben konnten dann die bis dato zufriedenen Gesichter noch ein bisschen weiter erhellen. Ein harmonischer, wenn auch leider schwach besuchter Abend neigte sich dem Ende zu.

Selist:

When Trust Becomes Sound
No One Spoke
On Most Surfaces (Inuit)
A Constant Run
Analog Park
The West Pole
Great Ocean Road
Leaves
In Motion # 1
No Bird Call
Even The Spirits Are Afraid
Saturnine
Travel
Marooned
All Your Are

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