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The Doors Of Perception im Konzert (September 2009)

Besser und authentischer kann man die Doors nicht covern

Jim Morrison-Lookalike Marko Scholz

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The Doors sind eine Legende. Zweifellos waren sie eine der bahnbrechendsten, wegweisendsten, wichtigsten und eigenständigsten Bands in der Musikgeschichte und mit Jim Morrison hatten sie einen charismatischen Frontmann, der durch seine Gedichte, seine poetischen Songtexte und seine einzigartige Stimme genauso bekannt wurde wie durch seine zahlreichen Skandale. Nicht zuletzt ihm war die mystische Aura zu verdanken, die die Band umgab und sein Tod mit nur 27 Jahren an Herzversagen – Morrison war schwerer Alkoholiker, der bis zu drei Liter Whisky am Tag konsumierte – stärkte nur den Legendenstatus, den er schon zu Lebzeiten innehatte.

Eben weil das sich aus Jim Morrison am Mikro, Robby Krieger an der Gitarre, Ray Manzarek am Keyboard und John Densmore am Schlagzeug zusammensetzende Quartett eine solch aufregende und visionäre Gruppe war, gibt es heute zahlreiche Doors-Coverbands – in einer, die sich Lizard King nannte, spielte sogar einmal mein früherer Gitarrenlehrer.
Als die absolute Nummer eins in Deutschland, wenn nicht gar in ganz Europa, gelten momentan aber wohl The Doors Of Perception aus Berlin. Eine Zeitung aus der Hauptstadt schrieb einmal: „Die Doors mögen unerreicht bleiben, aber die Berliner sind verdammt nah dran am Original!“

Da der Verfasser dieser Zeilen bereits vor ein paar Jahren schon einmal das Vergnügen hatte, diese Tribute-Combo erleben zu dürfen und die Darbietung in der Tat sämtliche Erwartungen übertraf, war die Vorfreude natürlich entsprechend groß. The Doors Of Perception nämlich rekrutieren sich aus erfahrenen, studierten Vollblutmusikern, die die Musik der legendären Kalifornier von vorne bis hinten in- und auswendig kennen und die nicht nur an ihren Instrumenten absolute Könner sind, sondern ihren Vorbildern sogar rein optisch nicht unähnlich sind – dies gilt insbesondere für Sänger Marko Scholz, der nebenbei auch noch sämtliche typische Posen von Jim Morrison unglaublich authentisch drauf hat, mal ganz abgesehen von der Ähnlichkeit der Stimme. Auch auf die Details wurde geachtet – eine Bassgitarre beispielsweise sucht man wie beim Original vergeblich, genau wie Ray Manzarek spielt Tastendrücker Dirk Bewig einen Keyboardbass mit der linken Hand, während er mit der rechten das normale Keyboard bedient. Der einzige Unterschied besteht eigentlich darin, dass Gitarrist Torsten Weber mit einem Plektrum zockt, im Gegensatz zu Robby Krieger, der seine Klampfe stets mit den Fingern bearbeitete.

Die Stimmung im kleinen Downtown Bluesclub im Hamburger Stadtpark ist an diesem Samstagabend jedenfalls ausgezeichnet, das Publikum, welches verständlicherweise größtenteils eher aus älteren Jahrgängen besteht, freut sich allem Anschein nach bereits unbändig darauf, wieder mal eine ganze Menge Doors-Songs live zu hören zu bekommen und als die Band die Bühne betritt und mit „Break On Through“ gleich einen der bekanntesten Songs in die Runde schmeißt, ist der Jubel entsprechend groß.

Auch der Gruppe ist sofort anzumerken, dass sie sich sehr über die euphorischen Reaktionen freut und so richtig Bock auf diesen Gig hat. Während des gesamten Konzerts lächeln die Jungs sich an und grinsen wie Honigkuchenpferde. Es muss aber auch eine wahre Freude sein, den Leuten etwas geben zu können, was sie eigentlich nicht mehr haben können – Livemusik einer Band, die schon seit über fünfunddreißig Jahren nicht mehr existiert.

Und obwohl die Doors Of Perception schon über dreihundert Auftritte hinter sich haben, agieren sie immer noch mit einer Spielfreude, als würden sie Welthits wie „Love Me Two Times“, „Five To One“ oder „Strange Days“ zum ersten Mal performen. Da wird improvisiert, da wird soliert, dass es eine wahre Pracht ist. Schon bei „Love Me Two Times“ liefern sich Dirk und Torsten erste kleine Soloduelle, im weiteren Verlauf des Abends soll dies allerdings bei den längeren Tracks noch weiter ausarten.

Zunächst stehen noch eher kürzere Stücke auf dem Programm, die allerdings allesamt natürlich trotzdem jedem echten Doors-Fan ein Begriff sind: das groovende „Soul Kitchen“, das glamouröse „Touch Me“, das unvergleichliche „People Are Strange“ oder das wundervoll leichtfüßige „Love Street“. 

Auch zwei Songs, die die Doors früher selbst gecovert haben, sind mit „Mystery Train“ von Junior Parker und Sam Phillips (bei Konzerten von Morrison und Co. des öfteren Teil des göttlichen „Black Train Song“) und „Little Red Rooster“ von Willie Dixon (bei dem Torsten an der Gitarre so richtig aus sich herausgeht, dieses grandiose Solo könnte meinetwegen noch eine halbe Stunde weitergehen) auf der Setlist zu finden, nach letzterem steht erst einmal eine kleine Pause von einer Viertelstunde an, in der ein Großteil der Anwesenden nach draußen strömt, um sich schnell einen Glimmstengel anzustecken. Schon jetzt können meine Begleiter und ich kaum fassen, welch großartige Show wir da geboten kriegen und bei dem Gedanken, was für unsterbliche Klassiker da ja noch im zweiten Set auf uns zukommen müssen, geraten wir völlig ins Schwärmen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann