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The Delta Saints im Konzert (Köln, September 2015)

Gut und wenig hip

Frontmann Ben

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Konzerte an einem Sonntagabend in Köln sind nicht immer gerade der Besuchsrenner, so auch heute bei dem Stelldichein von The Delta Saints aus Nashville, Tennessee. Mag sein, dass der Tatort in der Glotze anziehender ist, doch der Yard Club in der Kantine in Köln lädt ebenfalls mit stimmigem Flair ein, am Ende sind es gut 50 Blues-Rock-interessierte Gäste, die sich den Abend gut neunzig Minuten lang versüßen lassen.

„Die Blues-Szene in Köln ist sehr konservativ“, so ein belauschtes Gespräch im Kassenbereich. Da passen The Delta Saints dann aber nur bedingt rein, loten die Amis ihren Sound doch viel weiter gefasst aus und haben neben Gospel- und Southern-Rock-Einflüssen einmal sogar einen angedeuteten Discobeat im Gepäck – Puristen raufen sich da wohl die Haare, die heute Anwesenden zeigen sich allerdings open minded und feiern das Quintett ordentlich ab.

Seit nunmehr acht Jahren sind The Delta Saints aktiv und Frontmann Ben geht erst nach dem zu Beginn durchgespielten Dreierpack auf Kommunikationskurs, die Musik steht also vor Gelaber im Vordergrund. „Wir sind sehr froh, wieder in Deutschland zu sein, ist auch die erste Show dieser Tour hier in eurem Land“, so Ben Ringel glaubhaft, auch wenn der Auftakt besuchertechnisch ja eher mau aussieht. Wie sehr sie mit Deutschland verbunden sind, zeigen sie im letzten Drittel auch mit „Berlin“ auf, hatten sie den Song doch damals auf Tour geschrieben, als sie einen Tag in eben jenem Berlin pausierten und auf Anraten des Tourmanagers ein wenig mehr übten. „Wir sind hier aber in Köln“, so einer der Gäste intervenierend, Ben muss schmunzeln, weist auf der folgenden freien Tag hier in Köln hin und stellt einen möglichen neuen Song in Aussicht, der eben vielleicht hier seinen Geburtsort findet – ein bisschen Sprachkunde, wie man denn nun Köln als Nashville-Gast richtig ausspreche inklusive.

Die Fans derweil, die sich von Anfang an im Schwofmodus befinden, passen sich immer mehr dem Rhythmus an, ein paar ältere Herrschaften zeigen sich außerordentlich konditionsstark und tanzen die komplette Show hindurch mit, wenn auch vielleicht ein wenig eigenwillig, und auch der Applaus und die sonstigen Beifallsbekundungen können sich absolut hören lassen und sprengen locker den 50-Personen-Rahmen. Einige wenige können sogar mitsingen, was in den leiseren Passagen dann für alle hörbar wird.

„Wir haben eine neue Platte draußen, die heißt „Bones“, wenn ich das mal erwähnen darf“, so Ben und weist dabei auf den Merchstand hin, den sie dann schon kurz nach der Show besiedeln und für Gespräche, Autogramme usw. zur Verfügung stehen. Das neue Album, immerhin vor etwas mehr als einer Woche am 4. September erschienen, liegt dort als Vinyl- und CD-Variante aus, doch während man für die Schlallplatte 20 Tacken hinlegen muss, haben die Digitalfreaks mit 15 Euro einen kleinen monetären Vorteil.

„Ich hoffe, ihr habt heute bisher sehr viel Spaß gehabt“, so Ben und kündigt dann das schon erwähnte und mit einem „für uns ein sehr spezieller Song“ garnierte „Berlin“ an, eine frech moderne Blues-Interpretation mit dem eben schon ebenfalls erwähnten Disco-Rhythmus. Aber ganz gleich ob Slo-Mo-Blues mit reichlich Herzblut wie bei „Dust“, zerbrechliche, sehr progressiv psychedelisch experimentelle Nummern wie „Soft Spoken“ oder das zackigere „Death Letter Jubilee“, die Anwesenden sparen nicht mit Applaus und fordern am Ende sogar sehr vehement eine Zugabe, die dann auch mit einer kurzen Nummer erfüllt wird. Alles stimmig, nur ein paar Gäste mehr hätte das Ganze dann der guten Stimmung zum Trotz schon noch vertragen.

Setlist:

Sometimes I Worry
Bones
Heavy Hammer
Death Letter Jubilee
Pray On
Soft Spoken
Chicago
The Devil's Creek
My Love
The Chain (Fleetwood Mac-Cover)
Berlin
Dust
NOLA
------------
A Bird Called Angola

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