Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Adicts, Crim und Gulag Beach im Konzert (Dresden, Oktober 2018)

Schrill, bunte Punk-Nacht mit schleppendem Start

The Adicts sind weiter auf ihrer „And It Was So“-Tour, welche schon im vergangenen Jahr startete und nun einen weiteren Feldzug quer durch Europa führt. Auch das Dresdner Eventwerk soll nun Party-Punk-Monstern zum Opfer fallen, tatsächlich ist es aber der Konk Klub, der als Veranstaltungsort herhalten muss und damit etwas kleiner ausfällt. Die Publikumsschar passt sich dem gar an, denn was an Leuten bei der ersten Band

Gulag Beach

im Saal steht, ist wirklich erschreckend wenig. Sollte jemand in der Berliner Band womöglich auch noch kurzsichtig sein, wird der Anblick wahrscheinlich richtig heikel, immerhin halten die Zuschauer auch noch einen unerwartet großen Sicherheitsabstand. Dass sich dies beim Einstand mit „No Ice Above The DMC“ nicht ändert, ist vornehmlich dem recht erbärmlichen Sound zu verdanken. Irgendwie ist alles zu sehr auf Anschlag und dass man bei dem überlauten Klanggebilde nicht gar noch in die äußerste Ecke flüchtet, erscheint fast schon erstaunlich.

Glücklicherweise reagiert man an der Tontechnik recht zügig, so kann man sich nun auch schmerzfrei der Musik zuwenden. Gulag Beach bieten geradlinigen Punk, der direkt von der Straße zu kommen scheint, über Ecken und Kanten verfügt und zudem noch genauso viel Räudigkeit besitzt, dass man förmlich darauf wartet, dass Frontmann Hupe einem jeden Moment mit einem „Fuck Off“ den Mittelfinger entgegenstreckt. „I‘m Taking Off“ zeigt sich derweil etwas eingängiger und immerhin macht sich nun im Saal ein gefälliges Mitnicken breit, was allerdings nicht bedeutet, dass man auch nur ansatzweise einen Zentimeter weiter nach vorn rücken würde.

Auf der Bühne stört dies scheinbar niemanden, irgendwie macht man sein eigenes Ding, Ansagen werden knapp unter die Leute gebracht und auf Aufheiterungen jeglicher Art verzichtet. „Down The Drain“ kommt gar noch mit einer „No Future“-Attitüde um die Ecke und mittlerweile muss man wohl auch eingestehen, dass es für die Liebe auf den ersten Blick wohl kaum eine Zukunft gibt. Zu unterschiedlich scheinen die Erwartungen des Publikums und die Performance, mehr als ein höflicher Applaus scheint heute Abend nicht drin zu sein.

Mit „Apocalyptic Beats“ wird der vorletzte Song angekündigt, der knackig durchs Gebälk jagt, um hiernach mit einem kurzen „Danke für die Einladung“ und dem Titel „North Korean Republic“ den Gig abzuschließen. Zurück bleiben gemischte Gefühle, selbst wenn Gulag Beach überzeugen können, scheint dies heute nicht das optimale Umfeld gewesen zu sein.

Setlist:

No Ice Above The DMC
One The Run
Generation Maybe
I’m Taking Off
Potato Mash Bash
Can’t Stand Krop
Down The Drain
Beat The Weak
Apocalyptic Beats
North Korean Republic


Seite
comments powered by Disqus