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The Adicts & Bad Co. Project im Konzert (Berlin, November 2017)

Schweißtreibende Release-Party

The Adicts legen eine großartige Show hin

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The Adicts

Gefühlt hat sich das Astra nach der Umbaupause weiter gefüllt, zum ausverkauft reicht es zwar nicht, aber immerhin sind die Reihen nun dicht besetzt und damit kann mit „Let‘s Go“ die Party starten. Während Pete Dee an der Gitarre schon kräftig das Publikum anfeuert und Drummer Kid Dee stehend die Show beginnt, hält sich Frontmann Monkey noch etwas hinter seinen überdimensionierten Fächern bedeckt, um Sekunden später diese zu lüften und posenreich mit den Zuschauern zu flirten. Klappt allerdings auch richtig gut, neben den gut eingängigen Punk-Rock-Songs sind es eben diese visuellen Exzesse, die die Anwesenden schon zu Beginn völlig zum Ausrasten bringen.

Bei nachfolgenden „Joker In The Pack“ werden Spielkarten abgefeuert und kaum jemand kann sich dem Griff auf den Boden entziehen, um hier ein Souvenir einzusacken. Mit „Horrorshow“ schieben The Adicts einen weiteren Klassiker nach, bevor mit „And It Was So“ der titelgebende Song vom neuen Album ertönt, der trotz seiner Unbekanntheit sofort zündet. Mit „Tango“ geht es wieder ein Stück zurück in die musikalische Geschichte, der mit Luftschlangen bestückte Regenschirm wird gelüftet und Monkey zelebriert hier einmal mehr jeden Ton.

Nachdem zu „Troubadour“ Plüschtiere verteilt werden, wird nun auch das Publikum begrüßt und auf die neue Scheibe hingewiesen, von dem direkt ein weiterer Song folgt. „Picture The Scene“ zählt nicht nur zu den besten Tracks des Albums, sondern fügt sich zudem unglaublich gut in den Gig ein. Ein Luftballonherz gibt es zusätzlich noch zu verschenken, dies wird von der Beschenkten dermaßen ans Herz gedrückt, dass die Luft schon raus ist, bevor der Titel zu Ende gespielt ist. Im Saal ist allerdings noch lange nicht die Luft raus, sondern brennt bei Songs wie „Fuck It Up“ oder „Life Goes On“ erst richtig.

Mit „Gimme Something To Do” schicken die Engländer wieder einen Neuling ins Rennen, der sofort ins Blut schießt und außerdem den Bewegungsdrang ordentlich nach oben treibt. Sollte jemand an dieser Stelle noch nicht schweißgebadet nach etwas Frischluft barmen, ist es wohl nun endgültig so weit, sich nach Abkühlung zu sehnen. Die lässt allerdings noch weiter auf sich warten, immerhin gibt es noch „Steamroller“ und „Chinese Takeaway“ abzufeiern, bei dem Monkey gleich noch eine Ladung Luftschlangen verdrückt. Zu „Bad Boy“ kann man sich wieder über Luftschlangen freuen, die gezielt an die Beleuchtung oder ans Schlagzeug abgefeuert werden. Eigentlich könnte oder sollte dies wohl das große Finale sein, allerdings verzichten The Adicts auf „Bühne runter-Bühne auf“-Spielchen, wie sie sich im Vorfeld auch mit Ansagen sehr weit zurückhielten, und gehen quasi direkt in die Zugabe. „Viva La Revolution“ ertönt, lässt den Saal weiteraufkochen, um ihn dann zu „You'll Never Walk Alone“ vollkommen zum Ausrasten zu bringen. Konfetti und Gummibälle fliegen umher und hinterlassen den Eindruck, dass hier jeder seinen Kindergeburtstag nachholt. Es ist schier unglaublich mit welch Energie und Euphorie der letzte Titel abgefeiert wird, bevor man nach den letzten Klängen völlig kaputt zusammensackt. Gut, etwas Kraft ist noch immer vorhanden, welche die meisten für einen Besuch am Merch-Stand nutzen, der sich äußerst gut besucht zeigt.

Großartiges Konzert, großartige Show und ein kleiner, aber feiner Einblick ins neue Album, welches jeder Punk-Rock-Fan sein Eigen nennen sollte.

Setlist:

Let's Go
Joker In The Pack
Horrorshow
And It Was So
Tango
Easy Way Out
Numbers
Troubadour
Picture The Scene
I Am Yours
Fuck It Up
Shit Song
Fucked Up World
Fools
Life Goes On
Gimme Something To Do
Steamroller
Crazy
Chinese Takeaway
Bad Boy
Viva La Revolution
You'll Never Walk Alone

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