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Tarot, Diablo im Konzert (Bochum 2007)

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Knapp sechs Monate nach Ihrem ersten livehaftigen Lebenszeichen in Deutschland, durfte man sich endlich auf eine Tour der Finnen Diablo freuen. Und sie kamen mächtig, aber hätte man es auch anders erwarten können? In Finnland hat ihr aktuelles Album „Mimic 47“ beim Release Madonna (!) von Platz 1 der Charts verdrängt.

 

Diablo zeigten dem Publikum mit „The Preacher“ direkt zum Anfang ihres Gigs, dass sie nicht vor hatten, eine Siesta zu eröffnen. Marko Utriainen zeigte deutlich, dass ihm die Bochumer Matrix besser gefiel als der Club, in dem sie das erste Mal in Deutschland aufgetreten waren. Mit voller Power ging es weiter, als „Damien“ und „In Sorrow We Trust“ ins jubelnde Publikum geschmissen wurde. Rainer Nygård stachelte das Publikum immer wieder mit seinen Ansagen an und machte unmissverständlich klar, dass die Band hier gerne noch mehr Publikumsreaktionen haben wollte. Die Party setzte sich auch weiter fort, als „Shadow World“ und „Condition Red“ zum Besten gegeben wurden.

 

Der Sound war gut, das leider etwas zu spärlich anwesende Publikum ging im Verlauf des Gigs dann mehr und mehr ab, was will man mehr?

Nun ja, Diablo wollten mehr! Kein Wunder für eine Band, die in Ihrem Heimatland zur Spitze der Metalbewegung gehört. „Queen Of Entity“ bereitete das Publikum schon mal auf das grosse Finale vor. Aadolf Virtanen bewegte sich immer wieder von links nach rechts und zurück.

Schön, dass die Finnen diesmal genug Platz auf der Bühne hatten.

 

„Read My Scars“ geriet wie immer zu der obligatorischen Mitsingschlacht, bevor dann der Übersong „Mimic 47“ dem Publikum alles abverlangte! Die Meute feierte die Band, auch wenn viele wohl heute hier den ersten Kontakt mit Heikki Malmberg (drums), Aadolf Virtanen (bass), Marko "Kuula" Utriainen (guitar) und Rainer Nygård (vocals, guitar) hatten.

 

Danach feuerten Diablo auch noch „Symbol Of Eternity“ in die Menge.

Als die Jungs nach diesem weiteren Kracher die Bühne verliessen, erhoben sich die Rufe, die sich jeder Musiker auf der Bühne wünscht … richtig: “Zugabe“ wurde von den Anwesenden gefordert. Und die sollten sie dann auch bekommen, und zwar in Form von „D.O.A.“, das sich aber dann auch leider als die einzige Zugabe der Jungs darstellen sollte.

Generell konnte man aber beobachten, dass die Finnen seit ihrem Showcase auf der Berliner Popkomm im vergangenen September durchaus an sich gearbeitet haben. So wirkt das Stageacting der Bandmitglieder weniger verkrampft und Rainer kommuniziert etwas mehr mit den Fans vor der Bühne.

 

Diablo Setlist:

 

The Preacher

Damien

In Sorrow We Trust

Shadow World

Condition Red

Queen Of Entity

Read My Scars

Mimic 47

Symbol Of Eternity

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D.O.A.

 

Dann kamen Tarot, die Band um Nightwish Musiker Marco Hietala (bass). Auch Tarot sind zum ersten Mal in Deutschland unterwegs. Ihr aktuelle CD ist dank Nuclear Blast die erste, welche nun auch offiziell in Deutschland veröffentlicht wurde. Aufgrund der tollen Qualität von „Crows Fly Black“ konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, Tarot live zu begutachten und auch vor der Show noch ausführlich mit Zacharay Hietala (Marco`s Bruder) über die Band zu sprechen, aber dies in Kürze in unserer Interviewsektion.

 

Der Titeltrack „Crows Fly Black“ eröffnete auch den Set und wurde kräftig vom Publikum abgefeiert. Man merkt und sieht der Band an, dass allesamt alte Hasen im Showgeschäft sind. Man darf hier keine Sprintorgien erwarten, wo die Musiker besser nach Kilometergeld bezahlt werden. Ne, hier stehen Urgesteine der finnischen Metalszene auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Mit „Traitor“ wird dann auch das musikalische Tempo forciert, welches bei den anwesenden Zuschauern auch gerne mitgegangen wird.

 

Marco Hietala fühlt sich in seiner Rolle als Frontmann sichtlich wohl und geniesst die Ovationen. Ich muss auch zugeben, dass mir die Lieder mit seinem Gesang besser gefallen als die meisten Songs, welche hauptsächlich von Tommi Salmela (samples / vocals) intoniert werden. Überraschend war für mich auf jeden Fall zu sehen, dass das Publikum auch ohne Bremse zu den älteren Songs wie „Pyre Of Gods“ mitging. Drummer Pecu Kinnari bearbeitete seine Felle und Becken mit größter Power und Hingabe. Herrlich anzusehen….

 

Als „Follow Me Into Madness“ angekündigt wurde, erreichten die Ovationen eine neue Stufe. Ja, die Band rockt gewaltig. Aufgrund des Platzes auf der Bühne wurde Keyboarder Janne Tolsa allerdings schon fast ein wenig versteckt, da Tommi und Marco die freie Sicht auf ihn versperrten.

 

Nun wurde es aber wieder Zeit für einen Song des aktuellen Werkes: „Bleeding Dust“. Die Stimmung war prächtig und die Band hatte Ihren Spass. Ein weiteres Highlight des Sets.

Auch ohne ein ständiges Grinsen in den Gesichtern der Band konnte man die Spielfreude nahezu greifen. „Veteran Of Psychic Wars“ tat sein übriges.

 

Mit „Crawlspace“ wurde dann der Opener des 98er Albums „For The Glory Of Nothing“ dargeboten. Da das Publikum langsam begann etwas nachzulassen, folgte wieder ein neuerer Song: „Before The Skies Come Down“ sorgte wieder für die richtige Lautstärke in der schönen Bochumer Matrix. Toll, wie der etwas von Judas Priest beeinflusste Heavy Metal von Tarot dargeboten wird.

 

Als vorletzten Song des regulären Gigs wurde „Undead Son“ ins Publikum gefeuert, bevor „Ashes To The Stars“ mich hier deutlich mehr begeistern konnte als noch auf dem kleinen runden Silberling. Oder kam mir das nur wegen dem allgemeinen Glücksgefühles, dabei zu sein, vor? Egal, für das Publikum absolut unverständlich verliessen Tarot dann die Bühne.

 

Nun ja, dass das Publikum lautstark dagegen hielt, war eigentlich jedem klar. Und die Band kam gewaltig wieder. Mit dem live schon fast als Übersong zu bezeichnenden „Riders Of The Last Day“ vom „Suffer Our Pleasures“ Album starteten die Landsleute Diablos nochmal so richtig durch.

 

Als die Band dann Ihre Single „You“ zum besten gab und sich verabschiedete, dachten viele schon nicht mehr an eine Fortsetzung des Abends. Aber das Publikum schrie die Band wieder aus dem Backstagebereich heraus und zwang sie sozusagen, noch „Warhead“ als wirklich letzten Song zu zocken. Der erneute Versuch, die Band nochmals auf die Bühne zu gröhlen, wurde durch die laut hereinbrechende Tonkonserve aus dem Mischpult unterbunden.

 

 

Tarot Setlist:

 

Crows Fly Black

Traitor

Pyre Of Gods

Follow Me Into Madness

Bleeding Dust

Veteran Of Psychic Wars

Crawlspace

Before The Skies Come Down

Undead Son

Ashes To The Stars

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Riders Of The Last Day

You

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Warhead

 

 

Fazit: Ein tolles Konzert in einer zwar sehr gothiclastigen, aber nichtsdestotrotz sehr schönen Location.

Der Sound und das Licht waren in Ordnung, das Publikum bereit zum Feiern, wie sollte dann ein Abend mit so guter Musik daneben gehen? Ich kann nur jedem raten, sich die letzten Gigs dieser Tour unbedingt reinzuziehen, denn sonst verpasst Ihr was. Wer keine Chance mehr hat, sollte sich zumindest die Earthshaker Roadshow fett im Kalender anstreichen, denn dort wird man zumindest Tarot bei einem wohl etwas kürzeren Gig bejubeln dürfen.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend