Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Tarja, The Name im Konzert (Düsseldorf, Mai 2014)

Ohne Glanz und Glamour, aber mit Glorie

Glücklich ist, wer sich im Vorfeld über die „Rahmenbedingungen“ des heutigen Abends oder die Tour überhaupt richtig informiert hat. Bestuhlte oder zumindest teilweise mit Sitzmöbeln ausgestattete, ausgewählte Locations, die ein besonderes Ambiente ausstrahlen, sollen den Abend wie hier in Düsseldorf zu einem feinen Event erheben, weit entfernt eines „gewöhnlichen“ Rockkonzertes. Schampus statt Bier, Abendkleid statt Kutte oder Bandshirt? Man weiß es nicht…

Das Düsseldorfer Stahlwerk gehört jetzt zumindest nicht zu den gehobenen Etablissements, die mit üppiger Optik auf Punktefang geht, da sollen auch nicht die Eintrittspreise mit deutlich mehr als 40 Ocken – je nach Steh- oder Sitzplatz – hinwegtäuschen. Vielleicht liegt es auch am happigen Salär, dass nur geschätzte höchstens 500 Leute anwesend sind. Die Halle wird durch einen großen Vorhang optisch verkürzt, die einfachen Klappstuhlreihen enden kurz vor dem Mischpult, wo dann auch die „Stehzone“ beginnt. Für den Auftakt sorgen

The Name

aus Holland, die auch die kompletten drei Wochen der Tour als Opener die Fans in Hitzewallungen bringen sollen. Die Truppe besteht zwar schon seit einigen Jahren, muss sich aber noch dem Kampf des Bekannterwerden aussetzen, wofür sie Anfang des Jahres mit „Unchained“ ihr Debütalbum veröffenlichten.

Das Konzept der Show ist ebenfalls ganz klar: Zum einen wird natürlich das Debütalbum vorgestellt, denn alle Songs der heutigen Setlist stammen eben vom jenen Werk, zum anderen aber steht Frontfrau Hadassa voll und ganz im Mittelpunkt – passendes Stimmchen, sympathische Ausstrahlung und vor allem für die Herren der Zunft auch noch ein mehr als passabel anzusehendes Figürchen. Dazu passt auch, dass der mittig der Bühne angebrachte Ventilator ständig für einen malerischen Haarkranz bei Hadassa sorgt – das kennt man ja auch von so stilistisch unterschiedlichen Bands wie Powerwolf, Epica oder zuletzt noch auf der Tour bei Magnum.

Doch auch die Saitenakrobaten wollen nicht vergessen werden, die immer wieder ein paar Posingeinheiten hinlegen und auch so manches Mal das Haupthaar wehen lassen. Doch alles Engagement scheint sich zuerst nicht zu lohnen, dann das größtenteils sitzende Publikum ist zu Beginn der pünktlich startenden Show doch noch sehr reserviert, sogar der Applaus ist noch zurückhaltend im eher höflichen Bereich. Erstmals scheint bei „Imperfect“ die Kruste der Distanz aufzubrechen, denn die ersten Fans klatschen im Rhythmus mit, wenn auch noch defensiv und übersichtlich.

„Es wäre schön, wenn ihr aufstehen könntet“, so Hadassa zu „Twisted“, doch entweder hat das niemand mitbekommen oder keiner Lust dazu. Die Band übergeht das geschickt, macht noch Werbung in eigener Sache und weist darauf hin, dass sie gleich noch alle am Merchstand anzutreffen sind, wünschen noch viel Spaß mit Tarja und biegen mit „Fight“ dann auch auf die Zielgeraden ein, ernten den wohl bisher besten Applaus des Abends und können anschließend guten Gewissens sein, dass sie zumindest einige Fans neu hinzugewonnen haben. Den überbordenden Enthusiasmus aber sparen sich die Anwesenden für den heutigen Headliner auf.

Setlist:

Intro
Draw The Line
Radiate
Imperfect
Twisted
Image
Fight
Masquerade

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging