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Tanzwut im Konzert (Freyburg, April 2011)

„Ihr wolltet Spaß“

Tanzwut treten zum ersten Mal in erneut veränderter Besetzung auf

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Man schreibt den 30.4. und traditionell sollen in dieser Nacht die Hexen im Mittelalter ihren Sabbat abgehalten haben. Im Jahre 2011 gibt es immer noch diese Feiern, die Hexen reiten nun auf Motorrädern und Autos ein, sind schwarz gewandet und verzaubern vor allem durch ihr Aussehen. Hier auf der Neuenburg, die fürstlich über der Unstrut thront, ist es also wieder so weit und es wird eine weitere Walpurgisnacht zelebriert. Und wenn schon so viele zauberhafte Wesen um das Lagerfeuer tanzen, darf natürlich einer nicht fehlen und dies ist der Teufel.

Mit den Klängen von „Toccata“ kündigt man sich an und wer einen Blick neben die Bühne erhaschen kann, sieht, dass dort Jagbird von seinen Mitstreitern von Tanzwut völlig zu recht gefeiert  wird. Mit dieser Euphorie betritt man die Bühne und feuert den ersten Song „Ihr wolltet Spaß“ in das Publikum ab. Das Geschoss zündet sofort und die Rhythmen werden in ekstatische Tanz-und Sprungbewegungen umgesetzt. Beides sicher auch gute Mittel, um der Eiseskälte der sternenklaren Nacht zu trotzen. Mit „Labyrinth“ geht es weiter und bei dem nachfolgenden Song „Meer“ hat man endlich etwas Ruhe, um sich auch mal die neue Besatzung anzuschauen. Zum ersten Mal in dieser Formation spielend und nun durch Jagbird am Keyboard und Shumon an den Drums ergänzt, präsentiert man sich sehr harmonisch und voller Spiellust. Angesichts dieser Tatsache kann man nur hoffen, dass die Zeiten der ständigen Mitgliederwechsel nun für etwas längere Zeit vorbei sind.

Teufel erzählt nun bestens gelaunt von den Arbeiten am neuen Album, wie gut man dabei in den umliegenden Kneipen versumpfen kann und dass er mittlerweile besser unter dem Namen „der Weiße Hai von Weißensee“ bekannt sei. Eine Zusammenfassung dessen gibt es in „Wieder am Riff“, mit  dem die Berliner als Nächstes stranden. Wer allerdings auf neues Material hoffte, wurde an diesem Abend enttäuscht und muss sich noch bis zum Erscheinen der „Weißen Nächte“ am 16.9. gedulden. Entschädigung gab es aber in Form der „Auferstehung“, einer perfekten Symbiose aus Industrial-Rock und Mittelalterklängen. Brachiale Klänge treffen hier auf zarte Töne und geben so dem Merseburger Zauberspruch ein besonderes Antlitz. Zum Ende des Songs wird dies durch eine Wand aus vier Dudelsäcken vervollkommnet, die Publikum und Burg förmlich zum Erbeben bringt.

Es schließen sich die bekanntesten Titel der letzten vier Alben an, die immer wieder begeistert beklatscht und mitgesungen werden. Die Frage „Was soll der Teufel im Paradies“ braucht somit keine Beantwortung, überkommt einen doch der starke Eindruck, dass er auf der Neuenburg sein Zuhause gefunden hat. Mittlerweile ist das Programm so gut bekannt, dass es eigentlich keiner Ansagen mehr bedarf, denn wenn Martin und Zwilling die Sonnenbrillen auf die Nase setzen, stimmt man fast von allein „Im tiefen Gras“ an.

Tanzwut zünden ein Feuerwerk aus guter Laune, Spielfreude und treibender Musik, bei dem kein Bein ruhig bleiben kann. Man beschließt mit „Schattenreiter“ das Set, um trotz längst vergangener Geisterstunde auch noch eine Zugabe hinzulegen. Teufel scheint an dieser Stelle fast schon schlecht gelaunt, dass es wegen der nahen Anwohner nun tatsächlich vorbei sein muss. Sein Versprechen, nächstes Jahr wieder zu kehren, wird jubelnd angenommen und sieht man in die glänzenden Augen der Meute vor der Bühne, ist dies wohl ein beiderseitiges Versprechen.

„Ihr wolltet Spaß, den sollt ihr haben“ ist somit nicht nur Textzeile, sondern vor allem Programm.

Setlist:

  • Toccata
  • Ihr wolltet Spaß
  • Labyrinth
  • Meer
  • Wieder am Riff
  • Auferstehung
  • Seelenverkäufer
  • Vulkan
  • Endlich
  • Was soll der Teufel im Paradies
  • Lügner
  • Wächter
  • Bitte, bitte
  • Im tiefen Gras
  • Der Arzt
  • Geisterstunde
  • Niemals ohne Dich
  • Schattenreiter
  • Extase
  • Königreich
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