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Tankard und Abandoned im Konzert (Essen, Mai 2015)

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Tankard

Knapp zwei Stunden bierernste Unterhaltung liegen nun vor dem Fan, zwei Stunden, die einfach einmal mehr aufzeigen, dass man auch nach mehr als dreiunddreißig Jahren auf der Bühne frisch und vor allem spontan agieren kann – hier wird also wieder das volle Programm angeboten und geliefert, sodass auch die von Anfang an skandierten Tankard-Sprechchöre vollauf berechtigt sind.

Bei der Auswahl der Setlist gibt es natürlich das komplette Programm quer durch die Diskographie und nicht wie bei vielen anderen Bands einen Fokus auf das aktuelle Album, sodass also erneut ein Best Of auf die Fans niederprasselt. „Wir nehmen heute für eine Livescheibe alles auf“, lässt Gerre immer wieder wissen und stachelt so regelmäßig das ohnehin recht frenetische Publikum an, schnell ist da auch die frühe „Rüge“ vergessen, dass heute Abend nicht ausverkauft ist. Denn der Stimmungspegel ist dauerhaft hoch, erste Crowdsurfer sind schon bei „The Morning After“ auszumachen, wobei sich hier zum Glück der ersten Reihen das Ganze doch ein wenig die Waage hält und nicht die fliegenden Körper im Sekundentakt auf gebrechlich wirkende Handgelenke aufprallen.

Zwei Hauptthemen halten sich heute die Waage: Zum einen wird natürlich mehr als ausgiebig dem Kaltgetränk mit Hopfenkrone gehuldigt, aber auch das vermeintlich schwache Geschlecht rückt immer wieder in den Vordergrund – ob nun allein durch die huckepackreitende Blondine, die mit lasziv geöffneten Armen immer wieder eher den Eindruck vermittelt, heute noch mindestens einen der Musiker abzuschleppen, wobei sie durch Gerre auch noch mit Handkuss usw. angefüttert wird, zum anderen wird eine der Redaktion bekannte Tanja vor „Metaltometal“ auf die Bühne geholt und als eines der hübschesten Mädels heute Abend vorgestellt. „Applaus für Tanja, geh mal zum Manager und lass dir den Hotelschlüssel geben“, unkt Gerre und reitet auf der Suite 666 herum, wobei dann plötzlich alle Anwesenden zur Backstage-Party zu Leitungswasser und Bananen eingeladen sind – ja sicher, wer das glaubt, hat nun doch schon das eine oder andere Bierchen zu viel intus.

Natürlich tauchen auch so ganz nebenbei essentielle Informationen auf: „Mein Lieblingssong von der 'A Girl Called Cerveza'-Scheibe“, so Gerre vor „Rapid Fire“, oder aber die goldene Bandregel, vor, während und auch nach der Show keinen Sex und keinen Alkohol zu genießen, natürlich mit der passenden „Rules For Fools“-Untermalung – ein Fan bricht dann auch ein wenig die Regeln, stiefelt in aller Seelenruhe auf die Bühne, zückt sein Mobiltelefon und fotografiert zumindest so lange, bis ihm die Stagehands mit ein wenig Nachdruck zurück ins Publikum verhelfen. Hier ein Prost, dort einen Humpen heben oder gleich das Bühnenbier unters Publikum verteilen, alles wie gehabt, da hätte doch glatt Bobby (ex-Sodom, Hungöver) wie die Kirsche auf dem Dessert zu „Die With A Beer In Your Hand“ auf die Bühne stiefeln können, doch der Kerl ist nicht mehr aufzutreiben.

Schnell noch einen satirischen Seitenhieb gen Blatter vor „Minds On The Moon“; immer wieder durchbrechen lautstarke Tankard-Sprechchöre die ohnehin nicht ruhigen Songpausen, selbst Geburtstagsmeggie wird nicht vergessen und bekommt heute ein Ständchen auf der Bühne dargeboten, die Schwarzhaarige hinter der Theke muss dann als „A Girl Called Cerveza“-Madel herhalten und irgendwann turnt Gerre gar im Publikum herum und lässt sich mitten im Song feiern. Viel zu kurz kommen da einem die fast zwei Stunden vor, denn mit dem „Ihr wisst, was jetzt kommt“ und dem herausgetröteten „Römtetömtetöm“ sorgt „(Empty) Tankard“ für einen krachenden Schlussstrich. Schluss mit „Essen, geht noch was?“, Schluss mit biergetränktem Thrash Metal, Tankard haben am Ende nur eines gezeigt: Thrash Metal will never die.

Setlist:

Need Money For Beer
The Morning After
Zombie Attack
Fooled By Your Guts
Not One Day Dead (But One Day Mad)
The Beauty And The Beast
Stay Thirsty!
Rapid Fire (A Tyrant's Elegy)
Rules For Fools
Maniac Forces
Metaltometal
Die With A Beer In Your Hand
Minds On The Moon
Intro R.I.B. (Rest In Beer)
R.I.B. (Rest In Beer)
Rectifier
Chemical Invasion
Freibier
Alien
A Girl Called Cerveza
(Empty) Tankard

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