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Tankard und Abandoned im Konzert (Essen, Mai 2015)

Hessenpower im Bieralarm

Gelungener Auftakt durch Abandoned

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„Nein, wir singen nicht über Bier“ - ja nee, ist klar, liebe Tankard-Metalheads, ihr Verfechter des deutschen Reinheitsgebots, der goldenen Hopfenkrone, und anstatt hier im Pott alle Hessenklischees der Marke „Apfelwein rules“ zu verbraten, wird dann doch wieder der Gerstenkaltschale bis zum Sanktnimmerleinstag gehuldigt. Neben dem Hessenabriss Abandoned sind auch gut 280 Metalheads vor Ort, um dem Abend einen feierwürdigen Beiklang zu verpassen – zwar kann der Pott mit der Heim-Batschkapp-Show einen Tag zuvor nicht annähernd konkurrieren, sollen sich doch gut 900 Fans in Frankfurt als Tankard-Supporter geoutet haben, aber auch hier im Essener Turock zeigt sich das Publikum heute Abend von seiner besten, nicht nur trinkwütigen Seite.

Abandoned

Rar haben sich die Wortspielakrobaten aus Darmstadt in den letzten Jahren gemacht, und das nicht nur bei den Liveshows – da lohnt es sich ja fast gar nicht, auf die Hand voll Gigs in 2014 hinzuweisen, und auch dieses Jahr kommen sie einschließlich heute Abend auf insgesamt vier Auftritte. Meine Herren Abandoned, das ist einfach zu wenig. Dazu kommt auch noch, dass ihre letzte Veröffentlichung „Thrash You!“ zumindest datumstechnisch reichlich Staub angesetzt hat, die Mucke aber wie eh und je recht frisch und manchmal mit einer gehörigen Portion Slayer-Feeling aus den Boxen dröhnt. Hier schließt sich auch wieder der totschlagende Kreis, denn auf ihrer Facebook-Seite geben sie als Heimatsort „South of Hessen“ an – das bedarf doch nun wirklich keines weiteren Hinweises.

Wer nun bei Tankard als Support agiert, der sollte natürlich auch aus Hessen eine ordentliche Humor- und Charmeoffensive in Petto haben – und genau damit können Abandoned ebenfalls punkten. „Ein Song über die Situation auf dem heimischen Sofa“, so leitet Frontmann Kalli, den vielleicht der eine oder andere auch schon als Gitarrist bei Masters Of Disguise identifiziert hat, die Nummer „Disorder“ ein und hat somit schon die ersten Schmunzler auf seiner Seite. Überhaupt, es dauert gar nicht lange, bis sich das Publikum auf die Hessen-Thrasher einlässt und die ersten Matten fliegen, zumindest aber mehr als nur wohlwollenden Applaus spendiert.

„Nach uns sieht jede Band gut aus, wir freuen uns, hier spielen zu dürfen“, kalauert Kalli und prompt schlägt der Fehlerteufel zu und versemmelt die folgende „Sands Of Time“-Nummer – es dauert ein bisschen, bis die Fußmaschine an den Drums ausgetauscht ist, Kalli versucht mit seiner „Hospital-Aufwachraum-Herzschrittmacher-Story“ die Zeit zu überbrücken und sorgt auch für kopfkratzende Verwirrung, bevor sie ohne weitere Vorkommnisse die Show problemlos zu Ende thrashen können.

Immer mehr HeadbangerInnen steigen ein, gut 250 Gäste sind nun im letzten Drittel ab „Misanthrope“ vor Ort – eine kleine Zeitreise, die sie da anbieten, gehen sie doch bis zu Demozeiten zurück, was sie gar mit der Zugabe „Forcefed“ noch ein wenig deutlicher aufzeigen, hat die Nummer doch schon gute 15 Jahre auf dem Buckel und stammt von der gleichnamigen Debütdemo. „Ich hoffe, ihr genießt es“, hatte Kalli noch kurz zuvor der Menge entgegen gehaucht. Das haben die Anwesenden, denn fetter Applaus drückt aus, dass mit Thrash Metal hier im Pott noch immer eine ganze Blumenbank abzustauben ist. Immerhin ist mit „Fuck You Bastard“ ja heute sogar ein neuer, viel umjubelter Song am Start – vielleicht ja auch der Auftakt für eine völlig neue Abandoned-Periode.

Setlist:

Visions Of Death
Take The Spell
Disorder
Fuck You Bastard
Too Blind To See
Sands Of Time
The Oncoming Storm
Misanthrope
Private Little Hell
Holy Terror
Trapped
-------------
Forcefed

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend