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Swallow The Sun, Oceans Of Slumber & Aeonian Sorrow im Konzert (Hamburg, Mai 2019)

Gelungener Tourabschluss in der Hansestadt

Swallow The Sun

Nachdem der Umbau zwischen den beiden ersten Bands lediglich eine Viertelstunde dauerte, lässt man sich in der Pause zwischen Oceans Of Slumber und dem Mainact etwas mehr Zeit, doch um Punkt zehn Uhr stehen dann endlich Swallow The Sun auf den Brettern, wobei jedes Bandmitglied mit Jubel empfangen wird – Gitarrist Juha Raivio und Sänger Mikko Kotamäki bekommen hier erwartungsgemäß den größten Applaus. Schade, dass der Club nicht ausverkauft ist, bei einer Kapazität von vielleicht 300 Leuten fast ein bisschen enttäuschend, aber das muss ja nicht heißen, dass die Stimmung nicht gut wäre.

Eingestiegen wird mit dem Titeltrack des aktuellen Albums, von dem im Verlauf des Abends insgesamt vier Nummern dargeboten werden. Das Licht auf der Bühne ist eher spärlich gehalten, aber auch wenn den Fotografen das vielleicht weniger gefallen mag, so passt es atmosphärisch natürlich gut zu der Band. Mikko Kotamäki und Bassist Matti Honkonen haben sich zudem in ihre Kapuzenpullis eingemümmelt, sodass man kaum ihre Gesichter erkennen kann. Auch sonst hält sich Mikko in Sachen Kommunikation mit dem Publikum sehr zurück, wie man es von ihm gewohnt ist. Und wenn er mal etwas in seinen Bart brummelt, ist es kaum zu verstehen.

Dafür ist er gesanglich mal wieder voll auf der Höhe – seine Screams sind fies, seine Growls mächtig, sein Cleangesang ergreifend, man kann nur gebetsmühlenartig wiederholen, dass der Kerl einen der besten und vielseitigsten Sänger der Szene darstellt. Außerdem ist der Sound erneut ziemlich gut, sodass spätestens jetzt das Debakel vom November 2015 vergessen ist. Mit „Lost & Catatonic“ gibt es nach dem Auftakt mit dem neuen Stück erst mal einen Song der Dreifach-Platte „Songs From The North“, bevor „Firelights“ die nächste neue Nummer stellt.

Fast ein wenig erstaunlich, dass man anschließend wie auch schon bei der letzten Tour „Cathedral Walls“ auf die Setlist gepackt hat. Ohne Zweifel ein ganz starker Track, allerdings ja ein Duett mit Ex-Nightwish-Chanteuse Anette Olzon, die somit erneut nur aus der Konserve tönt. Wäre interessant gewesen, wenn Gogo Melone oder Cammie Gilbert für diese Tour jenen Part übernommen hätte, wenn man denn schon gleich zwei Supportbands mit Frauen am Mikro zur Verfügung hat.

Doch auch so sind die Leute begeistert, was sich bei dem folgenden „New Moon“ nicht ändert – ganz im Gegenteil. Bei dieser bittersüßen und überdies recht eingängigen Elegie (gerade im Vergleich zum sonst nicht immer ganz einfachen Material der Finnen) sind die Zuschauer voll dabei, da gehen Pommesgabeln in die Höhe und wird kräftig die Rübe gebangt. Dafür, dass hier immerhin zwei von drei Bands dem Doom-Genre zugerechnet werden, das Tempo also meist eher gedrosselt daherkommt, ist das Publikum jedenfalls einigermaßen aktiv.

Bereits nach „These Woods Breathe Evil“, das dem wiederum der aktuellen Scheibe entnommenen Doppelpack „Upon The Water“/„Stone Wings“ angehängt wird, gehen die Jungs von der Bühne. Eine Stunde Spielzeit wäre allerdings sehr mager für einen Headliner mit solch einem Backkatalog, doch kommen sie schon nach einer Minute wieder, um zunächst den epischen Titeltrack des vorletzten Albums „Emerald Forest And The Blackbird“ zu spielen und dann mit dem schaurig-schönen „Deadly Nightshade“ und „Swallow (Horror Part I)“ zwei ganz alte Schinken vom 2003er Debüt „The Morning Never Came“ zu kredenzen.

Wirklich ein ganz toller Abend; gerne hätten die Sonnenschlucker noch ein, zwei Songs mehr spielen dürfen, aber letztlich kann man mit 80 Minuten Spielzeit leben und wenigstens gab es diesmal in puncto Technik keine Probleme. Am Ende dürften sicherlich alle Beteiligten zufrieden sein. Nur eines noch am Rande: Das Headcrash sollte dringend die Bierauswahl überarbeiten: Beck’s, Corona und Franziskaner? Echt jetzt? Beck’s ist eh die letzte Plörre, Corona ist kein echtes Bier und Franziskaner aus der Flasche geht sowieso mal gar nicht. Ansonsten Daumen hoch!  

Setlist:

When A Shadow Is Forced Into The Light
Lost & Catatonic
Firelights
Cathedral Walls
New Moon
Upon The Water
Stone Wings
These Woods Breathe Evil

Emerald Forest And The Blackbird
Deadly Nightshade
Swallow (Horror Part I)

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