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Swallow The Sun, Oceans Of Slumber & Aeonian Sorrow im Konzert (Hamburg, Mai 2019)

Gelungener Tourabschluss in der Hansestadt

Nach dem tragischen Tod seiner Lebensgefährtin Aleah war sich Swallow The Sun-Gitarrist und -Songwriter Juha Raivio tatsächlich nicht sicher, ob er die Band fortführen, geschweige denn noch Live-Auftritte mit ihr absolvieren sollte. Für Fans der Truppe natürlich eine Erleichterung, dass er sich dazu entschloss, dieses traumatische Ereignis stattdessen musikalisch in Form eines neuen Albums zu verarbeiten. „When A Shadow Is Forced Into The Light“ kam trotz der insgesamt eher ruhigen Ausrichtung bei Kritikern und Supportern gut an (neun Punkte bei The-Pit.de), zeigte es doch eine klare Weiterentwicklung des bandeigenen Sounds auf, und wurde in den letzten Wochen während der zugehörigen Tour ausgiebig live vorgestellt. Das Konzert am 12. Mai in Hamburg markiert den allerletzten Termin der Rundreise, was insbesondere am Merchstand deutlich wird – so sind T-Shirts nur noch in wenigen Größen verfügbar, CDs zum Teil sogar überhaupt nicht mehr.

Dass die Band wie schon auf der „Songs From The North“-Tournee erneut im Headcrash auftritt, ruft zunächst einmal keine besonders guten Erinnerungen hervor, denn aufgrund des katastrophalen Sounds beim Auftritt vor dreieinhalb Jahren sowohl bei Swallow The Sun selbst als auch bei beiden Vorbands musste man am damaligen Abend erheblich Abstriche in der B-Note machen. Auch diesmal sind die Finnen mit zwei Begleitcombos angereist, mit den Amerikanern Oceans Of Slumber sowie der finnisch-griechischen Funeral-Doom-Truppe

Aeonian Sorrow  

Als der The-Pit.de-Schreiberling um kurz vor acht eintrifft, hat die Formation mit ihrem Set bereits begonnen, glücklicherweise allerdings nur wenige Minuten früher und nicht bereits zur Einlasszeit um 19 Uhr, wie es ja leider immer wieder mit Supportacts passiert; die Unsitte, die erste Vorband zu zwingen, vor dem offiziellen Beginn anzufangen, ist ja leider immer noch nicht komplett ausgestorben.

Eigentlich zu sechst, treten Aeonian Sorrow auf dieser Tour nur mit fünf Leuten auf, da der etatmäßige Bassist gerade mit einer anderen Band durch die Weltgeschichte reist, weswegen die Tieftöner-Spuren vom Band laufen. Ein ähnliches gilt für die Keyboards, obwohl dafür an sich Sängerin Gogo Melone zuständig ist, die sich anscheinend jedoch ausschließlich auf ihre Vocal-Performance konzentrieren will. Sicherlich ist das erst mal nicht schön, wenn gleich zwei Instrumente aus der Konserve kommen, dafür aber ist der Sound mehr als brauchbar – eine erfreuliche Feststellung nach dem Desaster vor ein paar Jahren.

Außerdem bringt gerade die Griechin mit dem lustigen Nachnamen eine herausragende Leistung am Mikrofon; es soll ihr zugestanden sein, lieber auf die Doppelbelastung zu verzichten, wenn dabei solch eine beeindruckende Darbietung herauskommt. Ihr männlicher Counterpart Ville Rutanen präsentiert sich zwar solide und seine Growls haben durchaus Tiefe, wirken mitunter aber auch etwas forciert. Dennoch eine reizvolle Kombination, die es zwar in zahllosen Gothic-Bands schon hundertmal gegeben hat, im Funeral-Doom-Kontext jedoch deutlich weniger klischee- und pathosbehaftet wirkt.

Auch sonst wirkt das Songwriting konsistent – klar ist das langsam und schleppend und so manchem mag das zu eindimensional wirken, doch punktet die Band mit einer sehr dichten Atmosphäre und einer geilen Soundwand; und Abwechslung bietet das Ganze im Rahmen des Genres dann schon. Die zerbrechliche und absolut kitschfreie Pianoballade „Memory Of Love“, die Gogo mit herzzerreißender Stimme vorträgt, fällt zwischen den vielen schweren Riffs völlig aus dem Rahmen und fügt sich trotzdem prächtig ein.

Alles in allem ein toller Auftritt einer Band, die in Form von „Into The Eternity A Moment We Are“ erst ein Album vorgelegt hat, doch so stark wie die Doomer sich hier präsentieren, kann da bestimmt noch einiges an Großartigkeiten folgen. Man darf darüber streiten, ob es angebracht ist, bei solcher Musik die Leute zum Mitklatschen aufzufordern, wie es zwischendurch geschieht, immerhin aber kann man der Band so nicht vorwerfen, Genre-typisch wie Stehgeiger zu agieren. Und die euphorische Reaktion des Publikums („Ihr wart die beste Crowd auf dieser Tour“ ist die Antwort) beweist, dass den Leuten gefallen hat, was sie gesehen und gehört haben.

Setlist:

Forever Misery
Shadows Mourn
Under The Light
Memory Of Love
Insendia

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