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Summer Breeze 2011

Geile Bands, geile Stimmung, nur das Wetter spielte verrückt

Melechesh bespielten die Fans am ersten Tag zum Glück erst abends

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Mittwoch, 17. August

Heiß ist’s, als die Schleusen am Mittwoch geöffnet werden, um die zahllosen Besucher aufs Gelände des Summer Breeze 2011 zu geleiten, und heiß ist’s immer noch, als wir gegen Abend eintreffen. Rasch wird noch das VIP-Bändchen und der dazu gehörige Ausweis in Sinnbronn abgeholt und da fängt das Gemecker auch schon an: Lediglich ein einzelner kleiner Container steht einsam auf einem Parkplatz, innen drin zwei Typen, die sich die Beine in den Bauch stehen und ein Loneranger, der sich um die Bändchenausgabe kümmert. Kein Wunder, dass man sich hier schon den ersten Sonnenbrand holt – da hätte man einfach das zweite Fenster aufmachen und zwei Schlangen bilden können. Zumindest hätte dies das Durchschwitzen des ersten Hemdes verhindert und wäre wesentlich schneller vonstatten gegangen.

Bei der Weiterfahrt und dem ersten Blick Richtung Festivalgelände wird klar: Im Gegensatz zum SB 2009, wo die Schreiberin dieser Zeilen erstmals den Duft des mehrtägigen Festivals schnupperte, hat sich das Festival an Besucherzahlen gemessen sicherlich nochmals um einige Tausende ausgedehnt. Dementsprechend fällt selbst zu recht vorgerückter Stunde – inzwischen haben wir beinah 18 Uhr – das Einschleusen etwas schleppend aus. Warum drei oder vier der Schleusen unbenutzt bleiben, bleibt fraglich, Tatsache ist jedoch, dass man etwas mehr Zeit in die Einarbeitung der Lotsen hätte investieren sollen; man kommt sich ein bisschen vor wie in den Straßen Bangkoks, völlig chaotischer Verkehr und jeder fährt dort, wo es ihm gerade am besten passt. Man kann sich nur wundern, wenn man schließlich heil und ohne Herzinfarkt an seinem Zeltplatz ankommt. Die berühmte Arschkarte zieht man dann, wenn Freunde einen Platz für einen freigehalten haben – an Turm L, also quasi gute anderthalb Kilometer vom Konzertgelände entfernt. Naja, besser als nichts, wer weiß, wo wir sonst gelandet wären. Apropos „wer weiß“: Wer auch immer sich um den Druck der Programmhefte und VIP-Ausweise gekümmert hat, scheint im Voraus etwas zu viel Sonne abbekommen zu haben; auf den laminierten VIP-Kärtchen befindet sich zumindest für Mittwochabend eine etwas andere Running Order als in den Programmheftchen. Konfus betrachtet man sich die Diskrepanzen auf Papier und zuckt dann resigniert mit den Schultern. Zum Wundern ist es einfach zu heiß.

Bei dem Wetter lässt der Sonnenstich natürlich nicht lange auf sich warten – am ersten Abend um zehn im Zelt zu liegen und zu pennen ist zwar nicht gerade Metal, aber nötig, um den Rest des Festivals einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Bei der sengenden Hitze und der Distanz zum Konzertgelände kann man sich natürlich auch nicht mal annährend alle Bands anschauen, auf die man sich schon seit Wochen freut – Improvisation und das Beste draus machen heißen hier die Zauberwörter, die die folgenden Tage beherrschen sollen. Vor dem absoluten Hitze-GAU wird sich aber noch aufgerafft, um sich wenigstens eine Band anzuschauen. Kann ja nicht angehen, dass man sich das Festival von einem simplen Stich so verhageln lässt.

Melechesh

Die Black Metaller aus Israel haben selbst auf dem Multikultifestival den Exotenstatus gepachtet. Da die Combo auf den oben erwähnten Blättchen zu unterschiedlichen Zeiten spielt – einmal um 20 Uhr und einmal um ein Uhr nachts – haben sich wahrscheinlich nicht ganz so viele Fans vor der Bühne eingefunden, wie man sich hätte wünschen können, aber so bietet das überdimensional vergrößerte Zelt der Party Stage genug Platz zum Headbangen. Zahlreich werden die Haare geschwungen zu Songs wie dem Album- und Setlistopener „Illumination: The Face Of Shamash“ vom aktuellen Reißer „The Epigenesis“ und die Herren um Sänger und Gitarrist Ashmedi zeigen sich natürlich ob des schwindenden Lichtes draußen sehr spielfreudig. Die Dämmerung passt eben doch besser zu den mythischen Texten der Wahlholländer als die pralle Mittagshitze.

Auf ihrer Setlist macht die Band einige erfreuliche Sprünge durch die Zeit: „Deluge Of Delusional Dreams“ beispielsweise entstammt dem 2006er Output „Emissaries“ und mit „Triangular Tattvic Fire“ reist das Trio sogar bis ins Jahr 2003 und der „Sphynx“-Platte zurück. Weitere Quantensprünge werden allerdings vermieden, was zwar schade, aber wahrscheinlich taktisch gut ist, schließlich dürften die wenigsten der anwesenden Metaller mit den ganz alten Alben der Jungs vertraut sein.

Allerdings fällt bei Melechesh das erste Problem der Party Stage auf, das auch die folgenden Tage nicht wirklich behoben werden kann: Der Sound ist einfach zu laut. Geradezu monströs übertrieben kommen die Basslines aus den Boxen, Ashmedi liefert zwar eine gesanglich einwandfreie Performance, geht aber ab und an in den Bassdrumschlägen von Schlagwerker Xul unter. Vor allem bei einer Band, deren letztes Album eine Blaupause in Sachen brillanten Sounds und differenzierter Instrumente war, ist sowas natürlich doppelt schade. Abgefeiert wird die Combo aber natürlich trotzdem. Die Kopfschmerzen treiben einen dann aber doch baldigst aus dem Zelt und hinaus an die vergleichsweise kühle Luft.

Setlist:

Illumination: The Face Of Shamash
Sacred Geometry
Deluge Of Delusional Dreams
Ladders Of Summeria
Grand Gathas Of Baal Sin
Triangular Tattvic Fire
Ghouls Of Nineveh
Rebirth Of The Nemesis

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