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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison

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Triptykon

Triptykon haben zwar erst ein Album ("Eparistera Daimones") veröffentlicht, beziehen ihre Popularität aber natürlich hauptsächlich aus ihrem Frontmann Tom „Warrior“, seines Zeichens der Kopf der Kultband Celtic Frost. Dass es diese nicht mehr gibt, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben und die Gründe, die dazu führten, sollen an dieser Stelle nicht weiter interessieren.

Wichtig ist der Auftritt von Triptykon, der sich aufgrund eines längeren Soundchecks leider ein wenig verzögert. Aber als die Band endlich die Bühne betritt, wird klar, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn wie fast immer auf der Zeltbühne ist der Sound sehr gut geraten. Auch der Rest der Rahmenbedingungen ist optimal, als die Musiker in kaltes, blaues Licht getaucht auf die mit Kunstnebel umhüllte Bühne treten. Ohne Vorwarnung geht es dann mit dem Celtic Frost-Klassiker „Procreation (Of The Wicked)“ in die Vollen, dem direkt der Opener des Triptykon-Albums folgt. Nach „Goetia“ richtet Tom sich das erste und einzige Mal direkt an das Publikum. „Es ist eine Ehre heute hier zu sein,“ hat mehr Wirkung als eine ewig lange Rede.

„Circle Of The Tyrants“ und „Babylon Fell“ sind natürlich noch intensiver und treiben dem Publikum mehr als eine Gänsehaut über den Rücken. Es ist generell faszinierend zu beobachten, wie die Fans reagieren. Wildes Headbangen oder gar Pits in jeglicher Form würden die Atmosphäre dieses Auftritts nur zerstören, obwohl die Songs ja wahrlich nicht zu langsam dafür wären. Mit Tryptikon hat Tom Gabriel Fischer etwas Besonderes geschaffen, das wird heute Abend deutlich. Dieser Auftritt wird den Anwesenden noch lange im Gedächtnis bleiben, dafür sorgt schon alleine der starke Abschluss in Form von „The Prolonging“. Danach sind viele so gebannt, dass sie sogar vergessen nach einer Zugabe zu fordern. Mit Sicherheit eines der Highlights dieses Festivals.

Setlist:

Procreation (Of The Wicked)
Goetia
Circle Of The Tyrants
Babylon Fell
The Prolonging

Subway To Sally

Mit Subway To Sally betritt ein Urgestein des Summer Breeze als Donnerstags-Headliner die „Main Stage“ und viele Fans wollen sich das nicht entgehen lassen. Gedankt wird es ihnen mit einem wie immer starken Auftritt und einigen netten Feuerwerkseffekten. Dennoch waren die Potsdamer auch schon mal stärker, denn der Sound macht ihnen öfters einen Strich durch die Rechnung. Eric Fish hört man stellenweise fast gar nicht, was aber kaschiert, dass der Sänger nicht seinen besten Tag erwischt hat. Dennoch ist er weit davon entfernt, einen schlechten Auftritt abzuliefern, denn wenn man ihn wie wild zwischen den Flammenfontänen herumtanzen sieht, verzeiht man gerne leichte gesangliche Unstimmigkeiten.

Subway To Sally sind eben eine fantastische Liveband und haben ein nahezu unerschöpfliches Repertoire an Hits in der Hinterhand. Eine Setlist zusammenzustellen muss für die Band wahrlich eine Qual sein. Heute konzentrieren sie sich, wie in letzter Zeit eigentlich immer, auf die Zeit ab dem „Hochzeit“-Album. Von diesem bringt der starke Opener „Henkersbraut“ die Menge vor der Bühne auch direkt in die richtige Stimmung. Weitere Highlights des Sets sind die „Herzblut“-Tracks „Kleid aus Rosen“ und der frenetisch gefeierte (und ausgeführte) „Veitstanz“, die auch optisch beeindruckend umgesetzten „Feuerland“ und „Meine Seele brennt“, sowie natürlich „Sieben“.

Welches Lied den endgültigen Abschluss bildet und welches Lied die Massen, die nach dem Gig zum Zeltplatz strömen, fröhlich vor sich hin skandieren, muss wohl niemandem mehr erklärt werden. Denn selbst erklärte Subway To Sally-Hasser wissen mit Sicherheit, was Räuber gerne saufen…

Setlist:

Henkersbraut
Kleid aus Rosen
Feuerland
Kleine Schwester
Die Schlacht
Puppenspieler
2000 Meilen unter dem Meer
Maria
Meine Seele brennt
Judaskuss
Besser Du rennst
Falscher Heiland
Veitstanz
Sieben
Julia und die Räuber

The Devil's Blood

Was ist denn mit The Devil’s Blood los? Die Senkrechtstarter liefern heute jedenfalls, an ihren eigenen Maßstäben gemessen, keinen besonders guten Auftritt ab. Das mag daran liegen, dass die Band in kleinen Clubs am besten funktioniert (da aber richtig!) oder an anderen widrigen Umständen. Jedenfalls ist heute irgendwie der vielzitierte Wurm drin. Man mag zu der Band stehen wie man will, aber live strahlen sie eine unbestreitbare Magie aus. Jedenfalls an normalen Tagen, denn heute wirkt es, als spielten die Holländer ihren Set mit einer Mischung aus Hast und zu großer Abgeklärtheit hinunter.

Dass sie gehetzt wirken, liegt mit Sicherheit daran, dass sie zehn Minuten zu spät auf die Bühne kommen und somit zum Ende des Sets in Zeitprobleme kommen werden. So kommt es auch, dass ihnen bei „Christ Or Cocaine“ der Strom abgedreht wurde, aber dazu später mehr. Rein musikalisch merkt man der Band, die wieder ohne Ansagen auskommt, ihre vielen Live-Shows an. Sicher, es ist immer beeindruckend, wie gut die Songs aufgebaut sind und wie kunstvoll die Gitarren ineinander „fließen“. Vom Gesang her ist es wie immer etwas abwechslungsarm, aber das ändert nichts daran, dass Farida eine durchdringende Charakterstimme hat. Trotzdem will der Funke, der die Clubkonzerte so magisch macht, nicht so recht überspringen. Aber auch so kreieren The Devil’s Blood eine Atmospäre, von denen viele andere Bands nur träumen können.

Die Szenen am Ende des Konzerts sind dann aber mehr als unschön. Der Band wird der Strom nicht schlagartig abgedreht, sondern erst nach und nach. Auf der anderen Seite soll den Musikern aber mehrfach deutlich suggeriert worden sein, dass sich ihre Zeit aufgrund des verspäteten Beginns dem Ende zuneigte. Das wollten sie aber offensichtlich nicht hinnehmen, was nach dem unrühmlichen Ende des Auftritts wohl auch zu Handgreiflichkeiten hinter der Bühne (ein Crew-Mitglied des Veranstalters soll niedergeschlagen worden sein) führte. Offizielle Statements gibt es aber noch nicht, deswegen sind diese Aussagen noch mit Vorsicht zu genießen.

Fakt ist aber sicherlich, dass es einige Probleme von beiden Seiten aus gegeben hat.

Setlist:

Come, Reap
Rivers Of Gold
House Of 10.000 Voices
Rake Your Nails Across The Firmament
The Heaven’s Cry Out For The Devil’s Blood
The Graveyard Shuffle
Voodoo Dust
Christ Or Cocaine

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