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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison

Die Apokalyptischen Reiter - live gut wie immer

Zum Thema

Ill Nino

Die Dreadlocks-Fraktion Ill Nino aus New Jersey wird zunächst besonders von den weiblichen Fans umjubelt, die sich in die ersten Reihen vorgemogelt haben, und von dort aus insbesondere nach Frontsau Christian Machado lechzen. Dieser macht, um ein paar Kilos erschwert, dennoch das, was man von ihm erwartet, und brüllt „If You Still Hate Me“ von ihrem ersten Studioalbum „Revolution: Revolución“.

Nach dem mehr als intensiven und ohnehin alles zerstörenden Auftritt von Napalm Death haben die Latino-Nu-Metaller nicht, wie erwartet, schwer an der Rumpelkiste zu drehen. Der Pulk vor der Pain Stage ist eifrig in Bewegung und es scheint trotz 30 Grad und lachender Sonne kaum Ermüdungserscheinungen zu geben. Wer doch schwächelt, wird von „Te Amo...I Hate You“ oder „Corazon Of Mine“ mit großer Wahrscheinlichkeit wieder wach gerüttelt.

Die Ansagen von Christian Machado sind stets durchzogen von einem sympathischen „Fuck“ in sämtlichen Variationen. Doch nicht nur der Einsatz dieses Wortes ist von Kreativität gezeichnet: So trommelt Daniel Couto eifrig auf seinen Percussions herum.

Auch der ein oder andere Menschengulasch bleibt nicht aus und so prasseln immer wieder kleine Menschenhäuflein aufeinander und zerlegen sich zu „This Is War“ oder „My Resurrection“. Auf der Bühne fliegen die Dreads und vor ihr die Köpfe. Andere Körperteile scheinen trotz des durchaus ansehnlichen Trubels an Ort und Stelle zu bleiben, und so kann bis „How Can I Live“ von „Confession“ ordentlich weiter gefetzt werden. Nach 50 Minuten Spielzeit können Ill Nino ihren Auftritt als erfolgreich beenden und entlassen ihre schwitzende Meute zur Bühne nebenan, auf der in wenigen Minuten Parkway Drive zum Kampf ansagen.

Setlist:

If You Still Hate Me
Te Amo…I Hate You
Corazon Of Mine
I Am Loco
Alibi Of Tyrants
This Is War
Lifeless…Life…
Rumba
My Resurrection
God Save Us
Liar
What Comes Around
How Can I Live

Parkway Drive

Das Summer Breeze kennt heute keine Gnade mit seinen Festivalbesuchern und scheint den Umstand auszunutzen, dass am ersten Tag noch reichlich Energie vorhanden ist. So folgen, nach den beiden zerstörerischen Krachern zuvor nun auch noch Parkway Drive, die sich nicht mit weniger Agilität zufrieden geben. Nach dem Intro gibt es den ersten Schlag schneller als erhofft mit „Unrest“, das von ihrem noch heißen, neuesten Brand „Deep Blue“ geschöpft wurde. Das neue Album scheint sich wahnsinnig gut in das Gehirn seiner Hörer und Fans gefressen zu haben und trotz aller Raserei zuvor, bahnen sich jetzt schon die ersten Circle Pits ihren Platz in der dicht stehenden Menge, die bunter als zuvor schon fast einem Farbklecks gleicht.

Mit „Idols And Anchors“ starten die sonnigen Jungs aus Down Under einen Täuschungsversuch, als die Gitarren von Jeff Ling und Luke Kilpatrick beinahe friedlich den Unwissenden verwirren.

„Romance Is Dead“ von dem Album mit dem sympathischen Titel „Killing With A Smile“, verfehlt sein Ziel genauso wenig wie das Goldstück von „Deep Blue“, „Sleepwalker“.

Zu den Füßen von Straight Edge-Verfechter Winston McCall tummeln sich die Menschen wie in einem überfüllten Forellenbecken. Es wird gemosht, als würde es kein Morgen geben und die Crowdsurfer fallen den Securitys im Minutentakt in die Arme. Parkway Drive-Sprechcöre hallen in jeder freien Minute über das Gelände des Festivals.

Im Gegensatz zum Publikum hält sich heute besonders Gitarrist Luke Kilpatrick zurück. Grund dafür ist etwa nicht Motivationslosigkeit, sondern ein geschienter Fuß, mit dem es ganz offensichtlich nicht einmal halb so viel Spaß macht auf der Bühne zu stehen, ist man doch sonst von ihm nichts anderes als Rastlosigkeit gewohnt. Der Rest der Sonnenkinder legt sich dafür umso mehr ins Zeug und Winston McCall ist bereits nach dem dritten Song sichtlich angestrengt, doch kennt weder mit sich, noch mit den Fans Gande. Die nicht enden wollenden Circle Pits können ihm dabei scheinbar nicht groß genug sein. „Bigger!Bigger!“ scheppern die Anfeuerungsrufe durch die gewaltigen Boxen. Der Boden vor den Bühnen ist in diesem Jahr gepflastert worden, was das Rennen unheimlich erleichtert. Jedoch birgt es auch umso mehr Risiko, im Falle eines Sturzes. Doch keinem der Wahnsinnigen würde ein noch so schlechter Boden jemals Einhalt gebieten können.

Die Setlist enthält nicht nur mit „Deliver Me“ und „Wreckage“ neue Songs von dem Album, das erst einem Monat vor dem Summer Breeze in Deutschland veröffentlicht wurde. Ein mutiger Zug von den Metalcorelern, der sich doch ganz offensichtlich auszahlt. Das Album und die Band bringen den Donnerstag auf den derzeitigen Höhepunkt, und nach dem Auftritt werden sogar positive Stimmen von Core abgeneigten Metalheads laut, dass Parkway Drive doch mehr als nur Gebrüll und Brakdowns zu bieten haben.

Setlist:

Intro
Unrest
Idols And Anchors
Romance Is Dead
Smoke 'Em If Ya Got 'Em
Sleepwalker
Dead Man's Chest
Deliver Me
The Sirens' Song

Wreckage

Carrion Boneyards

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