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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison

Barren Earth sind eine Band-Zusammensetzung der Spitzenklasse

Zum Thema

Equilibrium

Und wenn man denkt, es geht nicht mehr, schreiten plötzlich die Münchener von Equilibrium auf die Bühne und recken die Teufelshörnchen zum Gruß in Richtung Publikum. Dieses jubelt unaufhaltsam und lechzt wie eine Meute junger Hunde nach dem Objekt ihrer Begierde.

„In heiligen Hallen“ eröffnet das stimmungsgewaltige Set der Band und es ist sofort klar, dass dumpfer, kräftig vibrierender Bass und düsteres Licht einen starken Bestandteil des Equilibrium-Auftritts darstellen werden. Viele Fans sind besonders gespannt auf die neue Frontsau Robse, die zumindest optisch schon einiges her macht und keift wie ein abgestochenes Schwein. Dabei ist der Sound leider nicht sonderlich gut. Zwar ist man diesen Umstand von Equilibrium leider gewohnt, aber ausgerechnet mit neuer Stimme ausgestattet, möchte man von dieser doch ganz gerne etwas mehr mitbekommen, um sich ein besseres Bild machen zu können.

Als bereits an zweiter Stelle der unerbittliche Brecher „Blut im Auge“ steht, rastet die Menge vollkommen aus. Es werden Haare durch die Luft gewirbelt, wie noch nicht zuvor an diesem Abend und laute Fangesänge unterstützen die Band nicht nur moralisch. Das Kondenswasser läuft inzwischen in Rinnsälen die Zeltdecke hinab und die Luft erinnert trotz offener Wände an einen Pumakäfig, in dem jeder hungrig nach seiner Beute lauert.

Die erste Reihe hat mittlerweile schon gar keinen Zentimeter Bewegungsfreiheit mehr. Die hinteren Reihen drängen nach vorne und das moshende Volk nimmt sich den Platz, den es für seine wilden Raufereien zur Verfügung haben muss.

Dabei macht es keinen merkbar großen Unterschied, ob Equilibrium Songs von den alten Alben durch die zähe Luft schleudern, oder ob die Fans Lieder wie die „Affeninsel“ vom frischen Album „Rekreatur“ um die Ohren geschmettert bekommen. „Rekreatur“ wird von den Fans ganz offensichtlich wunderbar angenommen, was sicherlich auch an der starken Ähnlichkeit zu Liedern der alten Alben liegen mag.

Seit seinem ersten gemeinsamen Auftritt mit Equilibrium im März ist Robse sichtlich gelassener geworden und seine keifende Stimme erinnert an das Geschrei einer Hexenverbrennung oder Teufelsaustreibung. Und hier steckt ja bekanntlich im Detail, weshalb die klassischen Mitgröler „Snuffel“ und „Met“ nicht fehlen dürfen. Ohrenbetäubendes Klatschen und Jubeln bestätigt die Band in dem was sie machen und als sie nach „Met“ die Bühne verlassen, schmettern ihr unerbittliche Zugabe-Rufe hinterher. Ein letztes Mal werden Equilibrium mit „Unbesiegt“ wie infiziert gefeiert und nicht nur die Paganmetaller sind heute Abend mit unbesiegter Wahrscheinlich auf ihre Kosten gekommen.

Setlist:

In Heiligen Hallen
Blut Im Auge
Snuffel
Heimwärts
Der Ewige Sieg
Wingthors Hammer
Unter Der Eiche
Die Affeninsel
Met
Unbesiegt

Annotations Of An Autopsy

Kaum sind Equilibrium von der Bühne, lichten sich die Reihen im Zelt und viele treten torkelnderweise den Weg zu ihrem Camp an. Die britischen Death Metaller mit deutlichen Core-Einschlägen kommen mit einem Trommelfell zerlegenden Bass-Gewitter auf die Bühne, und den Verbliebenen wird unweigerlich klar gemacht, was zu später Stunde noch erwartet wird: “We Want some fucking violence!“ setzt sich in den Ohren der Fans fest und es entsteht ein Pit, der alles garantiert, nur kein unbeschadetes Entrinnen.

Nicht nur mit „Prosthetic Erection“ scheppern fiese, aggressive und von Breakdowns begleitete Melodien durch die Boxen und die späte Nacht.

Die Schar in der Mitte ist sichtlich auf Krawall gebürstet und lechzt förmlich nach „Human Dust“ und „Gore Gore Gadget“, in denen zur Abwechslung mal eine Sau abgestochen wird, zumindest erwecken die Pick Squeals diesen Eindruck und diejenigen, die nicht mit Duracell angetrieben werden, bangen am Rande der Gefahrenzone.

Trotz des Abwechslungsreichtums, den Annotations Of An Autopsy in die Nacht legen, wird es nach einer Weile anstrengend der Band zuzuhören. Der ein oder andere müde Geist verlässt vorzeitig das Zelt und wartet gar nicht mehr bis zum Ende mit „Born Dead“.

Setlist:

Bone Crown
Prosthetic Erection
Human Dust
Cryogenica
Gore Gore Gadget
Welcome To Sludge City
Born Dead

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging