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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison
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Sick Of It All

Mit leichter Verspätung stürmen Sick Of It All im wahrsten Sinne des Wortes die Bühne. Zu „Death Or Jail“ ist das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten und wird für die nächste Stunde auch nicht mehr locker gelassen. Gitarrist Pete Koller springt unermüdlich in die Lüfte, oder rennt wie von der Tarantel gestochen von einer Seite zur nächsten.

Sick Of It All sind neben Agnostic Front eine der bedeutensten Hardcore-Bands aus New York. Sie gründeten sich bereits im Jahr 1986 und haben seitdem nicht einen einzigen Line-Up-Wechsel zu verzeichnen, was gehörigen Respekt verdient. Die Beständigkeit der Band merkt man ihnen bei jeden Song an, sei es „Good Looking Out“ oder „The Divide“. Jeder Ton sitzt und ein eingespieltes Team tritt zutage.

Zwar haben viele Festivalbesucher nach dem Suprise Act Bülent Ceylan ihren Platz vor der Bühne verlassen und machen sich auf dem Weg Richtung Campingplatz, aber der harte Kern verweilt und erweist sich als Sick Of It All-Fan, der eifrig die Lieder mit trällert. Aufgrund der kurzen Lieder finden einige Songs Platz in der ausgiebigen Setlist, was angesichts der mehr als gut gefüllten Diskographie durchaus sinnvoll ist. So finden alte Gassenhauer wie „Step Down“ und „Busted“ ebenso einen Platz in der Setlist wie die neuen Hits „A Month Of Sundays“ und „Take The Night Off“. Die Fans nehmen jeden Song gut auf, auch wenn niemand mit allen seinen Wunschsongs rechnen kann, und gönnen sich ebenso wenig eine Verschnaufpause, wie die beiden Brüder Koller auf der Bühne.

Mit einer enormen Bühnenpräsenz und einem gewaltigen Core-Brett, können Sick Of It All auch heute Abend ihre Vorherrschaft im Hardcore würdig vertreten, und geben mit „Us Vs Them“ ein letztes mal fetten Stoff zum moshen und verabschieden sich unter großen Jubel von der Bühne.

Setlist:

Death Or Jail
Good Looking Out
Uprising Nation
The Divide
America
Built To Last
Clobbering Time
Lowest Common Denominator
Step Down
A Month of Sundays
Busted
Take The Night Off
My Life
Waiting For The Day
Dominated
Injustice System
Machete
Scratch The Surface
Us vs. Them

Dark Funeral

Mit gemischten Gefühlen dürften viele Dark Funeral-Fans zu diesem Auftritt ihrer Black Metal-Heroen gehen. Frontmann Masse „Emperor Magus Caligula“ Broberg hatte kurz vor dem Summerbreeze bekannt gegeben, dass der nun anstehende Auftritt sein letzter mit Dark Funeral sein wird. Das Set beginnt mit „The End Of Human Race“ und es liegt eine recht bedrückte Stimmung über dem Festivalplateau. So richtig Stimmung mag nicht aufkommen und Emperor Magus Calligula gibt sich noch viel wortkarger als sonst. „666 Voices Inside“ wird mit mehr Begeisterung aufgenommen. Im Vergleich zu vorangegangenen Gigs der Band sind die Reaktionen immer noch äußerst verhalten. Dabei muss gesagt werden, dass die Musiker extrem sauber spielen und der Sound echt gut ist.

Vom Album „Diabolis Interium“ stammt „Goddess Of Sodomy“, einer der wohl bekanntesten Songs der schwedischen Black Metaller. Langsam füllen sich auch die Reihen vor der Bühne dann doch und auch die Begeisterung der Zuschauer nimmt zu. Die irre Pyro- und Flammenshow dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben. „The Arrival Of Satans Empire“, „Stigmata“ und „Atrum Regina“ überzeugen durch eine fehlerfreie, präzise und von Feuer, düsterer Lightshow und Pyros geprägten Darbietung. Als nächstes prügelt „An Apprentice Of Satan“ auf das Publikum ein. Das Lied über den Satansschüler wird gut angenommen und man sieht viele Black Metal Fans moshen.

„King Antichrist“ und „In My Dreams“ könnten dann kaum gegensätzlicher sein. Der erste Titel pflügt wie ein Highspeed-Black-Metal-Gewitter durch die Massen während „In My Dreams“ als starke Midtemponummer leider schon das Finale dieses so denkwürdigen Gigs einläutet. Für den letzten Titel haben sich Dark Funeral ausgerechnet „My Funeral“ ausgesucht. Masse Broberg gibt noch einmal Vollgas und man merkt ihm durchaus an, dass ihm der Abschied von Dark Funeral, mit denen er stolze fünfzehn Jahre verbrachte, nicht so leicht fällt. Einer der charismatischten Black Metal Frontmänner verlässt die Bühne, hoffentlich nicht für immer.

Setlist:

The End Of Human Race
666 Voices Inside
Goddess Of Sodomy
The Arrival Of Satan's Empire
Stigmata
Atrum Regina
An Apprentice Of Satan
King Antichrist
In My Dreams
My Funeral

My Dying Bride

Und schon neigt sich das Summerbreeze auf der Main/Pain Stage dem Ende entgegen; die letzten Töne von Children Of Bodom erklingen, die Fans gehen ein letztes Mal die wenigen Schritte von der Main zur Pain Stage. Das Abschlusskonzert wird dieses Jahr von der britischen Doom-Metal-Band My Dying Bride gegeben. Wer die Band kennt, weiß, dass der von Trauer und Wehmut gezeichnete Metal genau das Richtige ist, um den Schlusspunkt zu setzen.

Es ist 0.00 Uhr, die Bühne ist komplett dunkel, als erst Paukenschläge zu vernehmen sind und dann Kirchengesänge die Stille durchdringen: Aaron Stainthorpe betritt die Bühne. Auch im Dunklen haben Hamish Glencross (Gitarre), Andrew Craighan (Gitarre), Lena Abé (Bass) und David Gray (Schlagzeug) ihren Weg auf die Bühne gefunden. Dan Mullins wird später von Aaron entschuldigt, er habe sich das Bein gebrochen; scherzweise fügt Aaron hinzu, weil er zu fett sei und deshalb könne er diese Saison nicht mehr mit auf Tour gehen und würde deshalb durch David Gray ersetzt. Auch das Keyboard und die Violine sind wieder durch Shaun Macgowan vertreten.

„Fall With Me“ beginnt und Aarons Stimme und seine Mimik und Gestik zeigen, dass er jeden Song durchlebt. Im nächsten Song untermalt die Geige die Melodramatik von „Bring Me Victory“ und die Band zeigt einen ihrer größten Auftritte 2010 - leider findet dieser ein zu abruptes Ende. Aaron sagt noch: „We would play one more, but we are not allowed to“, so kommt dieser glanzvolle Auftritt eines genialen Sängers, der jeden seiner Songs durchlebt, zu einem glanzlosen und doch passenden Ende.

 

Fazit: Das Summer Breeze war auch im Jahr 2010 ein voller Erfolg. Organisatorisch gibt es wenig zu meckern, der Sound war größtenteils ebenfalls in Ordnung. Man darf aber die Frage stellen, ob es nicht doch zu viele Bands waren, die auf dem Billing standen. Da könnte man im nächsten Jahr mal drüber nachdenken. Wo wir natürlich auch wieder gerne vor Ort sein werden.

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